Michael Strogoff

13.12.14

Der Kurier des Zaren

 

Erinnerungen von TV-Nostalgie-Forum-Mitglied Mariposa

Erstaustrahlung am 28. Dezember 1976, 1. Januar 1977, 4. Januar 1977 und 6. Januar 1977

Darsteller:
Raimund Harmstorf als Michael Strogoff; Lorenza Guerrieri als Nadia Fedor; Valerio Popesco als Iwan Ogareff;
Rada Rassimov als Sangarre; Vernon Dobtcheff als Blount; Pierre Vernier als Jolivet sowie Jozsef Madaras als Feofar Khan u. v .a.

 

Gemäß seiner Tradition, jährlich für die Zeit um Weihnachten ein Werk der Weltliteratur in sein Programm aufzunehmen, schickte das ZDF im Dezember 1976 den "Kurier des Zaren" auf die Reise. Es war nicht die erste Filmfassung der bekannten Romanvorlage von Jules Verne, und es sollte auch nicht die letzte bleiben. Ich kannte den Roman und hatte so meine Vorstellungen von einer Verfilmung. Ob sie meinen Vorstellungen gerecht wurde: nun ja, teilweise …

Für mich war "Michael Strogoff" endlich die Erstaustrahlung eines Vierteilers, bei der ich mitreden konnte. Zuvor waren wir – bedingt durch ein älteres TV-Gerät - und auf Grund unserer schlechten Wohnlage gar nicht in der Lage, das Zweite zu empfangen. Als meine Tante uns ihren Fernseher vererbte, wurde das anders. Allerdings musste öfters die Zimmerantenne ausgerichtet werden, und selbst dann blieb es fraglich, ob Bild und Ton während der Sendung nicht schwanden. Die Ausrichtung der Antenne war Sache des Familienoberhauptes und ich erinnere mich noch gut an Sätze wie: "Rechts, rechts, dann kann man was erkennen" oder "mehr nach links" oder, bei den merkwürdigsten Verrenkungen, "Papa, bleib so stehen, so isses gut".


 

So hielt die Serie Einzug auf deutschen Bildschirmen

Da zwischen den Jahren im Nachmittagsprogramm auch "Zwei Jahre Ferien" wiederholt wurde, waren das Spannung und "Turnübungen" im Doppelpack. An solch aufregende Fernsehzeiten denke ich immer wieder gerne zurück.

 

Raimund Harmstorf in der Titelrolle

Der inzwischen leider verstorbene Raimund Harmstorf wurde mir zum liebsten Strogoff-Darsteller, und ihm möchte ich diese Seite auch widmen. Er kam – so stand es in der Programmzeitschrift – für die Rolle ins Gespräch, als er sich zukunftssicher auf einer einsamen Insel einrichtete. Da aber der Komfort des "einfachen Lebens" einer gewissen Finanzdecke bedarf, überlegte es sich der Naturburschentyp nochmals und ging an die Arbeit. Nach seinen Erfahrungen als "Seewolf" hätte ich erwartet, dass er besser schwimmen kann und seine Reitkünste haben mich auch nicht überzeugt, aber diese Mängel wurden durch seine sympathische Stimme sowie durch  zündende wie stimmungsvolle Begleitmusik von Vladimir Cosma wieder wettgemacht. Die Musik passte so gut, dass unsere Schulklasse sie sich damals sogar im Radio wünschte.

 

Es war ein bisschen unglaubwürdig, dass Nadia (Lorenza Guerrieri) immer wieder saubere und frisch gebügelte Blüschen aus dem Reisegepäck zauberte, obwohl sie mit dem Kurier des Zaren unterwegs war und viele Strapazen erdulden musste. Außerdem war sie mir etwas zu blond gefärbt.

Die rassige Zigeunerin Sangarre (Rada Rassimov) war damals schon Trendsetterin für eine wilde Haarpracht, wie sie Mitte der 80er Jahre für Männlein und Weiblein in Mode kommen sollte.

Am meisten beeindruckt aber hatte mich der tolle Valerio Popesco, der Iwan Ogareff mimte, den Gegenspieler Strogoffs. Er hatte so etwas Hoheitsvolles und avancierte schnell zu meinem Liebling. Auf Sangarre, die enge Kontakte mit dem Abtrünnigen pflegte, wurde ich sogar ein bisschen eifersüchtig.

 

 

Von links nach rechts: Lorenza Guerrieri als “Täubchen” Nadia, Rada Rassimov als skeptisches Zigeunerweib und Valerio Popesco als charismatischer Rebell

 

Nach diesem Ausflug in die Fernseh-Vergangenheit möchte ich nun aber zur Inhaltsangabe der einzelnen Folgen kommen:

Nach einem ins Auge und Ohr gehenden Vorspann war in der ersten Einstellung zu sehen, dass die Tataren Telegraphenleitungen kappen. Die Verbindungen nach Moskau sind unterbrochen, der Zar benötigt einen Kurier, um eine wichtige Nachricht zu seinem Bruder Dimitri nach Irkutsk zu schicken. Seine Wahl fällt dabei auf Rittmeister Michael Strogoff, einen sibirischen Bauernburschen, der sich in der Gegend gut auskennt. Er erhält ein Siegel, um sich auszuweisen, darf aber nicht auf Hilfe von Regierungsseite hoffen.

Er reist inkognito als Kaufmann und Tuchhändler - wirkt aber nicht sehr überzeugend. Zeitgleich gelingt dem Tatarenfürsten Ogareff mit Hilfe seiner Zigeunerfreundin Sangarre die Flucht aus der Zitadelle Twer. Er möchte die Tatarenstämme einen, um ein unabhängiges  Sibirien zu schaffen. Sangarre ist Ogareff eng verbunden, hat das zweite Gesicht und sieht Unheil für ihren Geliebten voraus. Sie hat auch eine vage Ahnung, dass ihm dieses Unheil vom Kurier des Zaren drohen könnte.

Die eifrigen und ein wenig aufdringlichen Journalisten Blount und Jolivet glauben dem rätselhaften Kaufmann auf die Schliche zu kommen und heften sich an seine Fersen. Auch die Polizei ist hinter Michael her, weil sie ihn für Ogareff hält. Es dauert auch gar nicht mehr lange, da treffen Michael und der richtige Ogareff aufeinander.

 

Um Harmlosigkeit vorzutäuschen, schließt Strogoff sich mit Nadia Fedor zusammen, die er unterwegs kennen lernt und aus einer peinlichen Situation rettet. Nadia ist unterwegs zu ihrem nach Sibirien verbannten Vater und erklärt sich, nicht zuletzt zu ihrem eigenen Schutz bereit, Michaels Ehefrau zu spielen und unbewusst zu seiner Tarnung beizutragen. Bald schon erregt das Ehepaar Aufmerksamkeit.  

Als die Reisenden es mit Gaunern, wild gewordenen Hunden und einem Bären zu tun bekommen kann sich Nadia vom Mut ihres Reisegefährten und "Ehemannes" überzeugen. "Eine Frau muss ihrem Mann überall hin folgen", so war es mehrmals während der ersten Folge zu hören ...


Ständig in Eile auf ihrer abenteuerlichen Reise gen Osten

 

Ohne Angabe von Gründen vermeidet Michael eine Konfrontation mit Angehörigen der Zarenarmee, und bei einem Kampf um die letzten Gespannpferde zieht er gegen Ogareff den Kürzeren. Obwohl sie ihn sehr schätzt, erleidet Nadias Vertrauen in und die Bewunderung für ihren Begleiter einen kleinen Knacks.

 

 

Eine Leidenschaft die Leiden schafft brennt zwischen Sangarre und Iwan Ogareff; 
bei Nadia und Michael ist es anfangs  eher Kameradschaft, verbunden mit einem gewissen erotischem Knistern.

 

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