Familie Feuerstein

"Familie Feuerstein" lief bei uns ab 1966 zunächst über mehrere Jahre in den damals sieben regionalen ARD-Vorabendprogrammen, als Nachfolgeserie von "Hucky und seine Freunde". Anfangs wurde Fred von Eduard Wandrey gesprochen und hatte eine starke, knorrige Baßstimme, die ich schon von Yogi Bär her gekannt und geliebt hatte. Diese Stimme löst auch heute noch einen Aha!-Effekt bei mir aus. In den später synchronisierten Folgen sorgte Heinz-Theo Branding als neue Fred-Stimme mit seinen Verdopplungen und "steinstarken" Wortspielen für ein weiteres "markiges Markenzeichen" der deutschen Fassung, "weiiiil" Fred so "noch nie nicht" zu hören war: "Donnerkiesel!", "Hast wohl nicht alle Steine auf der Schleuder!", "Rrrichtick!", "Mein Bernstein!", "Wahnwitzig witzig!", "Hast wohl Kiesel im Hirn!". "Ein Gaumenschmeichler, leckerstens!" jubelt Barney, wenn Mammutpizza oder Brontosaurier-Rippchen auf dem Tisch stehen.


Onkel Tex

 

Die Stimmen machten die Figuren unverwechselbar – oder eben nicht! Deshalb seien hier die wichtigsten deutschen Sprecher und Sprecherinnen genannt: Eduard Wandreys Fred-Stimme steht für die deutsche Synchronfassung der 60er Jahre. Wandrey sprach ansonsten u.a. Charles Laughton in "Zeugin der Anklage". Gerd Duwner, bekannt auch als Stimme von Ernie aus der Sesamstraße und von Festus aus "Rauchende Colts", gab Barney die einzigartige Lache: "Hehehehehe!". Wilma wurde von Inge Landgut gesprochen, die auch Miss Ellie aus "Dallas" synchronisierte. Ingeborg Wellmann lieh Betty und Pebbles ihre Stimme, Renate Danz "vertonte" Bamm-Bamm. In Nebenrollen zuweilen zu hören: Erich Fiedler (sprach Robert Morley in den Miss-Marple-Klassikern), Didi Hallervorden, Erich Kestin (auch zu hören als Schlange Kaa aus dem "Dschungelbuch").

 


"Fred"
Eduard Wandrey


"Barney"
Gerd Duwner


"Wilma"
Inge Landgut


"Betty", "Pebbles"
Ingeborg Wellmann


"Bamm-Bamm"
Renate Danz

 

Die meisten Folgen liegen heute jedoch in der Synchronfassung der 80er Jahre vor, für die Heinz-Theo Branding als "steiniger" Fred-Sprecher steht. Barney wurde zumeist wieder von Gerd Duwner gesprochen, in Ausnahmefällen auch von Michael Habeck. Christl Merian synchronisierte Wilma, Ingeborg Wellmann wieder Betty und Pebbles. Constanze Harpen war für Bamm-Bamm zuständig. Wolfgang Ziffer ließ Dino bellen, Inge Wolffberg Freds Schwiegermutter schimpfen. In Nebenrollen waren des öfteren Wolfgang Spier (Moderator der Quizshow "Wer dreimal lügt") und Wolfgang Völz (Butler Johann in "Graf Yoster", Mario in "Raumpatrouile") zu hören.

 


"Fred"
Heinz-Theo Branding

"Barney"
Michael Habeck


"Wilma"
Christl Merian

"Dino"
Wolfgang Ziffer

"Schwiegermutter"
Inge Wolffberg

 

Beide Versionen werden bei den Programmausstrahlungen wie auch bei den DVD-Veröffentlichungen nach wie vor  nebeneinander benutzt.

 

Erich Fiedler


Dieter Hallervorden



Erich Kestin



Wolfgang Spier



Wolfgang Völz

 


Nanu, Fernsehen in der Steinzeit? Welche Lieblingsserien
Wilma und Fred wohl hatten?

William Hanna und Joe Barbera hatten für Metro-Goldwyn-Mayer die berühmten Kinovorfilme um "Tom und Jerry" kreiert. Doch 1957 schloss MGM sein Trickstudio angesichts der wachsenden Konkurrenz des Fernsehens. Hanna und Barbera zogen die Konsequenz und gründeten ihr eigenes Studio, das - fast - nur noch TV-Zeichentrickserien produzierte und die Arbeitsweise völlig auf das neue Medium mit dem begrenzten Bildschirm  umstellte. Anders als bei "Tom und Jerry" waren die Fernsehserien nur noch sparsam animiert: die Figuren bewegten nur noch einzelne Körperteile, Hintergründe wurden einfach verschoben, um den Eindruck von temporeicher Bewegung zu erzeugen, einzelne Sequenzen wurden sogar wiederverwertbar usw. ("Limited Animation"). Der Output an Sendematerial vervielfachte sich enorm, die Herstellungskosten sanken drastisch. Die große Nachfrage der TV-Sender konnte so wesentlich leichter befriedigt werden.

Home Zurück Seite 2 Seite 3 Familienbilder...

Petra Nagel  · Shop · Gästebuch ·  Feedback und Nachricht an mich   ·  Forum ·  Impressum