Das Ende - und doch alles offen

Vor über 30 Jahren bei der Erstausstrahlung war ich völlig überzeugt davon, dass Rudy Jordache tot ist. Ich weiß noch, wie ich zitterte und mich erschreckte, als Falconetti noch einmal seine Pistole hob und auf Rudy zielte.

Tatsächlich ist aber das Ende völlig offen. Es wird auch vermutet, dass eine dritte Staffel in Planung war und man deshalb das Ende so gestaltet hatte. Aber so richtig weiß das niemand. Angeblich wollte Peter Strauss keine dritte Staffel mehr - aber dieses Ende hätte auch nicht zwangsläufig eine dritte Staffel mit Strauss bedeuten müssen. Allerdings hätte ich auch nicht gewusst, an welcher Leitfigur man nun die Serie neu ausrichten hätte sollen.

Tja, die drängendste Frage ist wirklich, ob Rudy es überlebt hat. Eigentlich spricht alles dafür: er konnte noch gehen, war nicht tödlich getroffen. Hilfe war nicht weit, die Strasse war zwar nicht sonderlich belebt, aber er hat sich direkt vor ein Lokal gelegt, zwar auf die Strasse, aber man konnte ihn sehen.

 

 

Nachdem ich nun fast einen ganzen Tag gebraucht habe, um die Geschichte nachzuerzählen, die Screenshots auszuwählen und das alles noch einmal Revue passieren zu lassen, kann ich nicht anders als zu dem Ergebnis zu kommen, dass "Reich und Arm" eine der besten, dramatischsten und schauspielerisch anspruchvollsten Serien der 70er Jahre war - und das gilt auch für die 2. Staffel, die von Susan Sullivan als "Soap" bezeichnet wurde. Dies war keine Soap, ganz sicher nicht.

Ich kann nicht fassen, dass diese Fortsetzung Irwin Shaw nicht gefallen hat - natürlich hat ein Autor immer seine eigenen Vorstellungen von seinen Figuren, er will sie alle in der Serie haben und keine dazu geschriebenen. Das kann ich verstehen. Aber hier war das Drehbuch vor dem Roman. Und das Drehbuch war großartig, genauso wie die Schauspieler. Leider kann ich nicht feststellen, ob es Preise gab für die zweite Staffel, aber für die erste gab es Emmy-Awards für Alex North (Musik), Edward Asner (Axel Jordache) und Fionnula Flanagan (Clothilde).

Die Serie (1. Staffel) gewann einen Golden Globe als beste Drama-Serie, Susan Blakely als beste Schauspielerin (für mich unverständlich) und Edward Asner als bester Nebendarsteller (dies wiederum zu Recht). Ebenfalls einen Golden Globe gewann die Darstellerin der Miss Lenaut, sie spielte Toms Französischlehrerin und war ca. drei Minuten in der Serie zu sehen. Auch ein Rätsel, wie man mit einer solchen Rolle einen derartigen Preis gewinnen kann. Gerade las ich, dass Susan Blakely auch für die 2. Staffel einen Emmy gewann. Die Amerikaner haben mitunter einen merkwürdigen Geschmack :-) Ansonsten scheint die 2. Staffel keine Preise bekommen zu haben, falls doch, bitte ich um Korrektur.

 

Wie ich schon bei der 1. Staffel schrieb, war Peter Strauss als Schauspieler sehr erfolgreich und ist es immer noch. In Deutschland kennt man ihn aber vor allem als Rudy Jordache.

Gregg Henry ist ein sehr viel beschäftigter Schauspieler, der oft etwas zwielichtige Typen spielt. "Reich und Arm" war seine erste große Fernsehrolle. Im übrigen ist Henry nur fünf Jahre jünger als sein "Onkel Rudy" Peter Strauss.

James Carroll Jordan ist sogar nur drei Jahre jünger als Peter Strauss. Seine Karriere verlief nicht ganz so erfolgreich wie die von Gregg Henry. Er war übrigens sieben Jahre mit seiner Serienpartnerin Penny Peyser (Ramona) verheiratet.

Penny Peyser kennt man vor allen Dingen aus der Serie "Die Fälle des Harry Fox". Auch sie, die so jung wirkt in der Serie, ist nur vier Jahre jünger als Peter Strauss.

 

Susan Sullivan kennt man natürlich in ihrer bekanntesten Rolle als Maggie in "Falcon Crest". Sie war, als die Serie gedreht wurde, 34 Jahre alt, sah aber älter aus, ist damit aber immer noch 5 Jahre älter als Peter Strauss, der damals gerade mal 29 Jahre alt war, aber sehr glaubhaft einen Anfangs-Vierziger spielte. Zum Vergleich: auch Peter Haskell spielte einen 42jährigen (Charles Estep), war damals auch genauso alt, wirkte aber m. E. bedeutend älter.

Das kann eigentlich nur bedeuten, dass Peter Strauss ein hervorragender Schauspieler ist. Normalerweise wirken sehr junge Schauspieler immer ein wenig lächerlich, wenn sie viel ältere Rollen haben - bei Strauss passte es perfekt. Gregg Henry und James Carroll Jordan wirkten etwas älter als sie damals wirklich waren, dies fiel jedoch kaum ins Gewicht.

Kimberly Beck (Diane) war 20 Jahre alt zum Zeitpunkt der Serie, sie kam also ihrer Rolle noch am nächsten. Auch sie hatte viele Fernsehrollen.

 

 

Noch zu erwähnen sind natürlich William Smith (Falconetti), Kay Lenz (Kate) und Herbert Jefferson jr. (Roy Dwyer). William Smith, der mit der Rolle des Falconetti zu einem der wohl meistgehassten Schurken in amerikanischen Serien wurde, ist heute 80 Jahre alt und war schon damals ein bekannter Seriendarsteller. Kay Lenz machte in Deutschland vor allem Schlagzeilen als Ehefrau von David Cassidy - sie wurde schon sehr beneidet, und jeder fragte sich, wer diese unscheinbare kleine Frau mit dem großen Mund ist. Herbert Jefferson jr. hatte viele Gastrollen in Serien, ihn kennt man am ehesten wohl als Boomer aus den alten Kampfstern-Galactica-Episoden.

 

 

Ich möchte hier gar nicht jeden Darsteller aufführen, daher bitte keine Klagen oder Fragen, warum ich nichts über Peter Haskell oder Peter Donat oder Philipp Abbott erwähnt habe ... Ich habe dieser Serie schon mehr Zeit gewidmet als jeder anderen Serie auf dieser Seite.

Ich denke, die Serie könnte auch heute noch erfolgreich sein, sie neu zu verfilmen, hielte ich jedoch für eine schlechte Idee. Doch das ist, soweit ich weiß, nicht angedacht. Eine Fortsetzung hingegen - mit Wes und Billy als heute ca. 60jährige mit eigenen Familien - wäre jedoch eine überlegenswerte Sache.

Schwächen gab es natürlich auch zuhauf, aber die fallen bei einer solchen Serie nur bei sehr kritischem Hinsehen ins Gewicht. Natürlich fragt man sich, wieso Falconetti immer so leicht aufzuspüren ist, wieso es so einfach ist, in Las Vegas, das ja auch in den 60ern nicht so klein war, jemanden zu finden, warum Maggie sich eigentlich kaum um die ausgerissene Diane sorgt und woher Wes weiß, wo Maria Falconetti wohnt. Aber das sind Kleinigkeiten, die bei einer so großartigen Serie leicht vergessen sind. Mein Tipp für alle Fans der 70er Jahre: wenn ihr die Serie noch nicht kennt, unbedingt ansehen! Ihr werdet es nicht bereuen. Ganz großes Kino auf dem Fernsehschirm!

Wer Lust bekommen hat, trotz der vollständigen Inhaltsangabe hier, die Serie selbst anzuschauen (es lohnt sich trotzdem!!!), kann sowohl das komplette 2. Buch als auch die Gesamtbox direkt über diese Seite hier bestellen,  natürlich auch bei jedem anderen Händler, wie z. B. :

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