Augsburger Puppenkiste


Die Blechbüchsenarmee!

In "Gut gebrüllt, Löwe!" trat eine Gruppe von Puppen auf, die schnell Berühmtheit erlangen sollte: die Blechbüchsenarmee! "Kommando: Roll-Roll!" brüllte General Blech am liebsten.  Und schwupps, verschwanden die Soldaten in ihren Konservendosen und versuchten, den Feind zu überrollen. Meistens zogen sie dabei aber den Kürzeren … Sie dienten dem fiesen Graf Rao, der mit seinem Berater, einem schlauen, aber bösartigen Gibbon von seiner Burg aus Prinz Panja bedrohte. Doch Löwe, Sultan und Kamel sorgten auf ihrem fliegenden Teppich dafür, dass die Schurken anständig bestraft wurden! "Zwei – drei – vier, marschieren wir, im schnellen Lauf – den Berg hinauf …"

 

 

 

Max Kruse schrieb noch zwei weitere Bücher vom Löwen, die aber nicht verfilmt wurden: "Löwe gut – alles gut!" und "Der dicke Löwe kommt zuletzt". General Blech legte später seine Rüstung ab und nannte sich fortan Don Blech. 1973 wurde "Don Blech und der Goldene Junker" im Kinderprogramm gezeigt.

Bild rechts: General Blech (links) und Graf Rao

 

Bereits im Sommer 1967 wurde "Der Räuber Hotzenplotz" erstmalig ausgestrahlt, als einteilige Sendung.

 


Räuber Hotzenplotz, Kasper, Seppel und
eine angebliche "Goldladung"

Diese war beinahe ein Marionetten-Musical, soviele Lieder ließen Kasper, Seppel, Hotzenplotz ("… denn i’, i’ bin a Ra-iiber und muß alles hamm!") und der böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann ertönen.: "Ich ess’ so gern Kartoffeln, Kartoffeln sind so delikat …" Doch schließlich konnte Großmutter ihre musikalische Kaffeemühle wieder in Empfang nehmen und Wachtmeister Dimpfelmoser den Schurken ins Gefängnis bugsieren!

Otfried Preußler verfasste noch zwei weitere Bücher über diesen Banditen: "Neues vom Räuber Hotzenplotz" und "Hotzenplotz 3". In späteren Jahren traten noch mehrere Realverfilmungen hinzu, u.a. mit Gert Fröbe in der Hauptrolle.

Bild links: aus dem Buch  "Stars an Fäden - Das große Farbbuch über die weltberühmte Augsburger Puppenkiste", Herausgeber: Willy Schweinberger, Hanns-J. Marschall, Augsburg 1985. Die Fotos stammen vom Studio Hans und Christine Meile, bei denen auch das Copyright liegt

 

Doch damit nicht genug: im Herbst 1968 tobte gleich eine ganze Räuberbande in der Puppenkiste herum: "Bill Bo und seine Bande ziehn lang schon durch die Lande und weil man sie nicht fangen kann, kommt keiner an'n Galgen ran!". Räuberhauptmann Bill Bo, unüberhörbar ein Hesse, verbreitete während des Dreißigjährigen Krieges gemeinsam mit dem intellektuellen Sachsen Kill Waas, dem Roten Hein aus Schwaben, Gselcher aus Bayern und dem Ungarn ("Is sich scheene blaue Donnau!") Angst und Schrecken in Burg Dingelstein, im Wirtshaus "Zum Friedlichen Esel" und in der Stadt Allheim! Im Buch tauchten noch zwei weitere Bandenmitglieder auf: der Lange Hein und Frante Baas. Doch das tapfere Burgfräulein Ding Ding stoppte sie alle mit List und Tücke, während ihr Vater sich der Haushälterin Augusta erwehren musste: "Herr Graf – der Tee!" Bill Bo hatte ein Markenzeichen: "Bombengranatenelementplitzplotzdonnerwettersappramentnochmal!" Und nein, entgegen allen Behauptungen, Bill Bo und seine Kumpane landeten am Schluss nicht am Galgen. Schließlich mussten sie ja noch weitere Abenteuer bestehen, wenn auch nur im Buch -  "Bill Bo und die geheimnisvollen Reiter" von Josef Göhlen.


 Der Obrist, Ding Ding und der Bürgermeister von
Allheim überlegen, was gegen Bill Bo zu tun ist

 

Manchmal gab es zwischendurch ein bisschen Puppenkiste im "Sandmännchen" zu sehen: ich erinnere mich in erster Linie an "Klecksi, der kleine Tintenfisch", an "Beppo und Peppi" und an "Hilde, Teddy und Puppi" mit Hilde Nocker. Dann war das "Sandmännchen" am schönsten, nur immer so verflixt kurz! Bildungsbeflissen waren die "Museumsratten" und "Denk und Dachte/Natur und Technik".

 

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