Arpad, der Zigeuner

05.04.13

Arpad und Rilana, seine große Liebe

Ganz ehrlich? Ich konnte "Arpad, dem Zigeuner" so gar nichts abgewinnen. Ich bin definitiv kein Fan der Serie. Aber merkwürdigerweise ist Arpad in meiner Generation Kult - jeder spricht davon, alle wollen ihn noch einmal sehen. Natürlich habe ich die Serie auch hin und wieder gesehen, wenn auch nicht alle Folgen. Ich habe auch keine großen Erinnerungen daran, aber was macht das, wenn man weiß, dass man es nicht wirklich gerne gesehen hat? In der letzten Zeit bekomme ich jedoch sehr viele Mails mit der Bitte, Arpad hier aufzunehmen - was soll ich also tun? Ich habe also mit Pete, dem Serienexperten Nummer 1 gesprochen, und der hatte natürlich jede Menge Erinnerungen an Arpad! Und nicht nur an Arpad, auch an Rinaldo Rinaldini, den ich leider nicht aufnehmen kann, da ich kein einziges Foto der Serie auftreiben konnte... Aber jetzt lasse ich Pete zu Wort kommen:

 

 

Ich habe schon immer Abenteuergeschichten gemocht, und die "Abenteurer" waren es meist auch, die mich schon in frühester Jugend an den Fernsehschirm fesselten. Dabei machte ich zunächst keinen Unterschied zwischen "Western" und "Abenteuerserie", doch spätestens, als Robin Hood und Sir Francis Drake sich mit allerlei Bösewichtern rumschlugen, merkte ich, dass man Abenteuer nicht nur im Wilden Westen bestehen konnte.

Fortan gab es für mich die "Abenteuerserie", und einige ihrer Vertreter zählen noch heute zu meinen erklärten Lieblingsserien.

 

 

Bereits im Jahre 1968 bescherte uns das Regionalprogramm der ARD im Vorabendprogramm die Abenteuer eines "italienischen Robin Hood", der angesichts der Ausbeutung des Volkes durch die Obrigkeit vom Adligen zum Räuberhauptmann wird und fortan mit List, Tücke und viel Humor den Regierungsvertretern das Leben schwer macht. Rinaldo Rinaldini wurde für mich zu einem meiner liebsten Bildschirmhelden, zumal er mich sehr an sein englisches Gegenstück, Robin Hood, erinnerte.

Aber nicht nur in Italien war das Volk vor ein paar hundert Jahren unzufrieden, sondern auch in der Puszta. In Ungarn lehnte sich nämlich ein gewisser Fürst Bekeszy zusammen mit seinen Verbündeten, den Zigeunern, unter der Führung eines jungen Helden mit dem wohl klingenden Namen Arpad gegen die Obrigkeit auf, und da konnte es nicht ausbleiben, dass sich das Fernsehen dieses Helden annahm.

Im März 1973 begann also der Zigeuner, sich für das Zweite Deutsche Fernsehen auf deutschen Bildschirmen zu tummeln und sich mit den ungarischen Soldaten herumzuprügeln.

"Arpad le tzigane" hieß die französisch-ungarische Co-Produktion, der hierzulande nicht nur wiederum durch den Charme des Hauptdarstellers Robert Etcheverry großer Erfolg beschieden war, sondern die es sogar auf zwei Staffeln brachte.

 

Dem feurigen Zigeuner zur Seite stellt man eine bildschöne, nicht minder feurige Zigeunerin namens Rilana. Nachdem Robert Etcheverry später in zahlreichen Action-Filmen zu sehen war (darunter in einem der recht unterhaltsamen Streifen um den Romanhelden SAS Malko), gelang Edwige Pierre, der Darstellerin vom Rilana, leider nie der große Durchbruch. Sie erhielt eine Gastrolle in "Salto Mortale" und eine Nebenrolle in "Kara Ben Nemsi Effendi" an der Seite von Karl Michael Vogler und Heinz Schubert, danach zeigte sie in der Disco-Sex-Komödie "Summer Night Fever" neben Olivia Pascal, was sie unter der Bluse verbarg (wie sie es schon in Salto Mortale getan hatte). Mann, hab ich Augen gemacht, als ich Edwige und Olivia an einem tristen Sommernachmittag auf der Kinoleinwand entdeckte…

 

 

Für meine Familie und mich waren sowohl Rinaldo Rinaldini als auch der Zigeuner Arpad Gäste, die wir gerne in unser Wohnzimmer einluden. Wieder einmal bin ich im Nachhinein dankbar, dass auch meine Eltern ihre Entspannung gemeinsam mit meiner Schwester und mir vor dem Fernsehschirm suchten… Ich habe keine Folge verpasst, und auch heute noch vermisse ich diese beiden Serien und würde sie sehr gerne wieder sehen (nicht zuletzt wegen Edwige Pierre, die ich sehr gerne mochte…)

Hier enden die Erinnerungen von Pete - vielen Dank an Dich! Und auch vielen Dank an Sabine, die mir freundlicherweise den Sound zu "Arpad" zur Verfügung gestellt hat. Wer sich für Arpad interessiert, findet auf ihren Seiten viel mehr über unseren Helden:

Arpad-der-Zigeuner-Fanpage

 

Der Arpad-Darsteller, Robert Etcheverry, verstarb am 21. November 2007 in Paris im Alter von 70 Jahren.

Mittlerweile gibt es die komplette Serie auf DVD, bestellbar direkt über diese Seite, aber natürlich auch bei jedem anderen Händler, z. B. bei :

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