Strassenfeger...

29.06.13

...von Herbert Reinecker

Erinnerungen von Pete

 Ja, das waren sie - drei Dreiteiler aus der Feder von Herbert Reinecker, und sie waren das, was es heute nie wieder gibt:

"Strassenfeger"

 Nachdem die ARD bereits mit zahlreichen Francis Durbridge-Adaptionen das Publikum gefesselt hatte, zog 1967 endlich das Zweite nach, und gab Herbert Reinecker nach seinem Riesenerfolg "Die Fünfte Kolonne"  den Auftrag, einen Strassenfeger zu schreiben. Und der Mann langte in die Tasten und schuf:

 

DER TOD LÄUFT HINTERHER (1967)

Mit Joachim Fuchsberger und einer etwas bieder wirkenden Marianne Koch als Zugpferde musste dieser Krimidreiteiler ein Gassenhauer werden. Wurde er auch.

Blacky Fuchsberger spielt den Ingenieur Edward Morrison, der nach England kommt, um seine Schwester zu besuchen. Doch die hatte sich kurz zuvor einem LKW in den Weg gestellt. Edward Morrison ist ein neugieriger Mensch und will sich mit den Tatsachen nicht abfinden. Und da er nun mal schnüffelt, kommt er einer internationalen Verbrecherorganisation auf die Spur, die er bis nach Frankreich jagt...

 

Die Serie bestand aus drei Teilen á rund 70 Minuten. Am Ende der ersten beiden Teile gerät Blacky Fuchsberger in eine schier ausweglose Situation, ein Konzept, das schon die klassischen Serials aus den USA der 30er Jahre kannten. Der Held gerät in eine prekäre Situation, und die Auflösung, wie er davon kommt, erfährt man erst eine Woche später.

Die Rechnung ging auf. DER TOD LÄUFT HINTERHER war, nach Blacky Fuchsbergers bemerkenswertem Fünfteiler "Nero Wolfe - Zu viele Köche", ein ernstzunehmender Konkurrent für die Durbridge-Krimis. Blacky war ein Publikumsliebling und Garant für Einschaltquoten, und so fegte er mit seiner Hatz nach den Mördern seiner Schwester die Straßen leer.

 

Für all jene, die nun vermuten, dass Herbert Reinecker hier sein Publikum schon mit dem später unerträglichen Psycho-Geschwalle eines Stephan Derrick langweilte, sei hinzugefügt, dass dem nicht so ist. Bei weitem nicht. Seine drei Straßenfeger sind temporeiche Krimispannung vom Feinsten.

Nun, ausgeruht hat sich weder Herbert Reinecker noch das Zet De Eff, denn bereits ein Jahr später fesselte Reinecker sein Publikum mit einem weiteren Straßenfeger in die Wohnzimmersessel. Diesmal war die Geschichte so spannend und temporeich, dass Vatta sein Bier vergaß und Mamma das Strickzeug sinken ließ (mein Dad ist ausnahmsweise mal NICHT vor der Glotze eingeschlafen...).

 

BABECK - so heißt der große Drahtzieher und Mann im Hintergrund, der die Fäden eines internationalen Verbrechersyndikats zieht. Niemand kennt Babeck. Niemand weiß, wie er aussieht. Aber was Babeck sagt, wird gemacht. Bedingungslos. Deshalb muss ein Provinzarzt auch einen umherziehenden Scherenschleifer um die Ecke bringen. Doch er macht einen Fehler.

Denn der Sohnemann des Scherenschleifers, gespielt von einem großartigen Helmut Lohner, ist auf der Suche nach seinem alten Herrn und kommt dem Mord auf die Spur. Blöd für den Arzt, der ein unverdientes Ende findet, und blöd für Lohner, der zwar eine hübsche Cordula Trantow kennen- und lieben lernt, aber auch in die Schusslinie von Babecks Angestellten gerät eine Spur von Toten hinter sich lässt. Mehrfach versucht man ihn um die Ecke zu bringen, doch er gibt nicht auf. Und die Beharrlichkeit zahlt sich aus, denn in Italien steht er endlich dem Mann gegenüber, der seinen Vater auf dem Gewissen hat: BABECK! Aber die Begegnung sieht anders aus als erwartet...

 

Babeck war und ist ein echter Hammer. Nie war Herbert Reinecker spannender. Hier stimmte alles - die großartige Atmosphäre, die Geschichte, die wunderbare schauspielerische Leistung und die Hauptdarsteller, eine Riege der besten Schauspieler ihrer Zeit, von Helmut Lohner über die Trantow bis hin zu Curd Jürgens. Der Dreiteiler MUSSTE ein Hit werden und schaffte es erneut, den Durbridges den Rang abzulaufen. Damals war Fernsehen noch ein Ereignis und der Film das Tagesgespräch. Die ganze Woche über wurde spekuliert... In der Schule, am Arbeitsplatz, am Fließband, im Zug, im Bus... Wer ist BABECK???

Drei Wochen später wussten sie's.

 

Auf der nächsten Seite geht es  weiter mit "11 Uhr 20" - dem dritten und letzten Strassenfeger von Herbert Reinecker...  Noch ein Hinweis: Die Bilder aus den Filmen habe ich der Der Krimihomepage - www.krimiserien.de.vu (übrigens eine großartige Seite für jeden Krimifan!) entnommen.

 

"Babeck" und "Der Tod läuft hinterher" sind beide auf DVD erschienen.
Beide Straßenfeger sind u. a. bei Amazon bestellbar, aber auch bei :

 
 

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