
04.06.11
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1984. Ronald Reagan war
seit 3 Jahren Präsident der Vereinigten Staaten. Sein Wirtschaftsprogramm
schien zu fruchten – gnadenlos. Es herrschte neureiche Goldgräberstimmung im
Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und der vorherrschende Zeitgeist fußte
auch im Fernsehen.
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Michael Mann, einst
Drehbuchautor für "Starsky & Hutch" und mehr, hatte ein vollkommen neues
Konzept für eine Krimi-Serie ausgetüftelt. Er wollte die Stimmung in einem
modernen Casablanca einfangen, einem quasi rechtsfreien Raum, in dem Laster
in Luxus und Schönheit erstrahlt. Wichtiger noch als die Handlung sollte die
Ausstattung, die Schnittechnik und die Musik sein. Dies war in der Tat ein
Vorhaben, an das sich noch niemand herangewagt hatte.
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Ein weiteres tat das hypermodische Outfit der Hauptdarsteller. Bis zu achtmal wechselten sie pro Folge ihre Garderobe. Aber immer herrschten Farben vor, zu denen sich dahin nie ein Macho bekannt hatte: Pastell- und Bonbontöne boomten plötzlich. Bei der Jugend in Amerika erwachte ein ungewohntes Modebewusstsein. Namen wie Armani und Boss, Versace und Valentino rotierten nun auf jeder Zunge. Der Look von Miami Vice war der Look einer neuer Generation. Selbst die großen Kaufhäuser reagierten und richteten Miami-Vice-Abteilungen ein.
Der allgegenwärtige
Wirbel kam den Schauspielern Don Johnson und Philip Michael Thomas sehr
gelegen. Jahrelang waren sie dem Erfolg hinterhergekrochen. |
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Philip Michael Thomas gibt sich volkstümlicher. Der Mann aus Columbus/Ohio wuchs in Los Angeles auf, tat seine ersten Bühnenschritte im Kult-Musical "Hair" und studierte Theologie. Noch immer würzt er seine Dialoge mit Bibelsprüchen: "Jeder Erfolgstag von Miami Vice machte mich demütiger gegenüber dem Herrn, denn er der hat mich zum Erfolg bestimmt." Saubermann Thomas, der privat nicht einmal Aspirin einwirft, beschrieb Tubbs als "eine Katze mit neun Leben. Er ist gefährlich, wild und tödlich. Perfektion heißt sein oberstes Gebot." In "Miami Vice" stießen Johnson und Thomas – Crockett und Tubbs – zunächst hart aufeinander. Sonny Crockett hatte Ideale. Das war, als er die Highschool verließ und ihm eine verheißungsvolle Karriere als Football-Star bevorstand. Doch dann kam Vietnam. Der schöne Traum zerplatzte. Bei der Polizei findet er Ersatz für den entgangenen Nervenkitzel auf dem Spielfeld. Seine geschiedenen Frau Caroline (Belinda Montgomery) und den sechsjährigen Billie sieht er selten. Mit seinem Alligator Elvis haust er auf der Yacht "St. Vitus’ Dance" im Hafen von Miami. Und dass er im harten Spezialdienst nicht den Humor verloren hat, ist seinem coolen Machismo zuzurechnen.
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Auf Seite 2 geht es weiter mit Informationen zu "Miami Vice"
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