Disco

06.04.13

Licht aus! Womm! Spot an! Yeah!!!

Wer in den 70ern "Hitparade" sagte, kam nicht umhin, auch "Disco" zu sagen. Obwohl man meiner Meinung nach beide Sendungen nicht  vergleichen kann. Trotzdem gehörte die Disco ebenso wie die Hitparade zu den meistgesehenen Musiksendungen im ZDF.

Warum konnte man die Hitparade nicht mit der Disco vergleichen? Nun ja, zunächst fällt einem da der deutsche Schlager ein, der die Hitparade geprägt hat (ja, ich weiß – später kam die Neue Deutsche Welle dazu, und noch später wurde sogar englisch gesungen! Skandal!). Die Teilnehmer wurden ermittelt von media Control, soweit ich mich erinnern kann, man musste also schon einmal irgendwo in den Charts sein, um bei Dieter Thomas Heck auftreten zu dürfen.

Das war bei "Disco" anders!

 

Erfolgreich waren die Interpreten aber auch hier, nur sehr viel bunt gemischter! Da trat schon mal Heino nach den Sweet auf – und das machte Disco wohl so einzigartig. Meine Mutter, die "englische Musik" gar nicht mochte, guckte "Disco" ebenso wie ich, und beide fanden wir Ilja Richters Scherze mehr als grenzwertig ...

"Hits und Gags mit Ilja Richter" war der Untertitel der Musikshow im Zweiten. Die Hits waren aus meiner Sicht durchaus in Ordnung, aber die Gags? Ilja Richter war mir bisher nur als Schauspieler in "Till, der Junge von nebenan" bekannt, und jetzt war er Showmaster. Vorher, als 16jähriger, hatte er schon eine andere Musikshow moderiert (4-3-2-1 Hot and  Sweet), und nun – gerade mit 18 – wurde er zum Moderator dieser Sendung, die eine große Erfolgsgeschichte vor sich haben sollte.

 

 

Ilja Richter sah nicht aus wie ein typischer Teenager, er trug immer Anzug und Fliege oder Krawatte  und war – vielleicht deshalb? – auch bei der älteren Generation sehr beliebt. Vielleicht sogar noch beliebter als bei uns "jungen Leuten" (die Sendung hatte anfangs den Titel "Musik für junge Leute", dieser wurde jedoch ab 1973 gestrichen).

Das Studio wirkte – aus heutiger Sicht – sehr klein, die Interpreten sangen mitten im Publikum, gerade bei Gruppen, die Platz für ihre Instrumente brauchten, wirkte das mitunter ein wenig komisch. Man hatte das Gefühl, Sweet spielen im Wohnzimmer. Zwischen den einzelnen Auftritten gab es eingespielte Gags, die Ilja wohl auch selbst geschrieben hatte und oft mit seiner Schwester Janina vorführte. Diese Gags waren nicht immer komisch, und ich weiß, dass ich sehr oft die Augen verdreht habe, wenn er seine Grimassen schnitt ... Sie waren albern, ja – aber komisch?

 

Trotz allem entwickelte sich dies Sendung zur beliebtesten Musikshow, heute kaum zu glauben. 20 Millionen Zuschauer! Heute gibt es das gar nicht mehr. Ab 1975 wurde sogar um 19.30 Uhr gesendet, um einem größeren Publikum die Chance zu geben, reinzuschauen. Manchmal gab es auch Video-Einspieler, wo die Auftritte internationaler Stars gezeigt wurden, aber meist waren die Künstler live im Studio.

 

Etwa 10 Musik-Acts, wie man heute sagen würde, gab es pro Sendung – und dazwischen eben die Gags von Ilja. Der Gewinner des Disco-Quiz aus der letzten Sendung war dabei stets zu Gast. Der Arme musste sich immer einem breiten Publikum vorstellen, vorher kam der zweite berühmte Spruch von Ilja Richter: "Licht aus! Womm! Spot an! Yeah! Und hier ist er wieder, der absolute Hauptgewinner ..."

 

11 Jahre lang lief Disco (die Sendung hatte immer noch das jeweilige Jahr im Titel, also z. B. "Disco '74"), dann war nach 133 Sendungen Schluss. Ilja Richters Karriere war zwar damals noch nicht ganz zu Ende, denn immerhin ist er Schauspieler, als Moderator sah man ihn allerdings nicht mehr wieder. 

Für mich gehörte die Disco zu den 70er Jahren, sie war – trotz der Albernheiten – eine "Gute-Laune-Sendung", und die einzigartige Mischung von Rock und Schlager gab es sonst nirgendwo. Vor einiger Zeit wurden im Theaterkanal einige Disco-Folgen wiederholt, und plötzlich war ich wieder 13 oder 14 ... Nur dass das Studio so eng und klein war – das hatte ich verdrängt.

Bild rechts: Ricky Shayne.

 

Einer, der die 70er Jahre-Musik (und nicht nur die) und ihre Stars hautnah miterlebt hat, ist Bravo-Redakteur Fritz Tillack. Exklusiv für die Besucher von TV-Nostalgie hat er den Bericht auf der nächsten Seite geschrieben. Vielen Dank an Fritz!

 


Sally Carr (Middle of the Road)


Gilbert O'Sullivan


Cat Stevens

 


The Sweet


Amanda Lear


Deep Purple


Marc Bolan (T.Rex)

 

Einige Informationen auf dieser Seite stammen aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier,
einige Fotos von Kaschi (vielen Dank!)

 

Nun kann man auch auf DVD in Erinnerungen schwelgen - einige Zusammenschnitte, nach Genre geordnet, sind hier bestellbar, aber auch bei jedem anderen Online-Händler, wie z. B. bei

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