Zwei Jahre Ferien

05.04.13

"Zwei Jahre Ferien" ist wohl der beliebteste Vierteiler, obwohl "Der Seewolf" berühmter ist, genauso wie "Die Schatzinsel". Dieser Vierteiler traf wohl am meisten den Nerv der jungen Mädchen. Auch ich war damals begeistert und konnte es nicht erwarten, bis es weiter ging. Ich war nicht direkt ein Marc-di-Napoli-Fan, aber gefallen hat er mir schon... Ein viel größerer Fan des Vierteilers als ich war und ist jedoch Sabine. Von ihr stammt diese Zusammenfassung der Geschichte, aus der Sicht von Dick Sand erzählt. Und später erzählt sie Euch auch, was dieser Vierteiler für sie damals bedeutet hat...

Was haben die Jungs da gefunden?

Ende Februar des Jahres 1897 unternahmen acht Jungen des Pensionats Chairman in Auckland auf Neuseeland eine Ferienreise auf der Sloughi, einem für Meeresforschung umgebauten Robbenfänger. Jungen ist eigentlich nicht das richtige Wort. Doniphan Weldon, der Neffe von Lord Buchanan, dem Besitzer der Sloughi, Brian und Gordon waren siebzehn Jahre alt und damit genauso alt wie ich. Die anderen waren Service und Jimmy, sechzehn, Morris, fünfzehn, sowie Henry und Ben, beide vierzehn Jahre alt.

Die Eltern dieser acht waren alle sehr reiche Viehzüchter, Regierungsbeamte, Juristen und Kaufleute. Gordon hatte keine Eltern mehr und lebte bei seinem Onkel, einem Pfarrer. Auch ich war eine Waise, hatte aber sonst keine Verwandten. Nach dem Tod meiner Eltern nahm mich ein Onkel bei sich auf. Er starb jedoch ebenfalls nicht sehr viel später. Ich war acht Jahre alt, als mich die Waisenhausverwaltung von San Franzisko auf ein Schiff steckte. Mit elf Jahren nahm mich dann Kapitän Hull als Kombüsenjunge mit auf die Sloughi. Die folgenden sechs Jahre verbrachte ich dort. Kapitän Hull mochte mich gern und brachte mir unter anderem das Lesen und Schreiben bei.

Ein paar Tage nach dem Auslaufen fischten die Jungen eine Flaschenpost mit dem Notruf zweier Schiffbrüchiger aus dem Ozean. Die Jungs bestanden darauf, nach ihnen zu suchen. Wir fanden sie auch tatsächlich. Ihre Namen lauteten Edward Forbes und Joshua Pike. Sie waren ein Vierteljahr vorher aus dem Straflager Fort Piley ausgebrochen. Das erfuhren wir aber leider erst später. Die Kerle überfielen mit noch ein paar Mann die Sloughi und setzten Kapitän Hull und den Rest der Mannschaft mit einem Boot aus. Die Jungs sperrten sie zunächst auf der Sloughi ein, später dann auf einer Farm an der Küste Neuseelands. Sie wollten aus den Familien Lösegeld herausschlagen.

Nur der Ire O’Brian und ich durften von der Mannschaft an Bord bleiben. Wir halfen den Jungen von der Farm auf die Sloughi zu fliehen. O’Brian wurde dabei von den Banditen erschossen. Von nun an waren wir neun allein. Von Navigation verstand keiner etwas, auch ich nicht. Dieser Umstand und ein mehrere Tage andauernder Sturm waren der Grund, weshalb wir schließlich als Schiffbrüchige auf einer Insel strandeten, die abseits der Schifffahrtsrouten lag. Dort verbrachten wir dann fast zwei Jahre.

In der Gewalt von Forbes und Pike taten sie mir leid. Ich war damals der einzige, der ihnen helfen konnte und wollte. Dafür erwartete ich keine Dankbarkeit. Im Sturm, als wir dem Wasser, dem Wind und dem Schiff hilflos ausgeliefert waren, suchten sie mich, weil nur ich ein wenig von der Seefahrt verstand.

 

Auf der Insel spielte ich wieder eine andere Rolle. Hier gehörte ich zu den Älteren. Wir organisierten das Leben dort. Jeder hatte seinen Teil an der Arbeit zu erledigen und alle beteiligten sich daran. Die Gruppe arbeitete gut zusammen. Wir wählten Gordon zum Bürgermeister, schlachteten das Wrack der Sloughi aus, richteten uns in einer Höhle ein, fingen Ziegen, machten Käse, schnitten Schilf, schlugen Holz, jagten und fischten, bauten eine Wasserleitung, hissten eine Signalflagge und erforschten die Insel. Sie bezogen mich mit ein und behandelten mich als gleichberechtigtes Mitglied der Gemeinschaft. Wir arbeiteten und lebten zusammen und wollten alle nur das eine: von hier wieder weg.

 

Die Geschichte ist natürlich noch nicht zu Ende, auf Seite 2 geht es weiter! Nun auch komplett als Dia-Show! 

 

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