Westlich von Santa Fé

05.04.13

 

Vater und Sohn McLean (oder McCain)

Ich kann mich schon noch an diese Serie erinnern - oder auch wiederum nicht... Nein, ich habe keine einzelnen Folgen mehr im Kopf, das ist alles viel zu lange her - aber ich habe die Serie damals gesehen, das weiß ich genau. Und dass sie mir gefallen hat... Auch Pete hat sie natürlich gesehen, und ich weiß, dass er sie liebte. Daher hier mal wieder seine Erinnerungen:

Die Abenteuer des Farmers Lucas McCain (bei uns hieß der merkwürdigerweise John McLean), der es unter dem Namen "The Rifleman" (so auch der Originaltitel der Serie) im Westen zu zweifelhaftem Ruhm gebracht hatte und nun, des Kämpfens müde, in New Mexico zusammen mit seinem heranwachsenden Sohn Mark (bei uns hiess er Fred) eine Farm bewirtschaftet, gehörten Anfang der 70er Jahre zu meinen Fernseh-Favoriten. Die Serie entstand bereits im Jahre 1958, doch es dauerte rund 15 Jahre, bis wir sie zu sehen bekamen (Dank sei dem ZDF). "Westlich von Santa Fé" hieß der Titel dieser kleinen, aber ungemein spannenden und hervorragend gespielten Schwarz-Weiß- Westernserie, die das ZDF am späten Nachmittag zeigte. Die amerikanische Produktionsfirma "Four Star Productions" hatte sich Ende der 50er Jahre vorgenommen, spannende, kurzweilige Fernseh-Western mit einfachen Mitteln, aber dafür mit hochkarätigen Darstellern und mit immer der gleichen Musikuntermalung ins Programm zu bringen. Die Rechnung ging auf:.nahezu zehn Jahre lang behauptete sich Four Star Productions auf dem amerikanischen Fernseh-Westernmarkt, und die wohl letzte Western-Serie, die sie hervorbrachten, war "The Big Valley" mit der großartigen Barbara Stanwyck als Zugpferd. Aber schweifen wir nicht ab...

 

Four Star nahm also den ehemaligen Profisportler Chuck Connors unter Vertrag, setzte ihm mit Johnny Crawford einen talentierten Jungen an die Seite, und gab mit dem westernerprobten Paul Fix einem weiteren beliebten Star ein langjähriges Betätigungsfeld - und fertig war eine mit Hochspannung, Dramatik und einem Aufgebot an erstklassigen Gaststars versehene Westernserie. "The Rifleman" hieß das Vehikel und hatte eine der besten Eröffnungssequenzen aller Zeiten in einer Fernsehserie zu bieten: Chuck Connors schreitet die Main Street entlang, den Kolben seiner 44/40er Winchester-Büchse fest gegen die Hüfte gepresst, und jagt beim Gehen Schuss um Schuss in rasender Geschwindigkeit aus dem Lauf. Im Takt von Herschell Burke Gilberts berühmt gewordener Titelmusik wirbelt Conners anschließend die Winchester am weit gezogenen Repetierbügel herum und schaut den Zuschauer herausfordernd an, als wolle er es mit der ganzen Fernsehgemeinde aufnehmen, während er nachlädt...

Diese Szene habe ich nie vergessen. Ebenso wenig die Titelmelodie. Erst viel später erkannte ich allerdings, dass ich in dem jungen Johnny Crawford, der Chuck Connors' Sohn spielte, den Bruder eines alten Bekannten vor mir hatte:

 

Bobby Crawford Jr., der jüngere der Crawford-Brüder, hatte bereits "Am Fuß der Blauen Berge" als Andy Sherman für den familiären Touch gesorgt. Nun, "Westlich von Santa Fé", beginnen die Abenteuer des Rifleman Lucas McCain (der in der deutschen Fassung allerdings - warum, wissen die Geier - "John MacLean" heißt, und sein Sohn durfte nicht Mark, sondern musste "Fred" heißen...!!!), als er lange nach dem Tode seiner Frau mit seinem kleinen Sohn Mark in New Mexico eine Farm kauft. Nachdem er einigen bösen Burschen, die ihm natürlich das Land streitig machen wollen, mittels harter Worte, dickem Schädel und dem Schießprügel gezeigt hat, dass mit Lucas McCain nicht gut Weizen ernten ist, kriegen Papa und Sohnemann auch gleich Ärger, als in der nahe gelegenen Stadt North Fork das Banditentum Überhand nimmt und kein Gesetzeshüter weit und breit am Horizont zu sehen ist. Da taucht der versoffene ehemalige Marshal Micah Torrance auf, der aufgrund einer früheren Schussverletzung den rechten Arm nicht mehr bewegen kann. Natürlich überlässt Lucas McCain den Alten nicht seinem Schicksal - sprich: der Flasche -, drückt ihm stattdessen eine abgesägte Schrotspritze in die Hand, und damit kann Torrance unmöglich vorbeischießen...

Dies ist, wie so oft, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft...

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