Worum geht es?

Wir befinden uns im Jahre 1474. Quentin Durward, der Titelheld des dieser Serie zugrunde liegenden Romans von Sir Walter Scott (der auch "Ivanhoe" verfasste), ist ein junger, schottischer Adliger und letztes Mitglied seines Clans, der von Feinden ausgelöscht wurde. Er findet Zuflucht in einem von politischen Intrigen und staatlicher Willkür zerrütteten Frankreich, in dem sich König Ludwig der XI. und sein machthungriger Vetter, Herzog Karl von Burgund, um die Vorherrschaft im Lande streiten. Leidtragend ist natürlich wieder mal das Volk, um das sich die edlen Herren einen feuchten Kehricht scheren. Die Seilmacher haben Hochkonjunktur, lässt Ludwig doch jeden, der auch nur das Wort gegen ihn erhebt, kurzerhand am nächsten Baum aufknüpfen. In solch eine ungesunde Situation gerät unser schottischer Held also, der nach seinem Onkel Ludovic sucht, welcher in der Leibgarde des Königs dient.

 

Unversehens stolpert Quentin Durward mitten in das Intrigenspiel und wird zum Werkzeug des Königs. Es kommt aber noch schlimmer - Quentin verliebt sich in die schöne Gräfin Isabelle de Croye, deren Burg wie ein Keil strategisch wichtig genau zwischen Frankreich und Burgund sitzt und sowohl für den König als auch für den Herzog von Burgund ein heiß begehrtes Objekt ist. Isabelle flieht vor einer vom Herzog Karl organisierten Zwangsheirat an den Hof des Königs, der sie wiederum mit einem ihm ergebenen adligen Banditen, dem Eber der Ardennen, in Flandern (dem heutigen Belgien) verbandeln will, um sie loszuwerden. Dumm ist nur, dass Quentin Durward selbst sein Herz an die holde Gräfin verloren hat und nicht so mitspielt, wie sich der König das ausgemalt hat. Bis er aber die schöne Isabelle zum Traualtar führen darf, muss Quentin zusammen mit seinem treuen Gefährten Bertrand zahlreiche gefährliche Abenteuer bestehen ...

 

 

Wie schon bei den  viel gerühmten Weihnachtsvierteilern, wird die Geschichte von einem Off-Sprecher erzählt (es ist der Gleiche, der auch die Vierteiler eingeleitet hat) und zieht sich bisweilen recht dialoglastig dahin. Der größte Fehler ist allerdings, dass die Rasanz, Action und Spannung durch das ausgedehnte Schildern bisweilen komplizierter politischer Verwicklungen und Intrigen ziemlich in den Hintergrund gerät, was heutzutage in dieser Form sicherlich nicht mehr machbar wäre. Im Vergleich zu der Hollywoodverfilmung des Stoffes mit Robert Taylor in der Rolle des Quentin Durward kann die TV-Umsetzung sicherlich nicht bestehen. Doch was die Serie auch heute noch sehenswert macht, ist die für eine TV-Produktion ungewöhnlich opulente Ausstattung. Selten habe ich in einer TV-Serie oder einer Mittelalterverfilmung solch farbenprächtige und detailgetreue Ausstattung gesehen.

 

 

Hier wurde sehr viel Wert auf kleinste Details gelegt, vor allem in der Kleidung und der Einrichtung der Räumlichkeiten. Gedreht wurde statt in Studiokulissen (wie z. B. bei "Robin Hood") in historischen Gemäuern in Frankreich, und entsprechend imposant wirken die alten Burgen und Schlösser auch. Unfreiwillig komisch wirken heute die damaligen Modetrends, wie beispielsweise das Outfit des Königs, der stets mit einer Anorak-Kapuze unter seinem Hut herumläuft ... Am Witzigsten aber sind unzweifelhaft die Wollhöschen, die Hauptdarsteller Amadeus August über seine Strumpfhosen streifen musste. Die Dinger sind einfach der Hit! Ansonsten hat das schon was, wenn die Männer in Strumpfhosen und Overknees rumlaufen - das kennen wir ja auch schon aus Serien wie "Die Abenteuer des Chevalier de Ricci" oder "Rinaldo Rinaldini".

Die Leichtigkeit jener Abenteuerserien oder auch eines "Arpad der Zigeuner" erreicht "Quentin Durward" allerdings leider nicht, dafür ist der Stoff inhaltlich zu schwer und zu zäh erzählt.

 

Hervorzuheben sei noch die deutsche Synchronisation, die von K. E. Ludwig ("Scotty" aus "Raumschiff Enterprise" oder "Jess Harper" aus "Am Fuß der Blauen Berge") über Cordula Trantow und Klaus Havenstein bis hin zu Tommy Piper viele tolle Stimmen aus guten alten Fernsehtagen aufbietet. Da kann man viele Stimmen wiederhören, die man lange nicht mehr gehört hat. 

Amadeus August spielte sich mit dieser Rolle in die Herzen der Zuschauerinnen, während Marie-France Boyer zwar nicht unbedingt die schönste französische Schauspielerin ist, dafür wohl aber eines der schönsten und am traurigsten blickende Augenpaare hat, die ich je bei einer Schauspielerin sah. Cordula Trantow spricht die Isabelle de Croye unaufdringlich, fast schüchtern, und verleiht ihr dadurch einen zusätzlichen geheimnisvollen Reiz, der einem durch und durch geht.

 

Ganz besonders die Fans von Mantel- und Degenfilmen wird die Mitwirkung von Noel Roquevert freuen, der den schottischen Sergeant Ludovic Lesley, den Onkel von Quentin Durward, spielt. Roqueverts markantes, grobschlächtiges Gesicht war in zahllosen französischen Produktionen zu sehen, doch seine berühmteste Rolle ist wohl die des "Sergeant Schnauzbart" aus dem legendären Abenteuerklassiker "Fanfan der Husar". Auch in der vorliegenden Serie spielt er einen knorrigen Haudegen, bleibt jedoch leider weit hinter seinen komödiantischen Möglichkeiten zurück. 

Die Pidax-DVD-Edition ist trotz kleinerer Schwächen wie einiger Bildstriche, in gewohnt guter Qualität und liebevoll restauriert und bietet, vor allem wegen den farbenprächtigen und opulenten Sets, auch heute noch ein durchaus sehenswertes Serienvergnügen.

 

Wer nun Lust bekommen hat auf das sehenswerte Serienvergnügen, kann die DVD-Box mit der kompletten Serie sowohl über diese Seite als auch bei jedem anderen Händler, wie z. B. bestellen:

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