Einsatz in Manhattan

29.05.11

Deutschland 1974. "Kommissar" Erik Ode und seine verschlafene Bürostuben-Truppe erhielt unerwartete Konkurrenz. Ein Lieutenant aus New York begann seinen Streifzug gegen das blühende Verbrechen:
Lt. Theo Kojak

Rauschgiftsüchtige, korrupte Politiker, Einbrecher und Mörder; Kleinst- und Großkriminelle gerieten nun ins Visier eines einsatzfreudigen Hünen. Bullenstark, aufrichtig und charismatisch – Theo Kojak vom 13. Revier in Süd-Manhattan führte in seiner Hamsterbacke stets einen Lolly spazieren und unter seinem speckigen Hut glänzten Glatze und Lauterkeit um die Wette. Sein massiver Leib quoll aus der notorisch zu engen Weste und sein humoriges Mundwerk spuckte oft blanken Zynismus. Theo Kojak verrichtet die Polizeiarbeit mit Begeisterung. Dabei interpretiert er den Gesetzestext großzügig und verlässt den ausgetretenen Pfad der Vorschriften öfter als seinen Vorgesetzten lieb ist.  Rücksicht auf deren kleinliche Einwände mag der Lieutenant nicht nehmen.

 

 

Mit seinem Chief Frank McNeil ging Kojak einst zusammen auf Streife. Dann hatte der sich in der Hierarchie des Reviers unaufhaltsam an die Spitze geschraubt und kann seinem ehemaligen Partner nun, wenn das "Sperrfeuer von oben" zu heftig wird, Rückendeckung geben. Bedingungslos loyal räkeln sich dagegen die Detektive Bobby Crocker und Stavros, ein tapsiger Speckbulle, unter den Fittichen des Kriminalen. Gemeinsam in Manhattan: Ein "Affengriff" nur, das rote Polizeilämpchen wird auf den dienstfahrenden Wagen gesetzt, und – schwupps – prescht das Team mit radierenden Pneus um die nächste Kurve.

 

 

Die Idee für eine realistische Krimi-Story erhellte Abby Mann, als er Selwyn Rabbs Romanvorlage "Justice in the Back Room" in Händen hielt. Aus der authentischen Geschichte eines Schwarzen, der des Mordes an zwei Mädchen angeklagt wird, machte Mann den Emmy-dekorierten Fernsehfilm "Der Mordfall Marcus/Nelson". Seine Hauptfigur war ein Cop in Manhattan: Theo Kojak. Sein Darsteller war Telly Savalas. Telly Savalas, am 21. Januar 1924 in Garden City, New York, als Sohn eines griechischen Tabakimporteurs geboren, wollte Busfahrer werden. Stolz erzählte seine Mutter, er habe schon im bartlosen Alter von 12 Jahren ganz alleine einen Greyhound-Bus über die Pisten gequält. Nach dem Krieg studierte Savalas doch lieber Psychologie und meinte "Freud war der größte Gangster, den Gott je schuf."

 

Danach arbeitete er in der PR-Abteilung des US-Innenministeriums und knüpfte Kontakte zur ABC, die ihn als Produzent und Regisseur von Nachrichtensendungen beschäftigte. Ein Casting-Agent suchte damals jemanden mit breitem europäischen Akzent. Er wandte sich an Savalas in dem Glauben, ein Mann, der im Innenministerium gearbeitet hatte, müsse doch über gute Kontakte zu ausländischen Schauspielern verfügen. Telly Savalas schaute sich die Sache vor Ort an und bekam selbst den Job. 1962 erregte er an der Seite von Burt Lancaster Aufmerksam in John Frankenheimers "Der Gefangene von Alcatraz". Die Rolle eines Zelleninsassen brachte ihm eine Oscarnominierung ein. 1969 jagte ihn 007 George Lazenby "Im Geheimdienst ihrer Majestät" durch die Alpen.

tumblr statistics

Besucherstatistik

Home Zurück Seite 2

Petra Nagel  · Shop · Gästebuch ·  Feedback und Nachricht an mich   ·  Forum ·  Impressum