Der Kurier des Zaren

02.06.11

Kurz darauf müssen die Reisenden einen Fluss überqueren, und beim Übersetzen mit der Fähre werden sie von kriegerischen Tataren angegriffen und getrennt. Nadia wird verschleppt, während Michael schwerverletzt von einem Fischer gefunden und gesund gepflegt wird.

In Omsk trifft er auf seine Mutter, die ihn gleich erkennt. Um seine Mission nicht zu gefährden, verleugnet er öffentlich, ihr Sohn zu sein. Ogareff bekommt Wind von dem Vorfall. Als Michael in einem unbewachten Augenblick die Flucht aus der besetzten Stadt gelingt, setzt Ogareff einen früheren Nachbarn auf den Kurier des Zaren an. Derweil lernen Michaels Mutter Martha sowie Nadia Fedor sich kennen und mögen. Michael kann sich seinen Verfolgern entziehen und flüchtet durch die Sümpfe, aber kurz darauf sitzen sie ihm wieder im Nacken ...

 

In einer noch funktionierenden Telegraphenstation treffen Michael und die beiden Journalisten aufeinander. Kurze Zeit später werden sie gefangen genommen. Und jetzt kommt es knüppeldicke. Michael wird dabei beobachtet, wie er sich durch Blickkontakt mit Nadia und seiner Mutter verständigt. Daraufhin konfrontiert Ogareff auf Anraten Sangarres Mutter und Sohn miteinander. Zwar geben beide vor, sich nicht zu kennen, aber als Martha Strogoff geschlagen wird, greift Michael ein und verrät sich so.

Ogareff benutzt miese Tricks, um den Kurier des Zaren ausfindig zu machen

 
 

Rasend vor Wut verpasst er Ogareff einen Knutenhieb und bleibendes Andenken. Ogareff bringt sich nun in Besitz des Siegels, um sich selbst in Irkutsk als Kurier des Zaren auszuweisen. Den richtigen Kurier möchte er seinem Freund Feofar Khan als Sklave zum Geschenk machen.

Ist der degradierte Oberst schon in seine Ideen verrannt, so wird er von dem fanatischen Feofar Khan in seinem Größenwahn noch übertroffen. Beide wollen die Herrschaft über ganz Sibirien übernehmen, allerdings fehlt Feofar Khan die Klasse und das Charisma Ogareffs. Unter seinem eigenen Zelt macht Feofar Khan die Gesetze und verdreht dabei den Koran, wie es ihm passt. So wird auch der Koran herangezogen, als Michael bestraft werden soll. Dabei wird zufällig die Stelle aufgeschlagen "und sein Auge wird die wunderbaren Dinge dieser Welt nicht mehr schauen können", was bedeutet, dass Michael geblendet wird.

Ohnmächtig vor Schmerzen bricht der Gequälte zusammen, und Michaels Mutter verliert ihr Leben. Blind und hilflos wird der ehemals so kraftvolle Michael von Nadia getröstet.  "Wir dürfen nicht schlapp machen, dann geht es schon weiter, Du wirst schon sehen", meint sie. Da Michael aber nicht mehr sehen kann, wird sie für ihn sehen und ihn führen und für ihn da sein. Das verspricht sie ihm. Beide wagen die Flucht durch unwegsames Gelände …

 

Ogareff und Feofar Khan schmieden teuflische Pläne während Strogoff durchs Blenden nicht nur sein Augenlicht sondern auch seinen Mut verloren hat.

 

Zu Land und zu Wasser setzen Nadia und Michael ihre gefahrvolle Reise nach Irkutsk fort. Dabei unterhalten sie Unterstützung von hilfsbereiten Mitmenschen und Flüchtlingen, die dafür sogar mit ihrem Leben bezahlen. Auch Michael wird erneut dem grausamen Spott der Tataren ausgesetzt.

Immer offensichtlicher werden Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten im Tatarenlager. Ogareff hat Irkutsk vor Strogoff erreicht und kann sich durch das entwendete Siegel ausweisen. Mit einer List plant er die Stadt in seinen Besitz zu bringen. Er möchte ein strategisch wichtiges Stadttor für seine Gesinnungsgenossen öffnen, das soll geschehen, wenn der Fluss durch auslaufendes Petroleum in Brand gesetzt wird.

Beim Überlebenskampf im brennenden Wasser kann Michael plötzlich wieder sehen. Er erreicht die Stadt gerade noch so rechtzeitig, um sich auf seinen Widersacher zu stürzen.

 

Zum letzten Male stehen sich die beiden Kontrahenten gegenüber.
Feofar Khans Traum von einem Reich vom Ural bis zur Mandschurei ist hinterher schnell ausgeträumt.

 

Nach einem erbitterten Zweikampf stirbt Ogareff. Michael streicht seinem gefallenen Gegner noch einmal übers Haupt und schließt ihm die Augen. Welch' noble Geste! Auch verteidigt er ihn, er sei keine jämmerliche Kreatur gewesen, sondern nur ein Rebell. Letzte Einstellung war, dass Sangarre verzweifelt an dieses Stadttor klopft, hinter dem ihr toter Geliebter vom Schneetreiben zugeweht wird ...  

Ich weiß nicht so genau, was ich erwartete, aber irgendwie hatte ich mir ein anderes Ende dieser Verfilmung eines meiner bevorzugten Romane erhofft. Es war damit zu rechnen, dass Ogareff ums Leben kommen würde, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wenn ich der Mitteilung einer Programmzeitschrift Glauben schenken darf, so muss ich dankbar sein, dass wir den Ungarn in dieser Rolle überhaupt zu sehen bekamen. Damals wurde im Vorfeld viel geschrieben. Unbestätigten Angaben zufolge hatte er vor Beginn der Dreharbeiten schlimme Augenprobleme und drohte zu erblinden. Nach einer Operation ging es ihm dann wieder besser und er konnte drehen.

Die vorrübergehende "Blindheit" Michael Strogoffs wich von der Romanvorlage ab. Im Roman hatten die Tränen um seine Mutter während des Blendens dazu geführt, dass seine gesunden Augen über den glühenden Stahl gesiegt haben. Michael war also gar nicht blind, sondern spielte nur den Blinden. In der ZDF-Verfilmung wurde Michael zwar geblendet, bekommt aber durch einen Schock sein Augenlicht wieder zurück, um seinem Gegner den Garaus zu machen.

Der degradierte Ex-Oberst der Zarenarmee kommt im Film viel besser weg als im Roman.

Das Ende der deutschen Verfilmung wich ebenfalls vom Roman und der französischen Verfilmung ab. Im Buch kriegen sich Michael und Nadia, die Geschichte endet mit einer Hochzeit, einem Besuch bei Michaels glückstrahlender Mutter und einer Beförderung. Die französische Verfilmung endete wenigstens noch kitschig mit einem rauschenden Fest und der Hoffnung auf eine Hochzeit. Und in Deutschland – ein gar frostiges Ende, passend zur Winterzeit …

 

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