Diana Rigg

06.04.12

Diana Rigg ist "Emma Peel"

Sie gehört zu den Kult-Stars der klassischen Fernsehserie und ist wohl jene Frau, die mit ihrer Rolle als britische Geheimagentin Emma Peel (deutschen Fans als „Karate-Emma“ im Gedächtnis) das Zeitalter der Emanzipation auf den Fernsehschirmen einläutete: Die Rede ist von Dame Diana Rigg. Geboren wurde Diana Rigg am 20. Juli 1938 in Doncaster, Yorkshire. Ihre Kindheit verbrachte sie in Indien, wo ihr Vater als Ingenieur arbeitete, bis die Familie nach London zurückkehrte, als Diana acht Jahre alt war. Sie besuchte eine Mädchenschule und sprach mit siebzehn Jahren zum ersten Mal für Shakespeare-Stücke vor.  Zusammen mit hochkarätigen Kollegen und Kolleginnen wie Peter O’Toole, Albert Finney, Glenda Jackson und Susannah York besuchte Diana die Royal Academy of Dramatic Art. Im Sommer 1957 hatte Diana in dem Brecht-Stück Der kaukasische Kreidekreis ihr Debüt. Es folgten zahlreiche Shakespeare-Rollen, bis Diana 1965 die Nase erst mal vom Theater voll hatte und aus Neugier Fernsehluft schnuppern wollte.

 

1965 sprach sie dann für die Rolle einer gewissen Emma Peel vor, die ursprünglich mit einer kühlen Blondine namens Elizabeth Shepherd besetzt werden sollte. Da Miss Shepherd nach anderthalb Episoden weder die Produzenten noch Chef-Autor Brian Clemens restlos überzeugen konnte, kam ihnen Diana Rigg wie gerufen. Sie sprach eine kurze Szene mit Patrick Macnee vor, die Chemie zwischen beiden stimmte auf Anhieb, und Clemens und seine Geldgeber jubelten. Man drehte das Shepherd-Material mit Diana Rigg nach, und Emma Peel, die schöne Karate-Lady mit dem unwiderstehlichen Charme, war geboren. Diana Rigg war für die Rolle ein ausgesprochener Glücksgriff und katapultierte die Serie auf den Beliebtheitsskalen in schwindelnde Höhen. Die von ihr verkörperte Emma Peel setzte neue Maßstäbe für das Frauenbild der 60er Jahre. Emma war nicht nur eine wohlhabende Witwe (ihr Mann Peter war als Testpilot bei einem Flugzeugabsturz in Südamerika verschollen und für tot erklärt worden), sie war als Tochter des Großindustriellen Knight auch Herrin über ein Firmenimperium.

Sie hatte studiert, verfügte über zahlreiche Diplome und galt auf verschiedenen Gebieten als anerkannte Expertin. Sie war erfolgreiche Autorin, deren Beiträge in bedeutenden Fachzeitschriften veröffentlich wurden und war eine begnadete Bridgespielerin. Sie beherrschte Karate und Judo, konnte mit nahezu jeder Waffe – vom Degen bis hin zur Pistole – umgehen, als seien sie ihr in die Wiege gelegt worden, liebte ihren Lotus Europa und andere schnelle Autos und hatte einen extravaganten Mode- und Einrichtungsgeschmack. Emma Peel war DER Inbegriff der emanzipierten Frau der 60er Jahre. Nach dem Genuss ihrer Abenteuer ließen sich die Frauen von den Männern nichts mehr gefallen. Das schlug sich sogar in der Mode und in den Frisuren nieder, denn unzählige Frauen trugen ihr Haar wie Emma Peel und liebten hautenge Stretch- oder Lederdresse und hohe Stiefel. Emma hatte der Ledermode endgültig zum Durchbruch verholfen.

 

Zusammen mit ihrem Partner Patrick Macnee machte Diana Rigg das Agentenduo Emma Peel / John Steed zu den meistgeliebten Agenten der Fernsehgeschichte und die Serie zu einem Dauerbrenner, der inzwischen zeitlos geworden ist. Man merkte Diana und Pat Macnee an, dass sie ihre Rollen lebten. Befand sich Emma in Gefahr, so zeigte sich Pat MacNee nicht nur um sie, sondern auch um Diana besorgt. Die beiden nahmen sich gegenseitig gern auf die Schippe, und die stets präsente unterschwellige Erotik ließ es zwischen den beiden Partnern ständig knistern (ohne, dass auch nur der Hauch einer Affäre daraus entstanden wäre).

 

Und so nahm Diana 1967 ihren Abschied aus dem Geheimdienst Ihrer Majestät, um zwei Jahre später wieder dorthin zurückzukehren, indem sie James Bond, der Königin besten Mann und Schürzenjäger, zähmte (natürlich nur im Film). Mit Theater des Grauens landete Diana Rigg einen bis heute bei Fans des Genres beliebten Hit im Bereich des Horror-Films. An der Seite von Grusel-Star Vincent Price schlüpfte sie in immer neue Verkleidungen, um ihre Widersacher mit ausgefallenen Mordmethoden um die Ecke zu bringen. Diana war seitdem in zahlreichen Filmen, vor allem aber in Theaterstücken auf Londoner Bühnen zu sehen.

 

Doch nach 52 Episoden verlangte es Diana Rigg nach anderen Herausforderungen.

Eine ihrer letzten TV-Arbeiten war die Krimiserie um Mrs. Bradley, eine egozentrische, reiche Witwe im England der Zwanziger Jahre, die mit ihrem Chauffeur, einem wandelnden Lexikon, über die Insel kutschiert und Mordfälle löst. Dabei verlieh Diana Rigg ihrer Mrs. Bradley eine ungewohnte, nie gekannte Arroganz.   

Nachdem ihr privates Glück versagt blieb (sie hat zwei gescheiterte Ehen hinter sich und lebt zurückgezogen im Norden der Insel), erlebte Diana Riggs Leben als Schauspielerin einen unvergleichlichen Höhepunkt, als sie im Jahre 1994 von der Queen zur Dame erklärt und damit in den Adelsstand erhoben wurde.

Wenn Diana Rigg heute auch nicht mehr gerne an ihre Zeit als Emma Peel zurückdenkt, so hat sie doch bleibenden Eindruck hinterlassen und Fernsehgeschichte geschrieben. Als Emma Peel wird sie immer einen Platz im Herzen von Millionen ihrer Fans auf der ganzen Welt behalten.   

 

Der Text stammt von  Pete, der wohl einer der größten Fans von "Emma" ist - vielen Dank an Pete!

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