Till, der Junge von nebenan

05.04.13

Ist es gestattet, Euer Gnaden?

Als ich erfuhr, dass diese Serie auf DVD erscheinen würde, war mein erster Gedanke: lohnt sich das? Wer guckt sich das heute noch an? Eine Kinder- bzw. Jugendserie, die vor 40 Jahren lief?

Trotzdem war ich neugierig, vor allen Dingen aber auch, weil ich die Serie damals natürlich gesehen habe. Die Erinnerungen sind dünn, ich vermute auch, dass ich irgendwann mal eine Wiederholung gesehen habe, denn nach 40 Jahren dürfte man sich eigentlich (fast) gar nicht mehr erinnern.  Das Ritual des abendlichen "Eindringens" in das Arbeitszimmer des schriftstellernden Vaters war mir jedoch noch in Erinnerung (dies kann jedoch auch daher rühren, dass ich sehr viel darüber gelesen habe, beschwören kann ich es also nicht). Aber in jedem Fall konnte ich mich an Ilja Richter erinnern, ich habe die Serie also definitiv gesehen. Und sie war in meinen Gedanken positiv besetzt, weshalb die erste eigenproduzierte Kinderserie des ZDF auf dieser Seite in jedem Fall eine Erwähnung verdient hat.

 

 

Im Dezember 2007 wurde die Serie endlich auf DVD veröffentlicht, und meine Zweifel daran, ob ich die Serie interessant finden würde, schwanden bereits nach dem Sehen der ersten Folge. Ich kann sie den Kindern der 60er, selbst wenn man sie damals nicht angesehen hat, nur empfehlen.  

Till ist ein normaler, 12-jähriger Junge, der mit seinen Eltern von einem Berliner Bezirk in den anderen zieht. Dort muss er sich vollkommen neu orientieren, schließt aber schnell neue Freundschaften. Kurt, der Sohn des Kneipenwirts vom "Goldenen Anker", wird sein bester Freund. Albert, der Lackaffe, und Britta, die heißumschwärmte Mitschülerin, gehören ebenfalls zum engen Kreis. Diese beiden werden von Ilja Richter und Susanne Uhlen gespielt, damals 13 und 12 Jahre alt. Der Darsteller des Till, Hans-Joachim Bohm, hatte schon Komparsen- und Werbeerfahrung, aber mit der Rolle des Till seine erste Hauptrolle. Heute ist er Diplom-Informatiker und lebt in Hamburg, seit kurzem ist der "Junge von nebenan" sogar Großvater. Rolf Bogus, der seinen Freund Kurt spielte, ist Staatsanwalt geworden und in Berlin tätig.


Verstehen sich prächtig: Till und sein Vater

 

 

Die Abenteuer, die Till erlebt, sind größtenteils harmlos, aber sehr nett anzusehen. Es wirkt – aus heutiger Sicht – authentisch. Till war wirklich "ein Junge von nebenan"! Till passierten ganz normale Sachen (ohne dass es langweilig wirkt), man konnte sich in ihn hinein versetzen.  Die Schule und der Klassenlehrer, Herr Krause, sind Themen, die ständig "mitspielen", also genau das, was jeden normalen 12jährigen bewegt. Die Schule bzw. der ganz normale Schulalltag wird heute nur noch selten in Serien thematisiert.  

Die Serie selbst war damals ein absoluter Erfolg! Bis zu 23 Millionen Zuschauer bei einer Jugendserie – eine Traumquote. Natürlich muss man bedenken, dass es damals nur zwei Programme gab, aber trotzdem: spricht man heute von Kinder- und Jugendserien der 60er, fällt immer der Titel "Till, der Junge von nebenan". Auch ins Ausland wurde die Serie verkauft, u. a. lief sie sehr erfolgreich in Italien.

 

 

Da "Till" so gut ankam, entschied man sich, in den darauf folgenden Jahren, weitere Kinderserien zu produzieren. In der letzten Folge von "Till" wird der Grundstein dazu gelegt: ein neuer Junge kommt in die Klasse, Michael. Und im darauffolgenden Jahr war der Titel der ZDF-Jugendserie "Alles dreht sich um Michael". 

Eine Besonderheit ist noch erwähnenswert: die Folgen sind unterschiedlich lang. Die Spanne geht von 30 bis zu 45 Minuten Länge, also keine 25-Minuten-Einheitskost, wie man es heute kennt. Damals presste man das noch nicht in ein Sendeschema, die festgesetzten Anfangszeiten wurden mit kleinen Einspielern aufgefüllt (z. B. mit dem "Zauberkarussell").  

Mein Fazit: "Till, der Junge von nebenan" ist eine sehr liebevoll produzierte Kinderserie, mit der sich jedes Kind der 60er identifizieren konnte, weshalb sie wohl auch so oft und gern gesehen und erwähnt wurde.

Da man sie nun auf DVD erwerben kann (und auch für relativ wenig Geld), kann ich das nur jedem ans Herz legen, der in den 60ern aufgewachsen ist. Ein Klassiker! Wer möchte, kann die DVD direkt über diese Seite beziehen (Link ganz unten). Die DVD beinhaltet auch Bonusmaterial, u. a. ein Interview mit dem Hauptdarsteller, Hans-Joachim Bohm, und weitere interessante Informationen über die Jugendserien des ZDF, die im Frühjahr 2008 ebenfalls auf DVD erscheinen,  so z. B. auch "Tommy Tulpe".

Die Bilder und Informationen stammen von der DVD samt Bonusmaterial "Till, der Junge von nebenan" von Polar Film. Copyright liegt natürlich dort und beim ZDF.

 

 

Hier, wie versprochen, der Link zur DVD, u. a. aber auch bestellbar bei :

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