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7. Folge: Kein Weiterkommen (von Scarlet)
Gedankenverloren flog der Cessnaritter die eisige Küste entlang und summte
vor sich hin:
Wind
Nord-Ost Startbahn null-drei,
Versonnen blickte er jetzt auf das Bild einer hübschen jungen Frau, das über
der Höhenanzeige in seinem Cockpit steckte. Es war mit den Worten "In Liebe
Deine Marjorie" beschriftet. Sanft strich er mit dem Finger über das
lächelnde Gesicht auf dem Foto: "Schade, dass Du zu Weihnachten nicht hier
sein kannst, mein Stern!", sagte er zu ihr und war in Gedanken wieder auf
der Werderania, wo er die bezaubernde Wienerin kennen gelernt hatte. Er
seufzte …
"Halt!
Hier geblieben!" Kat stürzte aus dem Abteil und fasste den Schaffner bei den
Schultern, drehte ihn herum, schüttelte ihn und brüllte ihn an, warum der
verdammte Zug nicht weiterfuhr. Soweit Kat das ängstliche Gestammel des
Schaffners verstanden hatte, teilte er mit, dass der Zug noch nicht
weiterfahren könne, da weiter vorne noch eine größere Menge Schnee auf den
Schienen läge, die erst weggeräumt werden müsste, was aber nicht so einfach
wäre. Mit anderen Worten, sie saßen hier fest! Allerdings, so sagte der
Schaffner, hatte er bereits Funkkontakt mit der Eisenbahnverwaltung
aufgenommen, die Hilfe schicken würde. Aber so lange müsste man jetzt noch
warten. "Na großartig!", entfuhr es Paula, als Kat den Sachverhalt
schilderte. "Und dafür haben wir hier die Schienen freigeschaufelt? Was,
wenn es wieder zu schneien beginnt, dann war alles umsonst!" Kat ließ den
Schaffner los, der mit großen, ängstlichen Augen anstarrte und sobald er
wieder frei war, das Weite suchte. "Mit diesen Weibern ist nicht zu spaßen,
dachte er sich. So hübsch sie auch sind, aber die haben es faustdick hinter
den Ohren!' Er zog es vor, sich im Lokführer-Abteil zurückzuziehen und dort,
in Sicherheit vor diesen Furien, auf Hilfe zu warten. Hoffentlich ließen die
sich nicht all zu lange Zeit.
8. Folge: Drei Männer im Schnee (von Scarlet) Inzwischen, gar nicht so weit entfernt, wachten drei Männer auf, die die Nacht in einer Schneehöhle verbracht hatten, die sie am Abend zuvor bei dichtem Schneetreiben gegraben hatten. Der Husky, der hier ganz in seinem Element war, hatte auch eifrig mit den Vorderpfoten gegraben. Es war schon komisch, dass dieser Hund so zutraulich war, er war ihnen doch erst vor kurzem zugelaufen, aber er schien Menschen gewöhnt zu sein. Ja, er dürfte sogar sehr gut abgerichtet sein, denn er folgte aufs Wort.
Gestern, als Kaschi und Fewie die wimmernde Stimme aus einem Schneehaufen
vernahmen, war der brave Hund sofort zur Stelle und legte sich zu dem um
Hilfe rufenden Mann, um ihn zu wärmen. Allerdings schrie der dann noch viel
mehr! Als Kaschi und Fewie näher kamen, trauten sie ihren Augen nicht! Es
war genau der, den Fewie vermutet hatte. Sofort rief Kaschi den Hund zurück,
denn wie er noch sehr gut wusste, hatte der Eingeschneite panische Angst vor
Hunden. An Bord der Werderania kam er ja auch kaum aus seiner Kabine, aus
Angst er könnte einem der Chrisquito-Pudel über den Weg laufen. Zwar sagte
er immer, dass er sein Premiere-Abo ausnützen wollte und deshalb soviel Zeit
in seiner Kabine verbrachte, aber alle wussten, was der wahre Grund war.
Am
nächsten Morgen, als sich die ersten Sonnenstrahlen blicken ließen und von
Schnee keine Spur mehr war – das heißt, vom Himmel kam keiner mehr, die
Landschaft war nach wie vor mit einer dicken, weißen Decke bedeckt - ließen
sich Kaschi und Fewie berichten, was passiert war. Nebenbei zündete Kaschi
ein Feuer an und Fewie wärmte den Kaffee, den er in der Thermoskanne mit
hatte, der aber doch schon merklich abgekühlt war. Lassie sprang fröhlich um
das kleine Lagerfeuer. 'Butermacher', wie ihn Fewie nannte, hatte also
tatsächlich vorgehabt, nach Deutschland zurückzukehren und er war sogar
schon in Anchorage am Flughafen. Er hatte schon das Ticket für den Rückflug,
ja, sogar das Gepäck hatte er schon eingecheckt! Doch dann machte er an
einem Zeitungsstand im Flughafen eine schreckliche Entdeckung: dort hing in
der ersten Reihe die BILD-Zeitung und die Horror-Schlagzeile lautete: 'Aus!
Vorbei! Keine Bundesligarechte für Premiere! Können wir so die WM gewinnen?'
Auch andere Zeitungen verbreiteten diese Schreckensmeldung. Eingehend
studierte er am Flughafen diese Meldungen, solange, bis sein Flug
abgefertigt war und sein Gepäck alleine nach Deutschland flog. Was sollte er
jetzt machen? Es ging nur 2 mal im Monat ein Flug in die Heimat, so lange
wollte er nicht am Flughafen warten und was sollte er in Deutschland ohne
Premiere-Bundesliga? Ok, er war zwar kein Fußball-Fan, aber diese Niederlage
von Premiere, der Verlust der Senderechte schmerzte ihn doch sehr. In ihm
reifte der Entschluss nach Goodnews Bay zurückzukehren, zumal ja Tapetchen,
in die er sich an Bord der Werderania unsterblich verliebt hatte auch
dorthin kommen wollte.
9.Folge: Spuren im Schnee
(von cessnaritter) Er schaute auf die Uhr. Inzwischen war es neun Uhr. Gunter musste inzwischen seinen Dienst angetreten haben und er stellte die Frequenz von Beaver Falls ein. Gunter war am Funkgerät und erfuhr, dass der Zug fast aus dem Schnee befreit war. Er versprach, die Nachricht, gleich weiterzugeben. Der Cessnaritter flog nun einen 45Grad-Kurs, d. h., er flog exakt nach Nordosten in die Berge, um noch eine Spur von Kaschi und dem Doktor zu finden. Die Sonne schien, es gab nun gar keinen Schneefall mehr und er konnte dicht über den Baumwipfeln fliegen. Plötzlich entdeckte er die Reste eines Lagerfeuers und dann sah er die Spuren, wie mindestens zwei Personen mit ihren Schneeschuhen, diesen Dingern, die so ähnlich aussahen wie Tennisschläger, den Weg in Richtung Küste und direkt auf Good News Bay genommen hatten. Er konnte zwar niemanden entdecken, aber immerhin schienen sie wirklich auf dem richtigen Weg zu sein. Beruhigt nahm er nun Kurs nach Hause. Würde der Zug nun bald eintreffen und die ersehnten Freundinnen bringen? Würden endlich auch die Goldsucher wieder heim finden? Hatte Hannelore in ihrem Drugstore auch genügend Frostbeulensalbe? Bleiben Sie dran, bald werden Sie es erfahren! |