Beppo und Peppi
Die Rakete

Und noch eine Geschichte der beiden Augsburger Puppen-Stars... Heute bauen Großvater und Enkel eine Rakete!

 

Heft Nr. 111 aus dem Spectrum-Verlag, erschienen 1971, erzählt von Manfred Jenning,
Fotografie: Fotostudio Meile, Augsburg.
 

Natürlich liegen hier auch die Rechte für
die Bilder!

 

 

Einmal sind der Beppo und der Peppi ins Dorf gegangen, um beim Krämer einzukaufen: Schießpulver, Hosengummi, Transistoren, Ringe, Farbe, ein mächtiges Rohr, noch Hunderterlei dazu und eine Tüte Bonbons. Der Remigius Guglhupfner, der zufällig auch gerade in den Laden kam, fragte die beiden gleich, was sie denn vorhätten. Da antworteten Beppo und Peppi: "Bonbon lutschen!" und damit ließen sie ihn einfach stehen. Das wurmte den neugierigen Guglhupfner, und er schlich ihnen nach, um ihr Geheimnis doch noch herauszufinden. Aber in der Huglmugldigldaglhütte angekommen, verschlossen Großvater und Enkel gleich die Haustüre und verriegelten die Fensterläden.

Niemand - und am allerwenigsten der Guglhupfner - sollte wissen, dass sie nämlich eine Rakete bauen wollten.

 
 

Keine solche, die bis zum Mond fliegen kann, nein, aber schon so eine, die man ferngesteuert in der Luft herumsausen lassen konnte. Zwar haben der Beppo und der Peppi die Rakete genau nach Anleitung gebaut, aber sie haben nicht daran gedacht, dass man diese nicht in einem Zimmer starten soll, weil nämlich sonst die Zimmerdecke und das Hausdach flöten geht. Und so geschah es.

Das heißt: zuerst geschah gar nichts.

 
 


Die Rakete machte nur 'Pfumm!' und rührte sich nicht. Sie wurde ein zweites Mal gezündet. Diesmal machte sie 'pfummpfumm'...!

 
 

Das war schon ein bisschen besser. Um beim dritten Mal, da machte sie nur nicht nur ...'pfummpfummpfumm', sondern schoss in die Höhe, gegen die Zimmerdecke, die donnernd zusammenkrachte, dann gegen das Hüttendach, das hochgehoben wurde, eine Weile mitflog und schließlich im nahen Bergwald landete. Durch den etwas missglückten Start hatte die Fernsteuerung der Rakete einen Knacks bekommen, und nun flog sie so, wie sie wollte, und nicht so, wie sie sollte.

 
 

Mit rußgeschwärzten Gesichtern verfolgten Beppo und Peppi die ziemlich irre Fahrt der Rakete und sahen mit Entsetzen, wie sie plötzlich auf sie zugeschossen kam, zischend und rauchend. Großvater und Enkel legten sich platt auf die Erde und machten die Augen zu. Aber die Rakete flog mit einem eleganten Bogen über sie und über die Hütte hinweg, Richtung Hinterbrezgenstrudelbipfelhausen.

 
 

 

Es war Gott sei Dank nichts passiert. Noch nicht! Als der Treibstoff zu Ende war, landete die Rakete schließlich nach einem heulenden Sturzflug sehr unsanft in der Hütte von Remigius Guglhupfner. Jetzt wusste dieser wenigstens, was der Beppo und der Peppi gebastelt hatten. Freilich, als er die Bescherung sah, die die Rakete bei ihm angerichtet hatte, da hätte er es lieber nicht gewusst.

Ja mei!

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Petra Nagel  ·  Feedback und Nachricht an mich   ·  Forum ·  Impressum · Datenschutz