
03.06.11
Franks Begegnung mit Mary Tyler Moore
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Anfang der 70er Jahre tauchte ein neues Gesicht im Regionalprogramm des Ersten auf. Mary Tyler Moore in der Rolle der Mary Richards eroberte den Bildschirm und mich auch. Erst im Rückblick weiß ich, dass diese Serie etwas Neuartiges für die damalige Zeit war. Sie zeigte eine junge, berufstätige, unabhängige Frau, die keine feste Beziehung hatte und auch keine wollte, auch wenn sie durchaus Männerbekanntschaften suchte. Das war ungewöhnlich, entsprach aber auch dem sich wandelnden Frauenbild jener Tage, macht allerdings die Serie in gewissem Maße zeitgebunden, denn heute ist das ja nun nichts Besonderes. Doch für mich als 14jährigen zählte nur eins: Mary war attraktiv und sympathisch, dabei nicht mal blond (!) und ich verpasste möglichst keine Folge. Mary hatte gerade eine gescheiterte Beziehung hinter sich und wollte in einer anderen Stadt einen Neuanfang wagen. Und das, was sie vor allem auf ihrer Arbeitsstelle, der Nachrichtenredaktion eines Fernsehsenders in Minneapolis so alles erlebte, bereitete Vergnügen, auch wenn Marys Welt nicht immer heil war. Bei uns trug die Serie den Titel "Oh Mary!"
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Da gab es den Chef, Mister
Lou
Grant: Harte Schale, aber weicher Kern. Mary, die als
Redaktionsassistentin und manchmal auch als Mr. Grants Sekretärin
arbeitet, bringt es mit seiner Unterstützung zum Schluss bis zur
Produzentin der Nachrichtensendung. |
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Dem Vorspann nachempfunden: die Statue vor dem Schauplatz der Serie in Minneapolis |
Das feste Ensemble wird vervollständigt von Marys Freundin Rhoda Morgenstern (Valerie Harper), die nie verstehen kann, wie Mary immer wieder die tollsten Männer abblitzen lässt. Ab und zu taucht auch noch Marys Vermieterin Phillys Lindström (Cloris Leachman) auf, die im gleichen Haus wohnt und mit herablassendem Mitleid Marys Alleinleben (ohne Ehemann!) beurteilt. Im rückblickenden Resümee überwogen beinahe die weniger sympathischen Charaktere in dieser Serie, und selbst Mary wurde mit der Zeit etwas nervig, da ihre Unfähigkeit, sich endlich mal an einen neuen Partner zu binden, sich nach meinem damaligen Empfinden und Verständnis durch ein gewisses Maß an Zickigkeit ausdrückte. Andererseits wünschte man sich schließlich auch als Zuschauer irgendwann mal ein Happy End, das nie kam. Aber trotzdem denke ich mit Wehmut zurück, als der Fernsehsender dichtgemacht wurde, Mary in der Schlussszene das Licht löschte und die Bürotür der Nachrichtenredaktion sich für immer schloss. Damit hatte die "Mary Tyler Moore Show" ihr Ende gefunden.
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Anmerkung: Aus dieser Serie wurde das Spin-Off "Lou Grant" entwickelt. Der Chef von Mary ging nach Los Angeles, um dort die Lokalredaktion der Los Angeles Tribune zu leiten. Diese Serie war eine der wenigen, die erfolgreicher waren als das Original. |
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