11.06.08

Felix Unger (Tony Randall)

Oscar Madison (Jack Klugman)

Broadway-Autor Neil Simon ("Nie wieder New York", "Barfuß im Park") hat sie sich ausgedacht: Felix Unger, den durchgeknallten hypochondrischen Putzfanatiker auf einer Streß-Skala zwischen 0 und 10, und Oscar Madison, Sportreporter des New York Herald und schlampig bis zum Abwinken. 1967 erzählte uns Simon in dem oscarprämierten Film "Ein seltsames Paar", wie Felix nach der Trennung von seiner Frau bei seinem Pokerkumpel Oscar einzog, dem einige Zeit vorher das gleiche Schicksal mit seiner eigenen Gattin widerfahren war (für die ganz hartgesottenen Fans hier die Adresse: 1049 Park Avenue, Appartment 1102). Die dadurch entstandene Fernsehserie "The Odd Couple" (so der Originaltitel) gab in 90 Folgen hochgradig vergnügliche Einblicke in das Chaos, das aus dieser dubiosen Konstellation zweier völlig gegensätzlicher Freunde resultierte, bis Felix schließlich wieder zu seiner Frau Gloria zurückkehren durfte.

Die Hauptdarsteller der Fernsehkomödie – Jack Klugman als Oscar und Tony Randall als Felix – standen der Kinobesetzung (Jack Lemmon, Walter Matthau) in nichts nach. Wenn Felix in ohrenbetäubender Lautstärke seine Stirnhöhle freitrompetete und mit nöliger Stimme Anweisungen in Sachen Hausputz gab, bekam der Begriff "nervig" einen völlig neuen Stellenwert. Oscar dagegen, dessen Hemd als Symbol eines unbändigen Freiheitsdrangs permanent aus dem Hosenbund krabbelte, grölte heiser wüste Beschimpfungen und stichelte seinen Mitbewohner auf recht unflätige Art.

 

Typischer Dialog: Felix: "Du könntest ruhig etwas toleranter sein!" Oscar: "Du lebst doch noch. Das ist doch tolerant!"

Produzent (und teilweise auch Regisseur) der Serie war Garry Marshall, der später mit "Pretty Woman" und "Frankie und Johnny" enorme Popularität erlangte. Er war es auch, der seinen beträchtlichen Freundeskreis nutzte, um immer wieder für originelle Gastauftritte zu sorgen. In einer Folge etwa leidet Oscars Sekretärin Myrna Turner an Liebeskummer – gespielt wird sie von Garry Marshalls kleiner Schwester Penny, die später respektable Filme wie "Zeit des Erwachens" inszenierte. Das Objekt ihrer Begierde war ein damals noch unbekannter, üppig beliebter Mann: Rob Reiner – ebenfalls später als Regisseur überaus erfolgreich, so drehte er unter anderem "Harry und Sally", "Misery" und "Stand by me".