Shows der 70er

05.04.13

Rudi, Wim und Hänschen Rosenthal - das war Spitze!

Screenshot: Radio Bremen

Natürlich liegt der Schwerpunkt dieser Homepage auf Serien, das ist schon klar - trotzdem wäre "Fernsehen der 70er" für mich einfach unvollständig ohne die Fernsehshows, die damals ausgestrahlt wurden.

Was war es für ein tolles Gefühl, am Samstag oder auch am Donnerstag Abend mit den Kandidaten mitzufiebern, mitzuraten... Am liebsten mochte ich sicher "Am laufenden Band" - da litt ich wirklich mit, wenn die Kandidaten nur Sekunden hatten, um die Gegenstände aufzuzählen, die auf dem Laufband lagen... Und was mochte hinter dem Fragezeichen stecken? Manchmal hatte der Kandidat Glück (das Fragezeichen wurde meines Wissens nach nie in der Aufzählung vergessen) und gewann eine Reise. Ein Mega-Preis damals - gar nicht zu vergleichen mit den Millionen der heutigen Shows... Rudi Carrell war auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Informationen zu "Am laufenden Band" gibt es, wenn Ihr auf den entsprechenden Button unten klickt.

 

Zu den Donnerstag-Abend-Shows gehörten "Drei mal neun" und "Der große Preis", beide moderiert von Wim Thoelke,  und beide standen unter der Schirmherrschaft der Aktion Sorgenkind, die erst vor einigen Jahren in "Aktion Mensch" umbenannt wurde.

Wim Thoelke war eigentlich Sportreporter (u. a. moderierte er ja auch "Das Aktuelle Sportstudio") und war als Showmaster ein wenig zurückhaltend, ungeschickt agierend. Ich mochte Wim Thoelke jedoch trotzdem recht gern - er war immer höflich und freundlich, niemals hektisch, was seinen Kandidaten sicher zu gute kam.

Wer erinnert sich nicht an die legendäre "Drei mal neun"-Sendung, als Uri Geller Löffel verbog (oder waren es Gabeln, ich weiß es einfach nicht mehr)? Damals behaupteten Zuschauer vor den Bildschirmen ja, dass auch bei Ihnen in der Wohnung, ganz ohne Fremdeinwirkung, das gleiche passiert sei. Na ja - so ganz kann ich das wirklich nicht glauben...

 

Uri Geller verbiegt Löffel

 

Nach "Drei mal neun" kam "Der Große Preis" - hierzu habe ich eine eigene Seite erstellt.

 

Blacky Fuchsberger und sein Affe...

 

"Auf los geht's los" war wieder Samstagabend-Unterhaltung. Ich mochte Joachim Fuchsberger nicht so sehr, weil er sehr selbstgefällig war und eher dazu neigte, sich selbst in den Vordergrund zu stellen als seine Kandidaten. Trotzdem machte die Show enormen Spaß! Das lag hauptsächlich an den Wortspielen, also den Umschreibungen, auf Grund derer die Kandidaten die Lösung erraten mussten. Im Gedächtnis geblieben als die "Top-Lieferanten" für die merkwürdigsten Umschreibungen sind mir die Namen Hermann Honigfort und Anneliese Schafhauser - besonders ersterer muss mehrere hundert Begriffe eingeschickt haben...

Am Ende der Sendung stand immer eine Treppe, die man erklimmen musste. Blacky Fuchsberger stellte Fragen, bei jeder richtigen Antwort durfte man eine Stufe höher - wer als erster oben war, hatte gewonnen... Legendär ist die Show, als Blacky Fuchsberger im Nachthemd moderierte - er hatte bei "Wetten dass..." eine Wette verloren und musste die gesamte Show im Nachthemd verbringen...

Mit "Dalli Dalli" sind wir dann wieder am Donnerstag. Ich habe diese Sendung zuerst heiß geliebt - später, als ich älter wurde, fand ich sie nur noch langweilig. Dalli Dalli war eine Ratesendung, in der es - oh Wunder - um Schnelligkeit ging. Mehr oder weniger prominente Menschen mussten innerhalb 15 Sekunden Assoziationen zu einem bestimmten Begriff herstellen. Das war oft nicht einfach, und wenn ein Wort doppelt vorkam, wurde dieses wieder abgezogen. Der Erlös der Sendung ging immer an einen guten Zweck - Riesengewinne gab es nicht. Erst in den späteren Jahren durfte ein Zuschauer mitmachen, aber auch da gab es nur kleinere Geldgewinne. Dieser Zuschauer wurde dann meist von Zeichner Oscar skizziert, der auch in jeder Sendung (warum eigentlich?) anwesend war.

 

 

Dann gab es noch die Jury: da war erst einmal der Berliner Schauspieler Ekkehardt Fritsch (er war toll!), der als Oberschiedsrichter fungierte und dann noch die beiden Fernsehansagerinnen Brigitte Xander vom ORF und Mady Riehl vom ZDF. In den ersten Sendungen habe ich Brigitte Xander bewundert, wie schnell sie immer alles zusammengerechnet hatte - bis ich drauf kam, dass sie einen Taschenrechner benutzte... Mady Riehl war dafür zuständig, die erspielte Summe in Schilling umzurechnen - was mir heute unlogisch erscheint, da Brigitte Xander als Österreicherin da geradezu prädestiniert war... (Anm.: Brigitte Xander starb im Oktober 2008, Ekkehard Fritsch bereits im November 1987).

Monika Sundermann war die Assistentin von Hans Rosenthal - total unscheinbar und unauffällig - und auch bei ihr habe ich nie verstanden, warum sie eigentlich da war...

"Sie sind der Meinung, das war Spitze!" Jedesmal, wenn ein Kandidatenpaar besonders schnell war, sprang Hans Rosenthal begeistert in die Luft. Irgendwann kam mal ein Regisseur auf die Idee, das per Standbild festzuhalten - so entstanden dann diese etwas dämlichen Fotos. Aber obwohl ich "Dalli Dalli" am Ende ziemlich spießig fand - im Gegensatz zu heute waren die Shows sehr viel liebevoller gemacht, und man merkte, dass die Showmaster dahinter standen. Rudi Carrell, Wim Thoelke, Joachim Fuchsberger und Hans Rosenthal haben großes Fernsehen gemacht - es war kein Vergleich zu den heutigen Chart-Shows a lá RTL, die alle von dem unsäglichen Oliver Geißen präsentiert werden. Erwähnt werden müssen natürlich auch noch Hans-Joachim Kulenkampff, Dietmar Schönherr und Peter Frankenfeld, die ebenfalls Show-Geschichte schrieben. Wenn ich allein an die "Zubereitung einer Bowle" denke... Und die Sprüche von Kuli sind allesamt Kult, genau wie das legendäre "Wünsch Dir was". Diese Sendung ist nur deshalb hier nicht vertreten, weil ich sie höchstens ein- oder zweimal gesehen habe, und daher keinen Bezug dazu habe.

Hans Rosenthal und Wim Thoelke sind leider schon verstorben. Joachim Fuchsberger arbeitet noch als Schauspieler, nachdem er lange Jahre in seiner Wahlheimat Australien Dokumentationen für die ARD gedreht hat - seine Reihe "Terra Australis" habe ich fast komplett auf VHS. Rudi Carrell produzierte jahrelang noch "7 Tage - 7 Köpfe" bei RTL und war in der Anfangszeit auch selbst dabei. Im Juli 2006 starb er an Krebs.

Leider musste ich die Melodien mangels einer gültigen GEMA-Lizenz entfernen - geblieben ist Hans Rosenthal:

Shows der 70er
  Wer/Was Title Time
Hans Rosenthal Das war Spitze! 0:04'

Zumindest von "Dalli Dalli" ist eine "Das Beste aus ..."-DVD erschienen, diese ist direkt über diese Seite, aber auch bei jedem anderen Online-Händler, z. B. bestellbar:

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