Ebenso einfach wie genial war dann auch die Methode der Kontaktaufnahme – Alpha erhält Post von I.N.T.E.R. Darin befindet sich ein Hinweis auf einen Containerhafen, dort muss er sich zu einem 25-Fuß-Überseecontainer durchfragen, der auf einem LKW zum Abtransport bereit steht. Dahlen springt auf, presst sich gegen die Containerwand und ist sofort spurlos verschwunden, nur um irgendwo den fünf Repräsentanten der I.N.T.E.R.–Zentrale gegenüberzustehen, die allesamt das gleiche Gesicht haben und deren Identität nicht näher gelüftet wird.

Selbst wenn Dahlen von einem Helikopter abgeholt wird, findet das Treffen auf einer Wiese am Rande eines Neubaugebietes außerhalb Münchens statt. Man kann im Hintergrund deutlich eine Umgehungs- oder Durchgangsstraße erkennen und sogar das eine oder andere typisch deutsche Einfamilienhaus im Rohbau …

Auch die Einrichtung in Alphas Wohnung und seine Kleidung entspricht dem Zeitgeist der frühen 1970er Jahre – für Nostalgiker ist das ein wunderbarer Trip in die Vergangenheit.

 

 

Die Spezialeffekte sind denkbar einfach (wobei ein Schuss auf den Kofferraum eines VW Käfers normalerweise nicht den Motor zur Explosion bringt …), und zur Spannung tragen neben der eigentlichen mysteriösen Geschichte auch die von den Tontechnikern Erich Ferstl, Manfred Kohn und Alfred Lohmaier kreierten Synthesizer-Soundeffekte bei.

Aus heutiger Sicht gesehen, ist "Alpha Alpha" originelle und nach meinem Empfinden recht spannende Science-Fiction-Fernsehunterhaltung. Das Feuerwerk an Ideen, das Regisseur und Autor Henschel hier zündet, muss man selbst bei heutigen, von Computereffekten überladenen Science- Fiction– oder Mystery-Serien oft suchen. Hier wird wirklich nahezu alles verarbeitet, was das Thema Science Fiction damals herzugeben bereit war. Besonders in einer Episode, als Dahlen mit außerirdischen Intelligenzen konfrontiert wird, stellt man einen Zusammenhang zwischen der irdischen Geschichte, der Geschichte der Aliens und Atlantis her, der einmal mehr vom Einfallsreichtum des Autors zeugt.

 

Besetzt ist die durchweg packende und großartig gespielte Geschichte mit zahlreichen bekannten Fernsehgesichtern der frühen 1970er Jahre. Dieter Borsche, Herbert Fleischmann ("Die Fälle des Herrn M."), Alexis von Hagemeister ("Rinaldo Rinaldini"), ein sehr junger Udo Wachtveitl (Kommissar Leitmayr aus dem "Tatort"), Paul Edwin Roth ("Gestatten, mein Name ist Cox"), Arthur Brauss ("Härte 10", "Großstadtrevier"), diverse Darsteller aus dem Komödienstadel, Carl Lange, Lukas Amman ("Graf Yoster"), Volkert Kraeft, Friedrich von Thun, Walter Buschhoff, Peter Fricke, Eric Pohlmann … Viele bekannte Darsteller geben sich hier ein Stelldichein. Den Chef der Geheimorganisation spielt, auch wenn man ihn nur hört, Heinz Engelmann …

 


Herbert Fleischmann


Volkert Kraeft


Paul Edwin Roth


Friedrich von Thun


Walter Buschhoff

 


Lukas Amman


Udo Wachtveitl


Peter Fricke

 

Haupt- und Titeldarsteller ist allerdings Karl Michael Vogler, der hier alle Register seines schauspielerischen Könnens zieht, bisweilen jedoch wie später bei "Kara Ben Nemsi Effendi" dazu tendiert, sich selbst etwas zu ernst zu nehmen. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch.

So bleibt "Alpha Alpha" ein Stück spannendes, auch von mir leider lange verkanntes Stück Fernsehnostalgie, das in unserer heutigen hochtechnologischen Zeit erfrischend nostalgisch aber auch sehr originell daherkommt und sich vor "Akte X", "Grenzfälle – Es geschah übermorgen"  und Co. nicht zu verstecken braucht. Im Nachhinein bedaure ich zutiefst, dass die Serie wohl beim deutschen Publikum der frühen 1970er Jahre nicht gut genug ankam, um eine zweite oder gar dritte Staffel zu produzieren. Ideen für weitere mysteriöse Fälle von "Alpha Alpha" wären sicherlich zur Genüge vorhanden gewesen.        

 

 

Vielen Dank an Pete für seine Erinnerungen. Ich kann seine Einschätzung zu der Serie nicht so richtig nachvollziehen, aber das macht es letzten Endes ja auch interessant - dass wir nicht alle den gleichen Geschmack haben ...

Wer sich gern selbst ein Bild machen will oder einfach seine Erinnerungen auffrischen - "Alpha Alpha" ist mittlerweile auf  DVD erschienen, bestellbar über diese Seite, aber auch bei jedem anderen Online-Händler, wie z. B. :

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