WM 1970

05.04.13

von Carsten "Kaschi"

Nach der WM 1966 in England ging es erst richtig los mit meiner Fußballbegeisterung: Eintracht Braunschweig holte vollkommen überraschend die Bundesligameisterschaft  (mit Torwart Horst Wolter, Ausputzer Joachim Bäse und Regisseur Lothar Ulsaß) und Bayern München wurde unter Trainer "Tschik" Cajkovski und dank "Bulle" Roth Europacupsieger gegen die Glasgow Rangers. Franz Beckenbauer gab auf Schallplatte seine Erkenntnisse über "Gute Freunde" (Hörprobe ganz unten auf dieser Seite) zum Besten. Der 1.FC Nürnberg schaffte 1968 mit Trainer Max Merkel und den Stars Wenauer, Strehl, Brungs und Volkert die Deutscher Meisterschaft – und stieg ein Jahr später ab! 1968 zog auch der HSV ins Finale um den Europacup der Pokalsieger ein, gegen den AC Mailand mit Rivera und Schnellinger. Doch Seeler, Schulz, Bernd Dörfel, "Charly" Dörfel und Co. hatten gegen die Italiener keine Chance.

 

Eines Tages brachte mir mein Vater den mit: auf dem Titel war das Mönchengladbacher Sturmtrio Rupp-Netzer-Heynckes abgebildet. Kostenpunkt: 1,- DM pro Woche. Mein Taschengeld damals: 0,50 DM pro Woche. Ich bat um Verdopplung, um mir fortan den "Kicker" regelmäßig kaufen zu können. Meine Eltern, beide Pädagogen, schlugen mir vor, die Zeitschrift auf ihre Kosten zu abonnieren, wenn ich dafür die Koksheizung im Hause versorgen würde. Das nahm ich sofort an. Kurze Zeit später zierten Starschnitte von Willi Schulz und Wolfgang Weber meine Kinderzimmerwand. Allerdings fehlte bei Weber ein Stück vom Oberschenkel – irgendwie war mir da eine Ausgabe durch die Lappen gegangen.  – Zu Weihnachten bekam ich ein Tischfußballspiel geschenkt, mit rotschwarzen und gelbschwarzen Spielfiguren. Klar: Nürnberg kontra Dortmund. Ich sorgte immer dafür, dass die Dortmunder gewannen.

 

Anfang 1967 war ich zum erstenmal im Bremer Weserstadion: Werder Bremen gegen Hessen Kassel (Pokal)! Ich war fasziniert, von der Atmosphäre ("Äss-Vau-Weerdeer! Eijeijeijei!"), von dem Flutlicht, von den grünweißen Spielern, von allem! "Bier und Korn – bringt Werder nach vorn!" dichtete später ein Getränkeverkäufer, der sich als Hauspoet versuchte … 1968 schaffte Werder Bremen hinter Nürnberg die Vizemeisterschaft. Trainer Fritz Langner "schliff" seine Mannschaft nach Kräften: "Ihr Fünf spielt jetzt Vier gegen Zwei!"

EM 1967 BRD - Jugoslawien 3:1
Tor durch den neuen Star: Gerd Müller.
Rechts Uwe Seeler.

EM 1967 Albanien - BRD 0:0
Doch das enttäuschende Remis bedeutet das vorzeitige Aus!
Von links: Held, Peter Meyer, Löhr.

Freundschaftsspiel 1968 BRD - England 1:0
Beckenbauers Tor: erster Sieg über England! Rechts Volkert.


EM-Finale (Wiederholung) Italien - Jugoslawien 2:0
Das erste Endspiel endete 1:1. In der Wiederholung 
verpasst hier ein Jugoslawe nur knapp ein Tor.


Freundschaftsspiel 1968 BRD - Brasilien 2:1
Siggi Held besorgt den Führungstreffer.


Freundschaftsspiel 1968 BRD - Brasilien 2:1
Das zweite Tor durch Bernd Dörfel (Mitte) bedeutet den ersten Sieg über Brasilien! Rechts jubelt Overath

 

Die Nationalmannschaft war 1967 in der EM-Vorrunde durch ein blamables 0:0 in Albanien ausgeschieden, weshalb sich Jugoslawien für das Viertelfinale qualifizierte und letztendlich EM-Zweiter hinter Italien wurde. Doch im Sommer 1968 gelangen die ersten Länderspielsiege überhaupt in Freundschaftsspielen gegen England und Brasilien. Zu wenigen Einsätzen im Nationalteam kamen in dieser Phase u.a. Hartmut Heidemann, Klaus Zaczyk, Günter Herrmann, Peter Meyer, Hans Siemensmeyer, Hans Küppers, Herbert Laumen, Bernd Rupp, Klaus Gerwien und Georg Volkert. – 1969 holte Bayern München, inzwischen trainiert von Branco Zebec, das Double: Meister und Pokalsieger. Die jugendliche Sturm-und-Drang-Mannschaft, die Bayern unter "Tschik" Cajkovski gewesen war und in der Talente wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Dieter „Mucki“ Brenninger, Rainer Ohlhauser, Franz "Bulle" Roth und Gerd Müller heranwuchsen, hatte Zebec in ein wesentlich ergebnisorientierter spielendes Team umgeformt. Auch "kleines dickes Müller" fühlte sich mittlerweile zu Musikalischem berufen: "Dann macht es bumm! Ja, und dann kracht’s!"

 

Zu den Weltmeisterschaften 1966 und 1974 und zur Europameisterschaft 1972 geht es, wenn ihr auf den entsprechenden Link klickt.

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