Klementine und Co.

06.04.13

Wie ich im Eingangstext schon erwähnte - Werbung war ungeheuer wichtig für mich. Wenn ich mich an die Werbung der 70er erinnere, fällt mir natürlich als erstes immer die Waschmittelwerbung ein - es gab ja nicht nur den Persil-Mann, es gab auch Klementine, es gab Fakt (die Faust, die den Grauschleier einfach wegriss) und Dixan, es gab Wipp-Expreß... Und es gab den Weißen Riesen! Wer erinnert sich nicht an den Werbespot mit dem Hubschrauber und dem größten Bettlaken der Welt? Der Weiße Riese schaffte es, dass auch dieses Bettlaken wieder sauber wurde. "Nicht nur sauber, sondern rein" wusch Ariel und machte damit Persil gewaltig Konkurrenz. Die flotte Waschfrau Klementine, erstmals in den 60ern auf dem Bildschirm aufgetaucht, war selbst ein Markenartikel: ich behaupte mal, dass sie die bekannteste Werbefigur überhaupt in Deutschland ist. In Wirklichkeit heißt Klementine Johanna König und ist Schauspielerin. Warum sie die Rolle bekam und was sie heute noch davon hat, erzähle ich weiter unten...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Spots auf diesen Seiten nicht immer nach meinem eigenen Geschmack ausgesucht habe - man muss nehmen, was man kriegen kann, denn sie sind selten... Gerne hätte ich auch den Pril-Spot gebracht, aber den gab es leider nicht... Pril ist das erfolgreichste Spülmittel Deutschlands. In den 70ern gab es nur eine einzige Sorte, das "blaue" Pril. Heute gibt es mehrere Sorten - aber wer braucht sie alle?

 

Ich kaufe heute nur noch selten Pril - aber wenn doch einmal, denke ich immer an die Pril-Blumen, die in den 70er Jahren auf jeder Flasche klebten. Drei Pril-Blumen pro Flasche, und ich kippte damals viel mehr Pril ins Spülwasser als nötig, damit die nächste Flasche fällig war! Die Pril-Blumen klebten auf jeder Kachel und auf dem Kühlschrank - wir hatten wahrhaftig eine fröhliche Küche! Die Pril-Blumen sind heute Kult.

Was lernte ich noch aus der Werbung? Achselschweiß ist ein fürchterliches Schicksal... Damals gab es relativ wenige Deo-Marken, eben 8x4, mein Bac, Dein Bac, Riar, aber damit hatte es sich auch schon - nein, natürlich gab es noch Fa - die wilde Frische von Limonen sorgte dafür, dass wir frisch blieben.

Wenn einem so viel Gutes widerfährt, war das meist einen Asbach Uralt wert, denn im Asbach Uralt war der Geist des Weines... Den durfte ich damals allerdings noch nicht genießen, und ich trinke heute noch keinen Asbach Uralt, wenn mir tatsächlich mal Gutes widerfährt...

Komm, Briderchen trink... Kosakenkaffee!!! Auch das war eine Werbung, die mir im Gedächtnis geblieben ist. Schade, nirgendwo aufzutreiben...

 

Typische Produkte der 70er waren noch Tri-Top (ekelhaftes Zeug, wurde merkwürdigerweise jetzt wieder aufgelegt), Creme 21 (auch wieder da!), Afri Cola (Super-flower-pop-up-Cola, alles ist in Afri-Cola, ich mochte die Afri-Cola-Spots überhaupt nicht), Sugus, Sugus, Sugus von Suchard... Es gibt ein tolles Fruchtbonbon, Sugus von Suchard - brave Kinder kennen's schon, es schmeckt wunderbar... Die m&m's hießen noch Bonitos, und Twix noch Raider (aber ich glaube, es gab noch kein Raider in den 70ern, oder?), und auch die lila Kuh wurde erst in den 70ern lila... Ich liebte Schauma-Grüner-Apfel-Shampoo und Frottee-Trockenshampoo in der Dose zum Streuen... Später gab es das dann auch zum Sprühen. Man wusch sich noch nicht täglich die Haare, aber Teenagerhaare fetten eben schnell, und der leichte Grauschleier auf den Haaren fiel doch gar nicht auf... Hach, die 70er waren toll!

 

Dass der Zahnarzt überhaupt nicht bohren mußte, wenn ich mit Colgate putzte, wollte mir nicht in den Sinn, und ich blieb lange Zeit "Blendi" treu. Blendi war natürlich von Blendax, und sie schmeckte nach Erdbeere (oder Himbeere??? - Keine Ahnung, ich weiß nur, dass es nicht Kirsche war, das hätte ich vermutlich nicht gemocht). Ich putzte nicht sehr gern, und so mußte der Zahnarzt ziemlich oft bei mir bohren. Hätte ich doch nur Colgate genommen...

 

Und hier links dann die "erwachsene" Version von Blendi: blend-a-med! Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können! Alle Figuren in der blend-a-med-Werbung bissen stets in einen Apfel, und immer stellte sich heraus, dass das Zahnfleisch blutete - Parodontose war der Grund... Wieder ein neues Wort gelernt - und wir lernten auch, dass der Zahnarzt seiner Familie blend-a-med gibt. Später traten dann noch diverse Zahnarztfrauen auf, die behaupteten, Perlweiß sei das non-plus-ultra, aber das war wohl ein paar Jahre später erst. Also war blend-a-med zwar gut für das Zahnfleisch, aber es machte die Zähne nicht weiß? Oder wie mußte ich das verstehen? Fragen über Fragen...

Dann gab es noch Odol! Odol gab sympathischen Atem, und das war bei einem Teenager natürlich ungemein wichtig. Auch ich hatte immer eine Flasche Odol im Bad stehen, denn was gibt es schlimmeres als Mundgeruch? Der Alptraum eines jungen Mädchens: der angeschwärmte Junge macht endlich Annäherungsversuche, und dann...... Mundgeruch!!!!! Ich mochte Odol nicht, aber es war ein absolutes Muss, genauso wie die ersten "Fön-Festiger" von Gard und Poly. Ich mochte die Poly-Festiger am liebsten, es gab sie in Orange und Grün, eine runde Flasche mit Schraubverschluß, wenn ich mich recht erinnere, und es roch sehr gut...

Auf der nächsten Seite gibt es noch mehr Werbung der 70er und auch noch weitere Anzeigenmotive, aber ich hatte Euch ja noch die Klementine-Geschichte versprochen...

Klementine alias Johanna König wurde zum Casting von der beauftragten Werbeagentur geladen und durfte als erste vorsprechen, weil einer ihrer Hunde Junge bekam... Was für ein Glück! Sie bekam den Job und war von nun an "Klementine". In etlichen Werbespots wies sie immer wieder auf den kleinen Unterschied zwischen "sauber" und "rein" hin und bekannte irgendwann einmal in einem Interview: "Ich kenne ihn selbst nicht - rein ist sauber und sauber ist rein." Tja, wenn es Klementine selbst nicht weiß...

Johanna König war 16 Jahre lang - von 1968 bis 1984 "Klementine". Sie pries Ariel so glaubwürdig an, weil sie nach eigenen Angaben selbst damit wusch. Und wohl auch heute noch wäscht: Ihr Vertrag sichert ihr jeden Monat zwei Päckchen Ariel auf Lebenszeit zu... Wenn das kein Geschäft ist...

Und hier ein paar typische 70er-Jahre-Werbespots - und Klementine ist natürlich auch zu hören... Vielen Dank an Dennis, der mir die Spots zur Verfügung gestellt hat! (Hier waren bis vor kurzem fünf Werbespots zu hören, zwei musste ich wegen der Musikanteile entfernen, da ich nicht im Besitz einer gültigen GEMA-Lizenz bin, die Kosten sind zu hoch)

 

Werbung der 70er
  Title Time
Ariel 0:07'
Asbach Uralt 0:06'
Der Weiße Riese 0:20'

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