Auf der Flucht

05.04.13

Wenn man in den USA von "Kult"-Serien spricht (und das Wort "Kult" ist ja wirklich mehr als strapaziert, auch bei uns), kommt man an "The fugitive", wie "Auf der Flucht" im Original hieß, nicht vorbei. Was daran das besondere war?

Nun, es war die erste Serie, die einen Fortsetzungscharakter hatte - außer in den Soaps gab es das bisher nicht. Die Folgen in sich waren zwar abgeschlossen, aber es gab eine Geschichte, die in jeder Folge fortgesetzt wurde - die Flucht des Dr. Richard Kimble.

Wer kennt diesen Namen nicht? Selbst jemand, der die Serie nie gesehen hat, kennt den Spruch "Wie Richard Kimble auf der Flucht...". Eine Serie, die so bekannt ist, dass man sie kennt, obwohl man sie nicht kennt - die muss natürlich auch auf meine Seite, das ist klar.

Ich habe "Auf der Flucht" natürlich nicht bei der Erstausstrahlung in Deutschland gesehen, das war immerhin bereits im Juli 1965. Irgendwann wurde sie in den Dritten wiederholt, und da hatte auch ich die Chance, die Kult-Krimi-Serie der 60er zu sehen. Und es ging mir wie vielen Millionen Menschen weltweit in den Sechzigern: ich war gepackt von der Geschichte um den unschuldigen Richard Kimble, der verdächtigt wird, seine Frau ermordet zu haben und nichts unversucht lässt, den wahren Mörder zu finden.

 

Nach einem Streit mit seiner Frau Helen verlässt Richard Kimble das Haus. Als er später zurückkommt, läuft ihm jemand fast vor das Auto. Kimble kann nur noch erkennen, dass dem merkwürdigen Typen ein Arm fehlt.  Im Haus findet er seine Frau tot vor. Er selbst wird als Hauptverdächtiger festgenommen und zum Tode verurteilt - die Geschichte mit dem unauffindbaren Einarmigen wird ihm nicht geglaubt. Auf der Zugfahrt ins Staatsgefängnis entgleist der Zug, und Kimble kann entkommen, weil sein Begleiter - Lt. Philip Gerard (Barry Morse - auch bekannt aus "Mondbasis Alpha 1") - das Bewusstsein verliert. Damit beginnt eine vierjährige Flucht durch die Vereinigten Staaten, und somit auch eine einmalige Erfolgsgeschichte über 120 Folgen.

 

Jede Folge wurde im Original eingeleitet von William Conrad: "Name: Dr. Richard Kimble. Beruf: Arzt. Reiseziel: Die Todeszelle im Staatsgefängnis. – Aber er ist unschuldig. Kurz bevor er die Leiche seiner Frau fand, sah er einen einarmigen Mann von seinem Haus weglaufen. Aber das konnte er nicht beweisen. Und so wurde er verurteilt. Richard Kimble sieht die Welt zum letzten Mal. Eine dunkle Welt... Doch da fällt eine schicksalhafte Entscheidung..."

Richard Kimble erlebte auf seiner Flucht einiges - und er überlebte auch einiges! Er wurde etliche Male niedergeschlagen, -geschossen und -gestochen, er litt an Amnesie und zeitweiliger Blindheit, er wurde schwer krank und von Autos überfahren. Das Publikum litt mit und empfand... Sympathie. Sympathie für einen Ausgestoßenen der Gesellschaft, dem nicht nur übelst mitgespielt wurde, sondern der auch der Gutmensch schlechthin war. Sogar der Ehefrau seines Widersachers Gerard half er in einer Folge - er war also bereit, eher seine Entdeckung als das Leben anderer aufs Spiel zu setzen.

Richard Kimble lernte das andere Amerika kennen in diesen vier Jahren, ein Leben, das er vorher nicht kannte und wohl auch niemals kennen lernen wollte.

Während das Publikum mit ihm litt, bekam Barry Morse, der Darsteller seines Verfolgers, nicht gerade selten die Solidarität zu Dr. Kimble zu spüren. Er wurde nicht nur mit Worten angegriffen und "aufgefordert", Dr. Kimble endlich in Ruhe zu lassen.

Auf Seite 2 geht es weiter mit Infos zur Serie ...

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