... da lass dich ruhig nieder...
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Es war wohl von allem etwas, denke ich. Klar, damals war ich nicht sehr begeistert davon, der "Blaue Bock" stellte so ziemlich alles dar, was ich als "spießig" empfand. Insofern dürfte er bei der jüngeren Generation tatsächlich nicht sehr beliebt gewesen sein. Der Blaue Bock war eine fiktive Kneipe irgendwo im Hessischen, man saß auf Holzbänken, der Äppelwoi kam aus Krügen, jemand sang - und es war leicht mitzusingen und zu schunkeln - es war so eine Art Volksfestatmosphäre, und die Leute, die dort saßen, mochten das. Das kam auch über den Bildschirm rüber in die Wohnzimmer, und da war ja auch noch der Moderator (damals noch Conferencier genannt!), dem man den Spaß an der Sache ebenfalls anmerkte. Dann noch die Zeit, in der der Blaue Bock entstand: es war 1957, als er erstmals gesendet wurde. Das Fernsehen war ein neues Medium, die Sendung eine Sensation! Die folgenden Informationen entstammen diversen Webseiten, u. a. der Wikipedia, steffi-line.de sowie der Dokumentation über "50 Jahre Blauer Bock" vom Hessischen Rundfunk. |
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Der Blaue Bock ging erstmals am 3. August 1957 auf Sendung, dies geschah im Rahmen einer Funkausstellung in Frankfurt, und es war eine spontane Idee, eine hessische Kneipe dort aufzubauen. Otto Höpfner, der durch eine Radiosendung bekannt wurde, gab den Wirt, und die Sendung wurde von Anfang an ein großer Erfolg. 1966 übernahm Heinz Schenk, der zuvor dort schon als Kellner, gemeinsam mit Reno Nonsens, aufgetreten war. Otto Höpfner soll diesen Schritt, den Blauen Bock aufgegeben zu haben, sehr bereut haben, denn er war nach dem Blauen Bock nicht mehr erfolgreich. Heinz Schenk aber dagegen erbte praktisch eine Goldgrube. Anders als Otto Höpfner präsentierte er sich als Geschäftsführer, Lia Wöhr wurde als Wirtin engagiert und als ewig nörgelnder Oberkellner blieb Reno Nonsens erhalten. Heinz Schenk wurde durch den Blauen Bock auch außerhalb Hessens (im Grunde genommen war er ja gar kein Hesse, sondern Mainzer!) sehr bekannt und sehr beliebt. Noch heute - 20 Jahre nach der letzten Sendung und im Alter von 83 - assoziiert man mit ihm den Vorzeigehessen. |
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Doch Heinz Schenk moderierte ja nicht nur - er schrieb alle Sketche und Liedtexte selbst, fast alle Ideen zu den Auftritten in der Sendung stammten von ihm. Und seine Gäste kamen gern - selbst wenn sie dafür das große Opfer bringen und singen mussten, für den "Blauen Bock" nahm man das in Kauf. Und obendrein gab's als Dank einen Bembel (einen Keramikkrug für Äppelwoi). Es soll Künstler geben, die 15 und mehr davon zu Hause stehen haben. Wie lief so ein typischer Blauer Bock ab? Nun, sich hier zu erinnern fällt leicht, denn die Reihenfolge war so verlässlich wie die Tagesschau um 20.00 Uhr: zunächst kam ein Vorspannfilm - Heinz Schenk besang die jeweilige Stadt, in der man zu Gast war, oft in historischen Kostümen. Dann die Begrüßung: Heinz Schenk versicherte, dass man nirgendwo so gerne ist wie in eben dieser Stadt, Franz Grothe und die Wirtin wurden vorgestellt - und dann kam das langweiligste überhaupt... Oper oder Operette! Und es waren große Stars, die dort auftraten: Anneliese Rothenberger, René Kollo, Peter Hofmann, um nur einige zu nennen. Alle gaben dem Blauen Bock die Ehre. |
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Nach dem Opernteil wurde dann
meist munter mit dem Bürgermeister der jeweiligen Stadt geplaudert, dieser
brachte oft ein kleines Gastgeschenk mit. Und dann wurde es lustig: Reno
Nonsens war entweder mal wieder faul und unwillig oder hatte eine "tolle"
neue Idee, und die Frau Wirtin musste ihn in die Schranken weisen. 1987 schloss der Blaue Bock seine Pforten. Heute noch zählt er zu den erfolgreichsten Sendungen des Hessischen Rundfunks. |
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Als der "Blaue Bock" vor ein
paar Wochen sein 50jähriges Jubiläum feierte und somit einige alte Folgen
und ein Rückblick zu sehen waren, war es klar, dass ich mir das aus
nostalgischen Gründen "antun" musste. Ich bin immer noch kein Fan - es ist
ja auch ziemlich unwahrscheinlich, dass der Geschmack im Laufe der Jahre ein
ganz anderer wird. Aber ich sehe diese Sendung - und vor allen Dingen die
Macher des Blauen Bock - heute mit anderen Augen. Damals machte man große,
aufwändige Nachmittagssendungen, der Moderator war nicht nur der Ansager, er
war das Herz der Sendung, er sagte keine fremden Texte auf, sondern seine
eigenen. Lia Wöhr war nicht nur Dekoration oder eine Pseudo-Wirtin, sie
wirkte maßgeblich hinter den Kulissen mit. Die Künstler kamen nicht, um ihr
neues Album zu promoten, sie sangen selbstgedichtete Texte von Heinz Schenk
und hatten keine Scheu, ihre manchmal dünnen Gesangskünste zu präsentieren.
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Das Titellied stammt übrigens von Otto Höpfner, dem ersten Wirt, und es wurde während der gesamten Laufzeit der Sendung beibehalten. |
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Na, erkennt Ihr die drei jungen
Damen? Links Paola im Jahr 1969, in der Mitte Mary Roos und rechts Vicky
Leandros. Alle kamen später gern wieder in den Blauen Bock. |
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