Der Bumerang

Allerdings unterschied sich die zweite Staffel der Serie deutlich von der ersten. War diese noch eine Schwarz-Weiß-Produktion, so erstrahlte Teil II jetzt in Farbe. Die Magie und das Abenteuer rückten in den Hintergrund und machten etlichen Comedy-Effekten Platz.  (Anm.: Leider gibt es von diesem zweiten Teil keine Fotos)

Auch die Personen und ihre Darsteller waren andere; Robert Brockman spielte Nugget Morris, den neuen Besitzer des Bumerangs. Gavan Ellis war sein älterer Freund.  

Ständiges Ärgernis für die beiden Freunde ist der "ehrenwerte" Charles Swinborne (William Hodge), ein ebenso spleeniger wie auch exzentrischer Engländer, der in einem Schuppen mit dem hochtrabenden Namen "Rainbow’s End" lebt und die beiden manchmal zur Verzweiflung bringt.

Die beiden Dorfganoven, "Tiger" Martin und Joe Manelli, haben seit dem Auffinden des Bumerangs nichts mehr zu lachen.

 

Trotz der komplett neuen Besetzung und des veränderten Umfeldes bleibt der Grundgedanke auch bei der neuen Staffel  erhalten: Die Bösen werden von Nugget Morris mit Hilfe des Bumerangs unschädlich gemacht und Recht und Frieden sind wieder hergestellt.

Begründet wurden die Veränderungen damit, dass der erste "Boomerang Boy", David Morgan, für die Rolle des Tom Thumbleton mit 19 Jahren zu alt geworden war, die Hauptrolle sollte eben wirklich von einem Kind gespielt werden.

Der Vorspann beider Staffeln ist nahezu identisch: Wie seinerzeit Tom, reitet jetzt Nugget auf einem Pferd auf die Kamera zu, bleibt stehen, wirft den Bumerang und der Titel-Schriftzug erscheint auf dem Bildschirm. Gleichzeitig hört man den Begleitkommentar eines Aborigines, der sagt: "Der magische Bumerang. Eine alte Legende der Traumzeit-Leute erzählt von einem magischen Bumerang. Solange dieser seltsame Bumerang am Himmel fliegt, steht alle Zeit still. Er verleiht demjenigen, der ihn besitzt, große Macht."

Von dieser zweiten Staffel gab es nur sechs 30-minütige Folgen, danach wurden die Dreharbeiten eingestellt.

Soweit nun Claudias Erinnerungen an die Serie, die vor kurzem (12. März 2017) in Deutschland ihr 50jähriges Jubiläum feierte! Aus diesem Anlass hatte tvforen-Mitglied U56 alias Ulrich ein paar Fakten zur Serie zusammengestellt und auch ein paar persönliche Erinnerungen gepostet und mir netterweise erlaubt, diese hier wiederzugeben:

 

"Der Bumerang" lief 1967 ein halbes Jahr lang, von zwei Ausnahmen abgesehen, jeden Sonntag bis zum 17. September. Die für den 23. April vorgesehene Folge "Der Sträfling" wurde um neun Wochen auf den 25. Juni verschoben. Der Grund war wahrscheinlich der Tod unseres ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer vier Tage vorher. Bei ARD und ZDF lief damals ein mehrtägiges Trauerprogramm, für das zu unterhaltsame Sendungen gestrichen wurden. Den zweiten Ausfall gab es am 23. Juli, als "Der Bumerang" für eine Leichtathletik-Übertragung weichen musste.

Die 26 Folgen begannen zu unterschiedlichen Zeiten. Man musste immer einen Blick ins Programm werfen, um die Anfangszeit zu erfahren. Der früheste Beginn war laut Hörzu-Angaben um 13.20 Uhr, der späteste um 16.05 Uhr. Die meisten Folgen (10) begannen um 15.40 Uhr.

Von der Serie war ich als Elfjähriger total begeistert, weil ich Filme mit Magie und Zauberei sehr mochte. Nur mit einer Szene war ich unzufrieden. Normalerweise blieb für Menschen und Tiere die Zeit stehen, wenn der Bumerang geworfen wurde. Doch in einer Folge gab es eine Ausnahme. Es ging um kleinere Tiere, die in ihrem Käfig herumliefen, obwohl sich der Bumerang in der Luft befand. Ich glaube, es waren Kaninchen, bin mir aber nicht sicher.

Gleich bleibt die Zeit stehen ...

 

Ich denke, die meisten Folgen habe ich damals gesehen und bedaure es sehr, dass die Serie nie wiederholt wurde. Einen Bumerang besaß ich als Kind nicht, hatte aber einmal die Gelegenheit, einen zu werfen. Ich beobachtete einen Jungen mit einem Bumerang. Obwohl wir uns nicht kannten, bot er mir an, einen Wurf zu probieren. Bevor er mir die genaue Wurftechnik erklären konnte, hatte das Ding schon meine Hand verlassen und flog in hohem Bogen einen Abhang hinab. Zurück kam er aber nicht und die Zeit blieb auch nicht stehen. Schade!

Für diese australische Serie wurde damals "Flipper" unterbrochen und danach in Farbe fortgesetzt. Der 2001 verstorbene Drehbuch-Autor Herbert Lichtenfeld machte sich dazu seine Gedanken, die in der Hörzu 11/1967 veröffentlicht wurden. Er fragte sich, wer uns in diesem halbem Jahr mit Lebensechtem, Unverfälschtem versorgen würde und prognostizierte ein schreckliches halbes Jahr (ohne Flipper).

So schrecklich wie es Herbert Lichtenfeld befürchtet hatte, wurde das halbe Jahr ohne Flipper dann doch nicht. Denn die Serie mit dem Bumerang war ja auch lebensecht und unverfälscht. Und dank dieses Wurfgerätes konnten sich auch Tom und Wombat in größte Gefahr begeben, ohne darin umzukommen. Es musste nur genügend Raum vorhanden sein, den Bumerang hochzuwerfen ...

 

 

Vielen Dank an Claudia und auch an Ulrich für diese Erinnerungen - ich selbst kann mich leider gar nicht daran erinnern, ich denke, ich war noch zu klein damals und die Handlung wahrscheinlich doch zu komplex für ein Kindergartenkind :-). Ob die Serie jemals auf DVD erscheinen wird, kann ich nicht beurteilen, es war schon ein kleines Wunder, diese Folgen auf Youtube zu finden. Australische Serien dauern grundsätzlich etwas länger,
aber geben wir die Hoffnung mal nicht auf ...

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Petra Nagel  ·  Feedback und Nachricht an mich   ·  Forum ·  Impressum · Datenschutz