Die Follyfoot-Farm

05.04.13

 

Der berühmte "Lightning Tree"

Als die Follyfoot-Farm das erste Mal gesendet wurde, war ich bei einer Klassenkameradin zu Besuch, die Pferde liebte. Ich mochte Pferde auch, solange ich nicht auf ihnen sitzen mußte... Immerhin mochte ich Western, und ich las auch die ganzen Pferdebücher für Mädchen, die damals erschienen. Hätte ich nicht so viel Angst gehabt, runter zu fallen, wer weiß? Meine Klassenkameradin Angelika liebte Follyfoot heiß und innig, und auch ich habe mir die ersten Folgen mit einem gewissen Enthusiasmus angesehen - der allerdings irgendwann verflog. Ich muss ehrlich gestehen, ich fand die Follyfoot-Farm nicht sonderlich aufregend. Dora fand ich langweilig, und der englischen Landschaft konnte ich auch nichts abgewinnen - zumindest letzteres ist heute anders... Aber Pete, von dem Ihr schon so einiges auf dieser Seite lesen konntet, mochte die Serie sehr, daher habe ich ihn gebeten, mit uns seine Erinnerungen zu teilen...

 

Die 70er Jahre standen im Zeichen zweier Serien für Pferdefreunde, die aus England zu uns kamen: Zum einen war es "Follyfoot Farm", zum anderen aber "Black Beauty", wobei letztgenannte Serie in Deutschland den weitaus größeren Erfolg verbuchen konnte. Ich muss zugeben, dass ich Pferde mochte, seit ich "Fury" und "Mein Freund Flicka" gesehen hatte. Allerdings hatte ich als Kind doch einen Heidenrespekt vor den Vierbeinern, aber dann kam Follyfoot Farm, und ich darf mit Fug und Recht behaupten, dass dies wohl die Serie war (nach "Mit Schirm, Charme und Melone"), die mich endgültig zum England-Fan machte.

Die Serie lief 1973 im Vorabendprogramm des ZDF, direkt nach der Drehscheibe, und erzählt in halbstündigen Episoden die Geschichte einer einsamen, in sich gekehrten und verschlossenen Diplomatentochter namens Dora.

 

Die Bewohner der Follyfoot-Farm

Als ihre Eltern, die längst wegen ihrer Arbeit und umfassenden Repräsentations-Verpflichtungen den Zugang zu ihrem Töchterlein verloren haben, wieder mal ins Ausland versetzt werden, bitten sie einen Freund der Familie, der in der Serie nur als "Der Colonel" vorgestellt wird, Dora bei sich aufzunehmen. Und so kommt Dora also auf den Landsitz des Colonels in Yorkshire, wo sich ihr Leben schlagartig ändern wird. Denn der Colonel leitet "Follyfoot Farm", eine Art Asyl für altersschwache oder auch misshandelte Pferde. Rasch gewinnen die Tiere (und natürlich auch der Colonel) das Herz des Teenagers Dora, die sich nun mit aller Kraft für das Wohl der Pferde und die Erhaltung von Follyfoot einsetzt. Dabei muss sie sich mit Farmern, Tierquälern und einer Rockerbande rumschlagen. Hilfe bekommt sie von dem jungen Steve, den sie auf Follyfoot einstellt, von dem ehemaligen Rocker und Herumtreiber Ron, der auf Follyfoot als Pferdeknecht arbeitet und von dem gutmütigen Oldtimer Slugger, der sowas wie die gute Seele von Follyfoot ist.

Die Geschichten basieren auf den berühmten Jugendromanen von Monica Dickens, die sowas wie die englische Lise Gast ist. Als man Anfang der 70er Jahre in England ein Konzept für eine neue Jugendserie suchte, waren es die beiden Romane von Mrs. Dickens, die den Stoff lieferten. Pferde und Jugendliche mit Problemen - das war eine wunderbare Mischung, die einen leckeren Kuchen ergeben sollte.

 

Auf der Suche nach einer geeigneten Location war es die Pferdebetreuerin Jane Royston, die "Follyfoot" Farm fand, welche es heute noch zu besichtigen gibt. Sie liegt zwischen Leeds und Harrogate und gehört zum Besitz des Earl of Harrington. Nur der "Lightning Tree", jener vom Blitz getroffene alte Baum, der im Titellied besungen wurde, fehlte. Nun, man fand auch diesen, buddelte ihn aus und pflanzte in auf der neu renovierten und erweiterten Follyfoot Farm wieder ein. Dass aber der Lightning Tree mitnichten tot war, sollten die Yorkshire-Fernsehleute erfahren, als die Dreharbeiten begannen, denn der Baum begann zu blühen. Und so musste jedesmal vor dem Drehbeginn jemand das Grünzeug vom Baum schneiden...

Noch ein Wort zu den Hauptdarstellern: Dora wird von Gillian Blake gespielt, die so schön traurig aussah und sich die Herzen der deutschen Zuschauer im Sturm eroberte. Sie war häufig in der BRAVO zu Gast. Steve, ihr Freund und Helfer, wurde von Steve Hodson gemimt, der in England sehr beliebt war und später noch einige Gastauftritte hatte. Christian Rodska spielte Ron, auch er war in Krimiserien zu sehen, und Slugger, gespielt von Arthur English, war in England ein gefeierter und beliebter Comedy Star. Am bekanntesten allerdings dürfte der Colonel Desmond Llewellyn sein, den Filmfans als "Q" in den James-Bond-Filmen kennen und der erst vor wenigen Jahren verstarb und von John Cleese ersetzt wurde.  

Dora und Steve

Auf Seite 2 geht es weiter mit Petes Erinnerungen, weiteren Fotos und dem Lightning-Tree-Text ...

 


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