Lou Grant

06.04.13

Die Serie "Lou Grant" ist eigentlich ein "Spin-off" von "Mary Tyler Moore", einer Sitcom - das wissen wahrscheinlich nicht alle. Demzufolge passt das Spin-off im Grunde gar nicht zur Originalserie.

Ich mochte die Serie sofort! Wahrscheinlich, weil mein Traumberuf schon immer Journalistin war. Und "Lou Grant" spielte im Journalisten-Milieu, bei einer Zeitung namens "Los Angeles Tribune". Lou Grant ist der Leiter der Lokalredaktion dieses Blattes. Die ganze Serie ist meist um ein oder zwei brisante Stories aufgebaut, die die Reporter dieser Lokalredaktion gerade schreiben. Da gibt es außer Lou Grant noch Joe Rossi (Robert Walden), Billie Newman (Linda Kelsey), Art Donovan (Jack Bannon) und den Fotografen Herb Herbert "Bestie" (Daryl Anderson).

 

Margaret Pynchon (Nancy Marchand), die Verlegerin der "Tribune" macht Lou das Leben recht schwer - aber im Grunde genommen mögen sich die beiden sehr, auch wenn Charlie Hume (Mason Adams), der Chefredakteur, da sehr oft vermitteln muss.

Für mich unterschied sich diese Serie wohltuend vom üblichen Serien-Einheitsbrei: sie war kritisch und zeigte, dass man nicht alles hinnehmen muss. Zudem machte sie nicht nur mir klar, warum die Pressefreiheit so wichtig ist.

Am meisten mochte ich Joe Rossi, den Reporter mit dem Mausgesicht, der alles für eine gute Story getan hätte... Auch Billie Newman, eine sehr kritische und unvoreingenommene Journalistin, fand ich gut. Aber eigentlich fand ich alles an Lou Grant gut - am meisten Spaß machten mir die kleinen - und manchmal auch großen - Zankereien von Joe und Billie, die mir schon von Anfang an klar machten, dass die beiden füreinander geschaffen waren... Irgendwann muss da auch mal was gelaufen sein, aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie es dazu kam... Vorher war Billie mit Art Donovan, dem Stellvertreter von Lou Grant, kurz zusammen.

 

Die Schauspieler waren alle klasse - dass Edward Asner ein großartiger Schauspieler ist, wusste ich bereits seit "Reich und Arm", wo er den brutalen Vater gab. Für "Lou Grant" bekam er einen "Emmy". Aber wie bereits erwähnt - für mich waren die Stars dieser Serie eindeutig Robert Walden und Linda Kelsey, aber auch die "Bestie" Daryl Anderson war als Fotograf einfach die Idealbesetzung.

Legendär bei "Lou Grant" war auch der Vorspann: es wurde gezeigt, wie eine Zeitung entsteht: Bäume werden gefällt, die Redaktion arbeitet, die Zeitung wird gedruckt und ausgefahren - bis ein Blatt davon zum Schluß unter einen Vogelkäfig gelegt wird... Fasziniert war ich auch davon, wie in diesem Vorspann die Zeitungen ausgefahren wurden und die Zeitungen dabei einfach aus dem Fenster der Autos geworfen wurden - aber wahrscheinlich standen die Zeitungsausfahrer gewaltig unter Leistungsdruck...

"Lou Grant" lief das erste Mal 1979 im ZDF, trotzdem gehört die Serie für mich in die frühen Achtziger. Bis Anfang 1982 lief sie jeden Samstag um 18.00 Uhr. Insgesamt gab es 114 Folgen,  die 54. Folge "Nazi" wurde in Deutschland nicht ausgestrahlt.

 


"Bestie" Daryl Anderson


Joe Rossi (Robert Walden)

 


Billie Newman (Linda Kelsey)

 


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