
11.07.09
vom Westernexperten Pete
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LANCER hieß die Serie, die mit einem ansprechenden Vorspann (Das Brandzeichen der Lancer-Ranch) und einer eingehenden Titelmelodie aufwarten konnte. In Deutschland lief sie Anfang der 70er im sonntagnachmittäglichen ARD-Programm und läutete so etwas wie das Ende des großen TV-Western ein. Offenbar war die Serie in der ARD (und dort waren seit "Maverick" und "Am Fuß der Blauen Berge" wahrlich kaum Westernserien gelaufen) als Gegenstück zu den ZDF-Westernhighlights "Die Leute von der Shiloh Ranch" oder auch "Big Valley" gedacht, aber die Rechnung wollte nicht so recht aufgehen.
Warum? Ganz einfach - wenn man Lancer heute
betrachtet, hat man das Gefühl, zwischen zwei Welten zu wandern. Einmal hat
die Serie schon noch Qualitäten und Atmosphäre der Spät-Sechziger,
andererseits sind aber auch die Einflüsse der Siebziger bereits deutlich
spürbar. Da wird streckenweise, wie das gegen Ende von "Bonanza" war, mit
matter Kamera und Zeitlupe gearbeitet, und oftmals kommen die Geschichten
nur recht langsam in Gang. |
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Dabei hätte LANCER zu einem Hit (auch in den USA) werden können. Die Darsteller waren durchweg sympathisch, es gab kaum Gewalt und die Stories hoben sich oftmals erfrischend von dem Einerlei vieler Westernserien ab. Man achtete darauf, nicht sehr oft die selben Schauspieler in immer verschiedenen Rollen auftreten zu lassen (dies war in BIG VALLEY beispielsweise aus Kostengründen der Fall), und man achtete auf schauspielerische Qualitäten. Es gab zahlreiche humorvolle Episoden, deren Humor aber nicht an den Haaren beigezogen und aufgesetzt wirkte wie beispielsweise bei "Bonanza" (ich sag' nur: "Hoss als Osterhase"), sondern wirklich noch aus der Situation und der Geschichte heraus entstand. Warum also war die Serie kein Erfolg? |
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Man kann für die USA nur vermuten, dass es am
unaufhaltsamen Abstieg des Fernsehwestern lag. LANCER kam einfach zu spät,
hatte zu wenig Action und war oftmals zu gefühlsduselig und "brav" für eine
amerikanische Westernserie und amerikanische Verhältnisse bzw. den Geschmack
der Amerikaner. In Deutschland dürfte sicherlich die Zensur einen
maßgeblichen Anteil an dem eher dürftigen Erfolg dieser Serie gehabt haben,
die ziemlich schnell in Vergessenheit geriet, bis Leo Kirch sie ins Programm
nahm. Denn man kürzte zahlreiche Episoden drastisch auf 43 Minuten herunter,
um nur ja den lieben Kleinen am Sonntag Nachmittag keine Schießerei
präsentieren zu müssen (hatte hier vielleicht der Bayrische Rundfunk gar die
Hand im Spiel?). |
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Der Schlusskampf in der Pilotfolge war derart verhunzt, dass dem Cutter offenbar jeglicher Sinn und Verstand gefehlt haben muss. Und in einigen Episoden verzichtete man sogar auf die Tag-Scene, also die "entspannende" Szene am Schluss, in der es meist eh nur Geplänkel und Gelächter gab. Es gab mitunter am Ende einer Folge ganz rapide Schnitte, dann die ohnehin verkürzte Abspannmusik, das war's. Zum Glück hat Premiere versucht, die Folgen möglichst in Originallänge zu zeigen, was jedoch auch nicht immer gelang. So sind manche Episoden gar 51 Minuten lang (für amerikanische Verhältnisse zu lang), andere dagegen nur 43 Minuten kurz. Worum geht es bei Lancer? - Das lest Ihr auf der nächsten Seite... Hier erst einmal die Titelmelodie (mit den erwähnten akustischen Schüssen!). |
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