Klecksi

29.05.11

Mit einem Vorwort von Frank, dem größten Klecksi-Fan
(Die Bilder und der Text stammen aus der Zeitschrift "Gong", Ausgabe 4/1964, vielen Dank an Kaschi)
Copyright bei den Verfassern und Fotografen (siehe oben), der Augsburger Puppenkiste und dem Gong.

Einer meiner liebsten Sandmännchengeschichten waren die Abenteuer vom Tintenfisch Klecksi, vielleicht auch deshalb, weil er zum "Ensemble" der Augsburger Puppenkiste gehörte.  Es war der Höhepunkt der Sandmännchenwoche, wenn Klecksi  seinen Auftritt hatte. Ich bilde mir sogar ein, noch zu wissen, dass er bei uns in Berlin immer dienstags kam. Ja, auch Sandmännchenserien hatten ihren festen Sendeplatz. Aber warum ich ihn auch heute noch so liebe, weiß ich nicht zu sagen. Doch wenn ich diesen komischen Kerl sehe, mit seinen großen Augen und einer "Frisur" wie ein Dutt ein bisschen wie eine liebe Oma mit Brille, überkommt mich ein Gefühl von seliger Kindheit und Geborgenheit. Wie populär er damals war, zeigt wahrscheinlich auch die Tatsache, dass die Betreuer in einem Ferienlager 1968 aus Wollzöpfen zwei Tintenfische bastelten, die sie "Klecksi" nannten, von denen ich einen in einem Wettkampf gewann. Ich war damals selig, auch wenn er nur entfernt meinem Liebling im Aussehen ähnelte. Und ich bin glücklich, dass er noch heutzutage nach 40 Jahren in meinem Schlafzimmer auf einem Regal sitzt.

 

Der gefangene Wal

Irgendwo im großen salzigen Meer liegt der Korallenwald mit seinen kleinen und großen Bewohnern; dazu gehörte auch Vieltran, der Walfisch.

Er schwamm am liebsten auf dem Wasser, denn da konnte er so schön Springbrunnen machen. Das ging unter Wasser lange nicht so gut.

Aber eines Tages wäre ihm diese Spielerei beinahe teuer zu stehen gekommen, denn er bemerkte nicht das Schiff, das immer näher kam. Auf dem Schiff waren Fischer, die Wale fangen wollten. Er erkannte die Gefahr erst, als sich ein großer Schatten über seinen Rücken senkte. Blitzschnell stürzte er sich ins Wasser und hinterher die Harpune mit dem langen Seil.

 

Gottlob, die Spitze ging vorbei. Aber das Seil wickelte sich um seine Schwanzflossen. Je heftiger er aber zappelte, desto dichter zog sich das Seil zusammen. Aber Vieltran wollte so schnell nicht aufgeben und es ging hin und her. Zum Glück kam Klecksi, der kleine Tintenfisch, und sah, in welch großer Schwierigkeit Vieltran war. Da kann nur einer helfen, dachte er: Scharfmaul, der Sägefisch! Ob er das aber tun würde? Klecksi ruderte achtarmig, so schnell er konnte, zu Scharfmaul und bat um seine Hilfe. Scharfmaul aber schmollte: "Ihr kleinen Meerbewohner lasst meinen Sohn Scharfmäulchen nie mit Eurem dummen, alten Schiffswrack spielen, drum helf' ich dir jetzt auch nicht!"

Da versprach Klecksi, Scharfmäulchen dürfe morgen den ganzen Nachmittag mit dem schönen alten Wrack spielen. Da wollte der Sägefischpapa helfen.

 

 

Klecksi setzte sich auf Scharfmauls Rücken - denn dieser war ja  schneller als er - und los ging es. Sie kamen gerade zur rechten Zeit, denn Vieltran war schon recht müde geworden und kämpfte nur noch ein bisschen. Aber nun war keine Gefahr mehr. Scharfmaul war da! Und nun ging es ritsche, ratsche, ritsche, ratsche.

Der Wal war frei! Vor Freude hätte Vieltran Scharfmaul beinahe auf die Schnauze geküsst, aber das wäre ein spitziger Kuss gewesen. So ließ er es lieber sein. Scharfmaul hätte auch keinen Wert darauf gelegt, denn er dachte an Scharfmäulchen, der den ganzen Nachmittag nun mit dem herrlichen alten Wrack spielen durfte. Aber Klecksi seufzte: "Wie bringe ich das jetzt bloß den kleinen Meeresbewohnern bei? Mir wird schon was einfallen."

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