Lockruf des Goldes

Daraufhin setzt ein Run auf die Weiße Rinne ein. Auch Elam glaubt dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mit zwei seiner Kameraden macht er sich bei Nacht und Nebel aus dem Staub. Aber drei weitere Abenteuer heften sich an ihre Fersen, und sie müssen erkennen, dass die Goldader entweder nicht die gesuchte ist oder lange nicht so ergiebig, wie sie es sich erhofft und erträumt haben. So verbringen sie – zusammen mit einem ausgestopften Strohsack namens Frankie – den Winter in einer einsamen Hütte.  

Anfangs noch beste Kameraden, bricht bald Rivalität unter den Männern aus. Sie fangen an, sich zu misstrauen und sich gegenseitig umzubringen. Einziger Überlebender ist Elam Harnish, aber das wissen die Einwohner von Dawson vorläufig noch nicht. Die allseits beliebte Cad Wilson lässt sich aus lauter Wut und Verzweiflung zu einer Kurzschlusshandlung hinreißen … 

Im Film ist öfter vom "Großen Gott Zufall" die Rede. Der will es, dass Elam - ausgerechnet beim Lachsfang - eine Goldader entdeckt. Er verkauft den Claim für harte Dollars an Charly Clayton und investiert den Gewinn. Zuerst spekuliert in kleinem Rahmen und macht Millionen. Daraufhin spekuliert er in großem Rahmen und verspekuliert sich. Von skrupellosen Geschäftsleuten, die es eher drauf haben als "der wilde Mann vom Yukon", wird er gnadenlos gelinkt und abgezockt. Zwar gelingt es ihm, einen Bruchteil des verlorenen Vermögens wieder zu beschaffen, aber das wird ihm dann in einer Hafenkneipe geklaut.  

Um seine Ruhe zu haben und vor Verfolgern sicher zu sein, besticht er einen Journalisten, die Nachricht von seinem Ableben zu bringen. So begibt er sich zurück nach Alaska und auf die Suche nach einem geheimnisumwitterten See, dessen Grund – einer alten Indianersage nach zu urteilen - mit Goldklumpen bedeckt sein soll …

 

In der letzten Folge wird es noch einmal richtig spannend.  - Kaum in Alaska angekommen, tut sich Elam mit Andy Carson zusammen, einem unbeholfenen Brillenträger, der in Harnish einen Pfadfinder zum Gold wittert. Andy wird von Indianern verschleppt und plötzlich findet sich auch Elam in einem Indianerlager irgendwo im Nirgendwo wieder.  

Diese Gemeinschaft wird geleitet von Snass, einem blinden Weißen, der sich zum Häuptling ernannt hat. Er ist zivilisationsmüde und bastelt sich seine eigenen Gesetze. Fluchtversuche gelten als unmöglich und werden hart bestraft. Überflüssigerweise findet Elam ausgerichtet hier Gold. Der von Neid und Besitzgier zerfressene Andy Carson möchte ihn deswegen töten und kommt dabei selbst ums Leben.

 

Häuptlingstochter Labiskwee träumt von einem Leben in der Zivilisation. Ihre Kenntnisse über das Leben außerhalb des Lagers hat sie von einem Weißen, der "Vierauge" genannt wird. Allzu gerne würde sie ihr "Hochzeitsfeuer" für Elam Harnish anzünden. Die beiden planen die Flucht.

 

 

Als sie ihre Pläne in die Tat umsetzen, kommt ihnen ein weiterer Gefangener von Snass auf die Schliche. Er schließt sich ihnen an und stiehlt die bescheidenen Vorräte. Das vermindert ihre eigenen Chancen zu überleben. Schwach vor Hunger und Erschöpfung sehen sie drei Sonnen und fürchten, den Nebeltod zu sterben. Da schießt Elam ein Eichhörnchen. Das Tierchen bietet zwar Nahrung aber zuwenig zum Leben und zuviel zum Sterben. Mit letzter Kraft schickt Elam seine Gefährtin in einem Boot den Fluss hinab, bevor er selbst zusammen bricht.  

Von Fallenstellern gerettet, macht sich Elam Harnish auf nach Dawson City, wo er nur noch Pater Judge antrifft. Dawson wurde inzwischen zur Geisterstadt; die Suche nach dem Glück findet nun woanders  statt ... 

Im Großen und Ganzen gefiel mir die Abenteuergeschichte gut,  aber so richtig zufrieden war ich mit der Verfilmung nicht. Hatte ich doch Schwierigkeiten, einige  Filmszenen den mir bekannten Jack-London-Romanen zuzuordnen. Meine Lieblingskapitel, wo die Hauptfigur alles tut, um die tüchtige Sekretärin Dede für sich zu gewinnen, fand im Vierteiler überhaupt keine Erwähnung. Dafür wurde ausgiebig über Spekulationsgeschäfte und Börsenspiele berichtet, womit ich nicht viel anfangen konnte. An eine Romanze mit einer Indianerin kann ich mich (im Buch nicht) erinnern, trotzdem war der vierte Teil für mich der schönste. Jedenfalls bekamen wir Fernsehzuschauer einen guten Eindruck vom Goldrausch, vom Überlebenskampf in der Wildnis Alaskas und auch von Mangelkrankheiten wie Skorbut, womit man hierzulande so gut wie gar nicht in Berührung kam. 

Zu den Drehorten der berühmten Adventsvierteiler habe ich es leider nie geschafft. Dafür hatte ich Gelegenheit, mir in jungen Jahren den Ort des Schaffens von Jack London anzusehen, der in dem Roman "Lockruf des Goldes" seelenvoll und treffend beschrieben wurde. Meine amerikanischen Gasteltern hielten mich zuerst für ein wenig überspannt, als ich den Wunsch äußerte, einen Sonntagsausflug ins kalifornische Sonoma County zu machen, anstatt mich meinen Kameraden anzuschließen, die alle nach Disneyland oder Beverly Hills wollten. Aber dann hat man mich mit diesem tollen Ausflug überrascht, der uns zuerst an die Küste nach Bodega Bay führte, wo Hitchcocks "Die Vögel" gedreht wurde, danach machten wir einen Stop im Napa Valley, was als Zentrum des kalifornischen Weinanbaus gilt -  und von dort ist es nicht mehr weit bis zum Mondtal und Jack Londons früherer Ranch. Dieser Besuch hat mich sehr berührt. Das Haus, das von Jack London erbaut wurde, das sogenannte "Wolfshaus" war abgebrannt, eswaren nur noch Ruinen zu sehen, aber es wurde auch ein Wolfshaus nachgebaut. Das angebliche Grab Jack Londons  existiert gar nicht, der Schriftsteller hat sich nach seinem Tod verbrennen und seine Asche verstreuen lassen. 

Zum letzten Mal wurde ich mit meiner Leidenschaft für einige Adventsvierteiler konfrontiert, als in meiner Heimatstadt Saarbrücken, am Geburtshaus von Regisseur Wolfgang Staudte in der Mainzer Strasse 11, ihm zu Ehren eine Gedenktafel angebracht wurde.

 

Soweit Mariposas Erinnerungen. Wer die Geschichte auch in Bild und Ton nachvollziehen kann, hat hier oder bei die Möglichkeit:

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