Strahlerküsse

08.12.13

Colgate schaffte es nicht, mich von "Blendi" abzubringen, aber  eine andere Zahncreme der gleichen Firma: "Strahler 70"! Keine andere Werbung beeindruckte mich mehr in den 70ern. Der Komponist Christian Bruhn hat nicht nur tolle Titelmelodien für Fernsehserien geschrieben, sondern auch großartige Werbemelodien, und mit "Strahler 70" ist ihm ein toller Wurf gelungen! Ihr könnt den Spot in voller Länge auf dieser Seite hören.

An die Mentadent-C-Werbung konnte ich mich gar nicht mehr erinnern, wenn ich ehrlich bin. Nun, wer Strahler 70 hatte - wer brauchte da noch Mentadent C oder gar Dr. Best?

Es gab sogar noch "Strahler 75", angeblich auch noch "Strahler 80", aber daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern...

1972 startete die Aktion "Das größte Wäschestück der Welt". 600 qm war es groß und wurde im Münchner Olympiastadion, auf einem Bauernhof oder einem Frachtschiff kräftig verdreckt. Anschließend wurde es in einem Swimmingpool gewaschen und von einem Hubschrauber am Fernsehturm zum Trocknen aufgehängt... Der Wahnsinn! Es war eine recht erfolgreiche Werbung, die insgesamt vier Jahre lief.

Creme 21 - die junge Creme - sollte Nivea Konkurrenz machen. Das war gar nicht leicht, zumal Nivea eine absolute Kult-Marke ist, nur dass man damals noch nicht so recht wusste, was Kult bedeutete... Creme 21 verbindet man heute noch mit den 70ern, und heute ist sie auch Kult. Den Marktanteilen der Nivea konnte Creme 21 (von Henkel Kosmetik) niemals schaden, aber wer hätte gedacht, dass 30 Jahre später die gute Creme 21 wieder in den Regalen der Supermärkte erhältlich ist? Ich nicht...

 

 

 

Die Firma Henkel hatte es in den 70ern gar nicht leicht - Colgate Palmolive und Procter & Gamble drängten immer mehr auf den deutschen Markt. Es gab Ajax ("der weiße Wirbelwind") und es gab "Meister Proper" - und was hatte Henkel? Es gab Imi und Dor, aber die waren mittlerweile auf dem Rückzug. Also erfand man die "General-Reinigung". Man hatte zuvor überlegt, den neuen Reiniger "Gouverneur" zu nennen, entschied sich aber dann doch für "Der General". Ein flotter Spot mit eingängiger Musik wurde gedreht, und die Deutschen schwenkten um - statt Ajax und Meister Proper gab es plötzlich den "General", und Henkel eroberte seine Marktanteile wieder zurück, wurde wieder die Nummer 1 auf dem Reinigungsmittel-Markt. Übrigens wurde der "General"-Spot sogar in den USA als einer der weltbesten Werbefilme ausgezeichnet.

Meister Proper dagegen ist ein amerikanisches Produkt - von der Firma Procter & Gamble. "Mr. Clean" hieß der Gute in den USA. 1967 kam er erstmals nach Deutschland, und bereits 1971 überholte er Dor, Ajax und Imi. Die Werbung tat da sicher ihr Stück dazu, es hatte schon was, wenn Meister Proper auftrat und der Hausfrau zeigte, wie er mit seiner Spiegelkraft alles zum Glänzen brachte. Ich war auch fasziniert, habe aber trotz Meister Proper nie erlebt, wie meine Mutter unseren Linoleum-Fußboden so sauber kriegte, dass er glänzte. Aber merkwürdigerweise putzte Meister Proper auch nur Kachelböden... Heute heißt Meister Proper übrigens nicht mehr "Meister", er heißt "Mr." - mir unbegreiflich, wie man eine in Deutschland derart bekannte Marke so verunstalten kann. Aber Procter & Gamble macht das ja öfter, wenn ich nur an "Fairy" und "Dawn" denke. Aber heute heißt "Fairy" ja auch wieder "Fairy"!

 

 

An die Werbung aus den 70ern kann ich mich noch so gut erinnern, als ob es gestern erst gewesen wäre. Es ist schon merkwürdig, wie viel einem im Gedächtnis bleibt, wenn man es oft genug sieht. Es gibt Fernsehserien, an deren Handlung ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann, aber wenn ich einen Werbespot aus dieser Zeit höre oder sehe, kann ich mitsingen oder mitsprechen, und mitunter ist sogar der Nostalgie-Effekt größer als bei den Serien... Ich höre heute noch den Hubschrauber in der "Weißer-Riese"-Werbung, die Melodie aus der "General"-Werbung und würde die Stimme von "Karin Sommer" immer erkennen, auch wenn sie nicht über Jacobs-Kaffee spricht...

 

Rexona lässt Sie nicht im Stich! Was für ein gutes Gefühl - egal, wie dick es kommen konnte, wie sehr man unter Stress oder anderen Dingen des Alltags litt, Rexona war da, und Achselschweiß kein Thema... Rexona war kein Deo im klassischen Sinn, es war ein "Antitranspirant" (letzten Endes war es natürlich nichts anderes als ein Deo), es hielt die Achsel deofrisch. Schweißränder waren tabu. Das versprach natürlich nicht nur Rexona, es gab noch 8x4, Fa und diverse andere Deosprays. Jil Sander, damals noch nicht so bekannt wie heute, meinte: "An meine Haut lasse ich nur Wasser und CD".

Lux war bereits in den 60ern die Seife der Filmstars, es gab kaum einen bekannten weiblichen Filmstar, der nicht für Lux geworben hätte. Senta Berger, Heidi Brühl, Hildegard Knef, Lilo Pulver, Elke Sommer, Marika Rökk, Vera Tschechowa, Heidelinde Weis, Romy Schneider, Vivi Bach, Marianne Koch - alle wuschen sich mit Lux, und bei allen war Lux das Geheimnis ihres guten Aussehens. Wenn es doch nur so einfach wäre... Wie lautete die Aussage des Herstellers Lever Sunlicht - "Neun von zehn Filmstars nehmen Lux" - und was nahm der zehnte?

Die kauften wahrscheinlich bei der Avon-Beraterin. Gibt es heute eigentlich noch Avon-Beraterinnen? In den 60er und 70er Jahren jedenfalls war die Avon-Beraterin immer ein gern gesehener Gast...

 

Über was reden Frauen - mal abgesehen von Männern - am liebsten und am ausführlichsten? Richtig - über Haare und Frisuren. Das fängt ungefähr mit 10 Jahren an und endet irgendwann mit 80, denke ich. Das Thema ist einfach unerschöpflich, und auch ich kann natürlich verstehen, warum man sich mies fühlt, wenn die Haare nicht sitzen. Heute gibt es Hunderte von Haarpflegemitteln, angefangen vom Shampoo bis zum Haarlack. In den 70ern gab es nur einige bekannte Marken - ich bevorzugte Poly von Henkel. Aber es gab natürlich auch die Firma Schwarzkopf (heute sinnigerweise Schwarzkopf & Henkel oder heißt es Henkel & Schwarzkopf - egal), die bereits mit den Taft-Produkten oder auch mit Gliss recht erfolgreich war. Mein Stiefvater benutzte Gliss - ich hasste das Zeug, aber er schwor darauf.  Und dann gab es noch Schauma Shampoo! Damals warb noch nicht Verona Feldbusch, aber trotzdem war das Produkt außerordentlich erfolgreich. Bereits in den 70ern kräftigte Schauma Shampoo das Haar bis in die Spitzen...

Das Gard Haarstudio habe ich ja bereits einmal an anderer Stelle erwähnt - es war einfach eine Institution. Kurz vor halb acht im ZDF an jedem Donnerstag war es soweit - die wirklichen Probleme der Frau wurden im Gard Haarstudio besprochen - und natürlich gelöst... Schade, dass es das nicht mehr gibt!

"Nimm den Husten nicht so schwer, jetzt kommt der Hustinetten-Bär"... So klang es in den 70ern. Der Hustinetten-Bär war eine der erfolgreichsten Werbefiguren überhaupt. Die Hustinetten wurden von Beiersdorf hergestellt, der Nivea-Creme-Firma, gezeichnet wurde der Bär von Roland Töpfer, dem Macher des HB-Männchens, gesungen von Kammersänger Heinz Hagenau von der Oper Frankfurt.  Leider gab Beiersdorf 1986 den Vertrieb an eine andere Firma - seitdem darf der Hustinetten-Bär nicht mehr auftreten und singen...

Die Drei Musketiere sind nicht nur aus der Literatur bekannt - fast jedes Kind weiß auch, dass sie gerne Haselnusstafeln essen... Aber nicht nur das! Lange bevor sie Hanuta entdeckten, tranken sie Wicküler Bier!

Ja, das war mein kleiner Streifzug durch die 70er-Jahre-Werbung - ich weiß selbst, dass er nicht vollständig ist... Es gibt nicht so viel Material hierzu, deshalb wäre ich wirklich für Hilfe dankbar (Anzeigen, Texte, Audio-Spots).

 

 

 

Danke für das Bildmaterial (Hustinetten-Bär) an Kaschi!

 

"Komm Briderchen trink... Kosakenkaffee..." Leider konnte ich das Soundfile hierzu bisher nicht ausfindig machen - aber ein Foto einer alten Flasche aus den 70er Jahren, die bei einem sehr lieben tvforen-Kollegen zu Hause steht! "Jediklaus" war so nett und hat mir das seltene Stück fotografiert, vielen Dank an Klaus! - Wenn jetzt noch einer die Werbung hätte, wäre das die Krönung dieser Werbeseite. Wer die Werbung kennt, weiß, was ich meine!

Mark, ein Besucher meiner Homepage, hat mir netterweise eine Anzeige aus einem alten Yps-Heft zur Verfügung gestellt, die eigentlich sogar ins "Fernsehen der 70er" passt, obwohl es eine Werbeanzeige ist. Wer erinnert sich nicht an Helmut Scheuer, den stummen Bastelonkel aus dem  ZDF - wer hat da nicht "Zugeschaut und mitgebaut"? - Antwort: keiner, vorbereiten konnte man sich nämlich nicht, weil Herr Scheuer immer unangemeldet auf dem Bildschirm erschien...

 

Und hier leider nur noch zwei Werbespots  ("Musikalische" Werbespots mussten entfernt werden)

Noch mehr Werbung der 70er
  Title Time
Mentadent C 0:30'
Wicküler Bier 0:09'

 

"Strahler 70" von Christian Bruhn ist mit vielen anderen tollen Werbesongs auf diesen CDs erschienen:

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Da werden viele Erinnerungen wach und obendrein wird bewiesen, dass auch Werbespots Riesenspaß machen können...

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