
29.05.11
... der
Räuberhauptmann
von Pete
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An Weihnachten
des Jahres 1968 fand sich unter all meinen Geschenken auf dem Gabentisch ein
Buch, das ich beim vorweihnachtlichen Einkauf in den nahe gelegenen
Großstädten bereits mehrfach in der Hand gehalten und mich gefragt hatte, ob
ich es denn wohl zu Weihnachten bekommen würde. Das Buch hieß "Rinaldo
Rinaldini, der Räuberhauptmann" und stammte aus der Feder von
Christian August Vulpius, dem Schwager des großen deutschen Dichters Johann
Wolfgang von Goethe. Natürlich war Vulpius’ Räuberballade aus dem 18.
Jahrhundert für die (jungen) Leser der späten 1960er Jahre entsprechend
zeitgenössisch bearbeitet worden und erfreute sich insbesondere wegen der
zeitgleich im Vorabendprogramm der ARD ausgestrahlten gleichnamigen
Fernsehserie neuer Beliebtheit. |
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© aller Fotos: hrMedia (Hessischer Rundfunk)/Screenshots aus den DVDs - Bilder stammen aus den Folgen "Die Falle", "Der Graf von Ticino", "Das trojanische Pferd", "Aurelia" und "Die Hinrichtung". |
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Im Gegensatz zu
dem historischen Abenteuerroman von Vulpius, der sich den historisch
belegten, in Italien berüchtigten Räuberhauptmann Angelo Ducca zum Vorbild
für seinen fiktiven Räuberhauptmann genommen haben soll, anderen Quellen
zufolge seine Hauptfigur aber an den legendären Banditen "Fra Diavolo"
angelehnt haben soll, der zumindest Opernfans und natürlich den Fans von
"Dick und Doof" bekannt sein dürfte, die ja auch mit Fra Diavolo und seiner
Bande zu tun bekommen, behandelt Dhans Fernsehbuch jedoch lediglich die
ersten vier Episoden der Fernsehserie. |
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Als Räuber bestiehlt er mit seiner Bande die Reichen und hilft den Armen, wodurch er rasch zum Volkshelden stilisiert wird. Doch Rinaldos Ziele sind nicht ganz so hehr – er will einfach nur Rache für das Unrecht, das an seinem Vater und ihm begangen wurde. Denn der verbrecherische Marchese Cavalcanti brachte einst Rinaldos Vater durch ein heimtückisches Intrigenspiel um Besitz und Leben und beanspruchte das väterliche Schloss Altaverde im Süden Italiens für sich. Rinaldo, der Sohn des Grafen Altaverde, versteckte sich in den Bergen der Toskana, scharte einige Halsabschneider um sich und gelangte als Räuberhauptmann zu zweifelhaftem Ruhm. Hier setzt denn auch die Geschichte der erfolgreichen Fernsehserie ein, die der Hessische Rundfunk im Spätherbst 1968 ausstrahlte. Wir erleben mit, wie die hübsche Zigeunerin Rosalia als einziges weibliches Wesen zu Rinaldo Rinaldinis Räuberbande stößt und fortan nicht mehr von der Seite des von ihr vergötterten Bandenführers weicht. |
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Rosalia mimt dabei meist den "Pagen" des gerne als "Graf Ticino" auftretenden Räuberhauptmannes und gerät mit ihm zusammen nicht selten in brenzlige Situationen. Doch Rinaldo Rinaldini ist ein Fuchs. Er entgeht immer wieder den Fallen, die ihm die Obrigkeit stellt. Die unwegsamen Berge der Toskana (denen als Drehort die jugoslawischen Felslandschaften dienten) sind sein Zuhause und sein Schlupfwinkel, und sein einziger Vertrauter ist der Einsiedler "Fra Donato", in Wirklichkeit der "Weise von Fronteja" und seines Zeichens Anführer einer Geheimloge, die sich gegen die korrupte Obrigkeit im Lande stellt. Immer wieder kreuzen schöne Frauen den Weg des Räuberhauptmanns, allen voran die blonde Aurelia, der Rinaldos Herz gehört. |
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Doch ein Glück ist ihrer Liebe leider nicht beschieden, und erst nachdem Aurelia sich ins Kloster zurückgezogen hat und Rinaldo weiteren Damen den Kopf verdreht hat, besinnt er sich darauf, dass die Hübscheste von allen doch an seiner Seite kämpft ...und schenkt seine Liebe der schönen Zigeunerin Rosalia. |
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Sowohl Marchese
Cavalcanti, sowie dessen durchtriebenem und hinterlistigem Berater
Serpentino und anderen Obristen mag es einfach nicht gelingen, des
Räuberhauptmanns habhaft zu werden. Schließlich gelingt es Rinaldo zwar,
seine Rache zu vollenden, doch selbst der wagemutigste Fuchs bricht sich
irgendwann den Hals – und so wird ihm am Ende die Eifersucht einer von ihm
verschmähten Frau zum Verhängnis ... |
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An seiner Seite brillierten Ursula (Uschi) Mellin als hübsche Zigeunerin Rosalia und Ursula Heyer als schöne, aber gefährliche Olympia Darancourt. Brilliant besetzt war insbesondere auch die Rolle des durchtriebenen Serpentino (ein gleichfalls genialer Name für einen Serienschurken, ist "Serpentino" doch aalglatt wie eine Schlange ...) mit dem Schauspieler Alexis von Hagemeister, der wirklich erstklassig spielte und stellenweise an seinen Kollegen Herbert Fleischmann erinnerte. |
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Damals war ich neun Jahre alt und wir hatten natürlich noch einen Schwarzweiß-Fernseher, wodurch ich erst durch die DVD-Edition in den Genuss kam, die üppig und liebevoll ausgestattete Serie in Farbe zu sehen. Doch das Schwarzweiß-Bild tat dem Fernsehvergnügen keinen Abbruch. Zudem waren ja auch die Bilder im Fernsehbuch nicht in Farbe. Obwohl mir das Ende der Serie entfallen war, so waren mir doch markante Episoden wie "Das trojanische Pferd" im Gedächtnis geblieben. Rosalia hatte natürlich mein junges Herz im Sturm erobert, und so war ich denn doch auch ein wenig traurig, dass die Serie bereits nach nur 13 Episoden endete. Ein Wiedersehen mit Fred Williams gab es in der Erfolgsserie "Salto Mortale", und nicht lange danach verschwand Fred vom Bildschirm und tauchte in München in die Welt der Haute Couture ein – sehr zum Leidwesen zahlreicher weiblicher Fans und vor allem all jener Schauspielerinnen, die zweifelsohne gerne an seiner Seite gespielt hätten. |
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Auf Seite 2 geht es weiter mit
Petes Betrachtungen zu dieser Abenteuerserie, ebenso den Link zur DVD,
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