Leider hat es sich Maria Theresia in den Kopf gesetzt, ihrerseits den feschen Leutnant unter die Haube zu bringen, und so findet sich Rotteck in der ersten Folge gleich bis zur gepuderten Perücke in Schwierigkeiten, aus denen er sich nur mit allergrößter Mühe und Bauernschläue befreien kann – und daher ist er heilfroh, als ihn ihre Majestät kurz darauf mit einer weiteren Depesche von dannen schickt und der Kurier der Kaiserin zusammen mit Padua wieder durch Wälder und über Wiesen preschen darf - um gleich darauf auf einer strategisch wichtigen Brücke seinem preußischen Gegenstück, Leutnant von Buckow, gegenüber zu stehen und sich ein Gefecht auf Leben und Tod zu liefern …

Natürlich geht alles gut aus, obwohl ordentlich gehauen, gerauft, gekniffen und gesoffen wird (Klaus-Jürgen Wussow übernahm übrigens alle Stunts selbst und handelte sich dabei allerhand Blessuren ein), denn es handelt sich ja um eine Serie fürs Familienprogramm – sympathische Unterhaltung und mit viel Augenzwinkern erzählte Geschichten in historischem Gewand servierte uns das ZDF mit dem "Kurier der Kaiserin".

 

 

Im Herbst des Jahres 1970 ging es los, und ich erinnere mich sehr genau, dass meine Familie keine einzige Folge verpasste. Zudem mochte mein Vater die Darstellerin der Kaiserin, Marianne Schönauer, sehr, wobei sie leider nur in der ersten Episode eine tragende Rolle spielt. Aber eben auch Klaus-Jürgen Wussow spielte sich rasch in die Herzen meiner Eltern, und Matthias Grimm in der Rolle des gewitzten Zigeuners Padua war vor allem bei uns Kindern beliebt, weil er zu allen Schandtaten bereit war, um seinen Herrn und Meister zu unterstützen. Den Gegenspieler des Leutnant Rotteck gibt Volkert Kraeft mit sichtlichem Spaß, und man sieht allen Beteiligten an, dass sie sich in ihren Rollen durchaus wohl fühlen.

Großes Vergnügen bereitete uns beim Zusehen auch die Eingangssequenz, in der Leutnant Rotteck und Padua den langen Zufahrtsweg zum Schloss Schönbrunn in Wien entlang galoppieren, worauf Rotteck dann wenig später die breite Eingangstreppe empor eilt, um bei der Kaiserin vorzusprechen, die ihn mit dem charmantesten Lächeln, das man von einer Herrscherin erwarten darf, empfängt …

Rund 10 Jahre später besuchte ich selbst Schloss Schönbrunn zusammen mit meiner Familie, und wir erinnerten uns genau an die Stellen, die wir in der Serie gesehen hatten, und da hieß es: "Schau, da ist er entlang geritten, der Kurier der Kaiserin…!"
 

 

Was ich allerdings erst erfuhr, als ich das Interview mit Regisseur Hermann Leitner (er schenkte uns wunderbare Nachkriegsfilme wie "Ferien auf Immenhof"  und "Heimweh nach dir, mein grünes Tal" sowie Serienklassiker wie Luis Trenkers "Luftsprünge", "Sonne, Wein und harte Nüsse", "Polizeifunk ruft" und "Hamburg Transit") sah, war die Tatsache, dass die Außenaufnahmen der Serie "Der Kurier der Kaiserin" vor den Toren der Heimatstadt meiner Mutter und Großmutter stattgefunden hatten. Damit war dann klar, warum meine Mutter immer glänzende Augen bekam, wenn sie die Abenteuer des Leutnant Rotteck auf dem Bildschirm verfolgte.

Ich war damals gerade 11 Jahre alt und "Der Kurier der Kaiserin" gehörte für mich zu meinen Lieblingsserien. Lange war mir die von Peter Thomas (der auf den DVDs übrigens ebenfalls für ein ausführliches Interview zur Verfügung stand) und Hermann Leitner erdachte und  komponierte Titelmelodie im Ohr geblieben.

 

 

Die Jahre vergingen und Klaus-Jürgen Wussow landete mit "Sergeant Berry" einen weiteren Vorabend-Serienhit, ließ mir in diversen gruseligen  Edgar Wallace Filmen das Blut in den Adern stocken und schlug dann im Schwarzwald und in der dortigen Fernsehklinik sein Domizil auf. Matthias Grimm verlegte sich auf das Synchronisieren und verschwand weitgehend vom Bildschirm, und Volkert Kraeft versuchte sich in allen möglichen Gast- und Hauptrollen in Familien- und Krimiserien und Fernsehfilmen, bis er zuletzt dann Mitglied der Fernseh-Försterfamilie Rombach im bayrischen Falkenau wurde und Anouschka Renzi den Hof machte.

 

Dank der DVD-Edition von "Der Kurier der Kaiserin" konnte ich vor Kurzem wieder Leutnant Rotteck nach mehr als vierzig Jahren auf seinen Abenteuern begleiten und hatte genauso viel Spaß daran wie als Kind. Jugenderinnerungen an wunderbare Fernsehabende im Kreise meiner Familie wurden wach, und die Aufmachung der farbenprächtig mit dünnem rotem und blauem Samt überzogenen DVD-Boxen sowie die liebevoll gestalteten Booklets wissen ebenfalls zu begeistern. Und so hat nun auch diese wunderbare kurzweilige Historienserie ihren Platz in der Reihe der DVDs mit meinen Jugenderinnerungen an selige Fernsehtage gefunden und wird mir sicherlich nicht zum letzten Mal Freude bereitet haben. Für Freunde prachtvoll ausgestatteter und unterhaltsamer deutscher Fernsehserienproduktionen ist die Anschaffung der beiden DVD-Boxen sehr zu empfehlen.

Hier enden Petes Erinnerungen an diese Serie - und wer Lust hat, Klaus-Jürgen Wussow in seiner frühen Serienrolle zu begegnen, der kann die DVDs direkt über diese Seite bestellen!

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