L. A. Law

06.04.13

Staranwälte, Tricks, Prozesse

Anwälte sind gern gesehene Gäste auf den Bildschirmen. Serien wie "Perry Mason", "Petrocelli", "Matlock" oder "Jake und McCabe" folgen in der Regel demselben Schema:  Der Jurist übernimmt die Verteidigung eines – meist – des Mordes Verdächtigen und nimmt die Ermittlungen in dem Fall auf. Dabei kann er fast immer auf die hilfreiche Unterstützung eines Assistenten vertrauen: Dem Staranwalt Perry Mason steht die treue Seele Della Street bei der Aufklärung des Verbrechens zur Seite, Tony Petrocelli engagiert regelmäßig den Cowboy Pete Ritter, der Südstaatler Matlock schickt seinen Gehilfen Tyler Hudson los, um Informationen einzuholen, und der gemütliche Vertreter der Staatsanwaltschaft, Jason McCabe, arbeitet mit dem Polizisten Jake Styles zusammen. Die herbeigeschafften Zeugen und Indizien entlarven den wahren Täter, der schließlich von dem Anwalt im Gerichtssaal überführt wird. Es bleibt im Prinzip also immer bei "Whodunit"-Suchspiel.

 

Ganz anders gestalten sich jedoch die Folgen der Serie "L.A. Law", eine Mischung aus Seifenoper und Gerichtsdrama (wobei ich das Gerichtsdrama eindeutig vorne sehe - lediglich die Beziehungen der Mitarbeiter untereinander hatten z. T. leichte Soap-Tendenzen).

Die Anwaltskanzler McKenzie, Brackman, Chaney & Kuzak (in einer späteren Folge darf der Scheidungsspezialist Arnold Becker noch seinen Namen mit auf den Briefkopf setzen) bildet den Schauplatz der Serie. Die Kanzlei gilt als eine der angesehensten von Los Angeles und zählt hauptsächlich gutsituierte Firmen und Großverdiener zu ihrer Klientel. Die Belegschaft rekrutiert sich aus Leland McKenzie (Richard Dysart), dem väterlichen Seniorpartner, der zusammen mit dem bereits in der ersten Folge verblichenen Douglas Brackman die Firma gründete. Dessen gleichnamiger Filus (Alan Rachins) steht der Firma als pedantischer Manager vor. Stuart Markowitz (Michael Tucker) ist zuständig für alle Finanz- und Steuerfragen, seine Frau, die Prozessanwältin Ann Kelsey (Jill Eikenbery), gehört ebenfalls zum renommierten Büro – übrigens: auch im Privatleben waren die beiden verheiratet. Eine etwas verzwicktere Beziehung verbindet Michael Kuzak (Harry Hamlin) und Grace van Owen (Susan Dey). Die frühere Staatsanwältin und Richterin, der Michael in den ersten Folgen selbst des öfteren im Gerichtssaal gegenüberstand, gehört seit einiger Zeit auch zur Kanzlei, was ihrer Beziehung nicht besonders bekommt. Zumal sie sich in ihren Kollegen Victor Sifuentes (Jimmy Smits) verliebt hat und jetzt auch noch ein Kind von dem mexikanischen Aufsteiger erwartet.

 

"Arnie" und Roxanne

 

Für eine der profitabelsten Zweige der Firma, das Scheidungsrecht, ist Arnie Becker (Corbin Bernsen) zuständig. Der schürzenjagende Rechtsverdreher ist vor Gericht genauso erfolgreich wie im unsteten Privatleben – sehr zum Leidwesen seiner Sekretärin Roxanne (Susan Ruttan), die schon seit Anbeginn der Serie unsterblich in ihren Chef verliebt ist. Zum Kreise der Anwälte zählen weiterhin die alleinerziehende Mutter Abby Perkins (Michele Greene), der Schwarze Jonathan Rollins (Blair Underwood) sowie die Neuzugänge der Firma, die unkonventionelle C. J. Lamb (Amanda Donohoe) und ihr Freund Tommy Mullaney  (John Spencer). Zu guter Letzt folgt noch der behinderte Bürobote Benny Stulwicz (Larry Drake), das Faktotum der Firma. Wohlgemerkt, hierbei handelt es sich nur um die absoluten Hauptpersonen, die im Verlauf der Serienjahre noch ergänzt werden.

Genug Stoff also, um allein mit den Beziehungen der einzelnen Mitglieder untereinander schon eine ganze Serie zu füllen. Doch in der Hauptsache geht es um die meist recht ungewöhnlichen Fälle, die den Zuschauer in die Rolle eines Geschworenen drängen. Vom bestialischen Mord, über Fragen der medizinischen Ethik bis hin zu skurrilen und amüsanten Verhandlungsgegenständen ist in dieser innovativen Serie alles vorhanden, was zur Unterhaltung der Zuschauer beiträgt.  Dabei werden nach bester TV-Tradition in den einzelnen Episoden einige Fälle abgeschlossen, der Ausgang anderer hingehen für die nächste Folge aufgespart – ganz dem Fernsehmotto "Er zückte den Dolch, Fortsetzung folgt" verpflichtet.

Weitere Informationen zur Serie gibt es auf Seite 2


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