Interview mit Alfred

12.07.09

Kaschi ist ja bei TV-Nostalgie auch für Interviews zuständig, weil seine behutsame Art mit schwierigen Interviewpartnern sehr geschätzt wird. Bei Emma Peel, Lassie und Harry Klein war er zwar nicht unbedingt erfolgreich, weil mit ein paar Blessuren davon gekommen, aber nur ein schlechter Reporter gibt auf! Und das kann man Kaschi wahrhaftig nicht nachsagen!

Als die Nachricht im Rhein-Ruhr-Anzeiger das erste Mal zu lesen war ("Tetzlaff gesichtet! Bochums berühmtester Sohn ist wieder zu Hause!"), konnte Kaschi gar nicht anders, er reiste vom heimischen Ostfriesland in den Pott und führte das nachstehende Exklusivinterview mit Alfred Tetzlaff. Und er kam mit der Erkenntnis nach Hause, dass manche Dinge sich nie ändern...

 

Herr Tetzlaff, wie schön, Sie nach so langer Zeit mal wieder zu sehen! 

Diss is’ mal wieder typisch! Kaum is’ man mal wech, schon schicken se Dir die Jeheimpolizei aufn Hals! Aber bitte sehr: ALFRED TETZLAFF ZUR STELLE! HABE NÜSCHT ZU VERBERJEN! 

Aber lieber Herr Tetzlaff, ich wollte doch nur … 

Ick kenne Euch Brüder! Erst tunse scheißfreundlich, "lieber Herr Tetzlaff" und so, und denn, ehe Du Dich versiehst, drehense Dir den Hals um! Wejen ausländerfeindliche Parolen und so!

Aber nein, nein! Unsere Leser wollen einfach nur wissen, warum in den letzten Jahren nichts mehr von Ihnen zu hören war. Schließlich haben Sie eine Zeit lang den Fernsehzuschauern auf einfache und anschauliche Weise die Weltlage erklärt.

 

Och so. So is det? Na ja, denn. Also ick war in den letzten Jahrn beruflich anderweitig tätig, jewissermaßen. In der Papierbranche, verstehnse? 

Ah ja. Haben Sie Altpapier recycelt?

Nich direkt. Ick habe meine Kenntnisse und Fähigkeiten in der Papier-Verarbeitung zum Nutzen aller einbringen können.

Else: Alfred, laß doch den Quatsch! Sach doch, dassde Tüten kleben warst! - - Er war nämlich im Bau, müssense wissen! 

Halt doch Deine blöde Schnauze, wenn ick dem Herrn was erkläre! Geh in’ Keller und hol Kartoffeln! 

Nun gut. Herr Tetzlaff, seit Ihrem letzten Auftritt im Fernsehen ist ja allerhand passiert: wie hat Ihnen zum Beispiel die Zeit unter Bundeskanzler Kohl gefallen?


Arme Else: es hat sich nichts geändert...

 

Diss soll’n Bundeskanzler jewesen sein? Das ick nich lache! Zu weich war der! Viel zu weich! Hat immer nur Saumagen jefressen, wurde immer dicker un’ hat sich um nüscht jekümmert. 

Aber unter seine Kanzlerschaft fiel immerhin die Vereinigung mit der DDR. 

Sach ich doch! Viel zu weich! Feigheit vor dem Feind! Hätte der damals mal so richtich durchjegriffen, denn würdense heute nich jammern, sondern parieren, die aus’m Osten! Die war’n das doch jewohnt, das Parieren! - - Aber in Wirklichkeit war das alles von dem janz jenau jeplant! Kohl war ja Jeheimagent aus’m Osten! Weiß bloß keiner!

Wie bitte, Helmut Kohl?

 

Diss isses ja, das Raffinierte! Hat ja keiner jemerkt! Die Russen wollten die Zone ja unbedingt loswerden. Un’ wer hatse ihnen abjekauft auf Staatskosten vom Westen? Na? Helmut Kohl! - - Wissense eijentlich, wie der vonner Zone hieß, der immer mit dem Bahr verhandelt hat? Die wollten ja schon damals ihre sojenannte DDR verkaufen. Na, wie hießer? 

Der hieß auch Kohl. Michael Kohl. 

Sehense! Jetzt kapiernse’s ooch! 

Und Sie meinen wirklich …? 

Ja, selbstverständlich! Helmut Kohl hat den Russen den halben Staatshaushalt vom Westen in’n Rachen jeworfen un’ dafür uns die Zone aufjedrückt. Was Besseres konnte den Russen jarnich passieren! 

 

Herr Tetzlaff, ich muss sagen, was Sie da von sich geben, ist blanker Unsinn! Da spare ich mir lieber die anderen Themen wie Globalisierung, Terrorgefahr und Klimawandel und breche das Gespräch ab.

Diss könnte Euch so passen, Ihr roten Arschlöcher! Kaum sacht mal einer, wie’s wirklich is’, kommt Ihr mit Maulsperre! Aber ein Alfred Tetzlaff lässt sich den Mund nich verbieten! Und jetzt raus hier, sonst fängste’n paar!


Anmerkung von TV-Nostalgie:

Reporter Kaschi erholt sich zur Zeit im heimischen Ostfriesland und möchte so schnell nicht mehr ins Ruhrgebiet reisen. Eigentlich schade, denn Else Tetzlaff hat TV-Nostalgie signalisiert, dass sie ggf. auch für ein Interview zur Verfügung stehen würde. Wir arbeiten noch daran, unseren Reporter zu überzeugen, zumal auch Frau Tetzlaff bereit wäre, das Interview in der Wohnung einer Freundin (Frau Surbier) zu führen. Denn wir fragen uns ernsthaft: was hat Else in den Jahren gemacht, als Alfred zum Wohl aller seine Kenntnisse und Fähigkeiten in der Papier-Verarbeitung eingebracht hat?

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