
03.06.11
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Wenn ich an die Samstagnachmittage meiner Kindheit und Jugendzeit zurückdenke, fallen mir immer die Sprachsendungen für Gastarbeiter ein ("Cordialmente dall' Italia", "Aqui Espana", "Jugoslavijo, dobar dan" und "Türkiye mektubu"), "Die kleinen Strolche", "Unser trautes Heim", natürlich auch "Spiel ohne Grenzen" - und ... Na klar, ihm konnte man nicht entgehen! Dem "Blauen Bock" und seinen "Betreibern": Heinz Schenk, Lia Wöhr und Kellner Reno Nonsens. Ja, ich weiß - es gab auch noch Otto Höpfner, doch ihn habe ich nie gesehen, für mich ist der Blaue Bock untrennbar mit Heinz Schenk verbunden, nur meine Mutter erzählte oft von Otto Höpfner, der ihr offenbar besser gefallen hatte als Heinz Schenk. |
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Ich war also wahrhaftig kein Fan dieser Sendung! Aber ich glaube, dass ich zumindest bis zum Ende der 70er kaum eine Sendung verpasst habe, weil sie so etwas wie ein Pflichtprogramm bei uns zu Hause war. Heute würde man den Blauen Bock wohl in die Schublade "Volkstümliche Musiksendung" stecken, obwohl das eigentlich nicht richtig ist. Denn beim Äppelwoi trafen sich Oper und Operette, deutscher Schlager und auch Volksmusik. Und manchmal auch rührender Dilletantismus, was die Sangeskunst anging. Denn singen musste jeder, der dort auftrat, es gab keine Chance, dem zu entgehen. Sehr amüsiert haben wir uns zu Hause dann über diejenigen, die beim Playback nicht lippensynchron waren - und das waren sehr viele. Trotzdem: man kam gern in den "Blauen Bock", es war, wie man bei den Sendungen zum 50jährigen Jubiläum im Juli 2007 sehen und hören konnte, "eine Ehre, dort eingeladen zu werden". |
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Mir ging es beim Schauen der Wiederholungen und der Sendung aus Anlass des 50jährigen Jubiläums ähnlich wie bei "Erkennen Sie die Melodie" - ich fand es nicht nur 'gar nicht mal so schlecht', sondern meine Laune besserte sich schlagartig. Der Blaue Bock war natürlich eine Gute-Laune-Sendung, aber es war bei weitem nicht mit der künstlich aufgesetzten guten Laune mancher Volksmusiksendungen von heute zu vergleichen. Und irgendetwas muss ja dran gewesen sein am Riesenerfolg dieser Sendung, die immerhin 30 Jahre lang lief, und in der sich große Stars die Klinke in die Hand gaben. Was war das Geheimnis dieses Erfolges? Waren es die Idee, die Sketche, die Musik, die Mischung aus Musik und Humor, war es der Äppelwoi, der literweise aus den Bembeln floss - oder waren es die Betreiber dieser hessischen Gastwirtschaft, die von Ort zu Ort zog? |
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In den 70ern oft und gerngesehener Gast nicht nur im Blauen Bock: Ingeborg Hallstein, die Frau mit der großen Stimme und dem Silberblick. (Danke an Kaschi für die beiden Screenshots) |
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Bilder: © Hessischer Rundfunk |
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Auf der nächsten Seite geht es
weiter - hier zunächst das Schlusslied, mit dem fast jeder "Blauer Bock"
endete (Ausnahmen bildeten die Karnevals- und Weihnachtssendungen). Der Liedtext
stammt von Otto Höpfner, dem ersten Wirt, und er wurde während |
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