Westlich von Santa Fé

13.05.11

Die drei Protagonisten spielen, als hätten sie nie was anderes gemacht, und sie werden dabei von Gaststars wie Lee Van Cleef, James Coburn, Sammy Davis Jr., Leif Erikson, Richard Anderson, James Drury, Robert Culp und vielen anderen unterstützt. In einer späten Folge gibt beispielsweise Sammy Davis Jr. einen Revolverschwinger und eine seiner besten Leistungen, doch Johnny Crawford (der inzwischen zum jungen Mann herangewachsen ist) spielt alle Beteiligten glatt an die Wand. Die in nur 25 Minuten erzählten Geschichten stehen großen Kinowestern nicht nach, und die Serie bietet sogar einen Crossover, was damals nicht allgemein üblich war: Der von Michael Ansara gespielte Indianer-Marshal Sam Buckhart aus der Four Star-Serie "Trail of the Plainsman" taucht in North Fork auf und kämpft an der Seite von Chuck Connors gegen Rassismus und Banditen.

Mit über 168 Episoden (von denen wir leider nur etwa ein Drittel zu sehen bekamen) und einer Laufzeit von fünf Jahren war "Westlich von Santa Fé" eine der erfolgreichsten "kleinen" Westernserien aller Zeiten.

 

Chuck Connors bekam später die Rolle des "Jason McCord" in der ebenfalls ungemein erfolgreichen Serie "Geächtet" ("Branded"), in der er einen wegen Feigheit vor dem Feind unehrenhaft aus der Armee entlassenen Offizier spielt, der über drei Staffeln hinweg versucht, sich zu rehabilitieren. Paul Fix spielte neben John Wayne in einigen Western und hatte Gastrollen in zahlreichen Serien, ebenso wie Johnny Crawford. "Westlich von Santa Fé" war anfangs eine reine "Männerserie", doch nach drei Staffeln führte man den weiblichen Touch in der Serie ein, weil Chuck Connors' rauer Ton den Produzenten zu rau war. In den 80er Jahren waren Chuck Connors und Johnny Crawford in einigen Folgen der Serie "Paradise - Ein Mann, ein Colt, vier Kinder" nochmals als Gaststars in ihren Rollen aus "Westlich von Santa Fé" zu sehen.

Noch ein abschließendes Wort zu Lucas McCains berühmtem Gewehr: Diese Winchester war eine Sonderanfertigung. Westernkenner wissen, dass eine Winchester nach jedem Schuss repetiert werden muss, um die verschossene Patronenhülse auszuwerfen und eine neue Patrone unter den Schlagbolzen zu führen.

 

Lucas McCains Winchester enthielt 13 Patronen (manchen Quellen zufolge 18 Patronen) und konnte mit einer Hand (!) repetiert und abgefeuert werden. Dies wurde zum einen durch den lang gezogenen Repetierbügel erreicht, mit dem man die Waffe beim Durchladen um die Hand rotieren lassen konnte, zum anderen durch einen Federmechanismus an der Unterseite des Kolbens. Repetierte man die Waffe, löste sich der Bügel vom Federmechanismus. Beim Zurückschwingen drückte der Bügel gegen die Feder, und diese löste den Schuss aus. Das Prinzip war ähnlich der Methode damaliger Revolverschwinger, den Abzugshahn beim Colt abzufeilen und damit die Arretierung des Hammers zu lösen. Dadurch musste man nur den Hammer zurückfächern und konnte rasend schnell feuern... 

So, nach diesen technischen Details hoffe ich, dass dieser Beitrag Erinnerungen an eine der schönsten Westernserien und einen meiner ganz persönlichen Fernseh-Favoriten geweckt und einige von euch vielleicht sogar neugierig auf diese tolle Serie gemacht hat. Anzumerken sei noch, dass es in Deutschland zwei Fernsehbücher und zwei Comics zur Serie gab (In Amerika gab es natürlich wesentlich mehr...)

 

Danke an Pete für diese sehr ausführlichen Informationen!

 

Mittlerweile ist "The Rifleman" in den USA auf DVD erschienen und kann dort bestellt werden. Aber auch in England gibt es diverse Möglichkeiten, an die NTSC-Boxen zu kommen. Amazon UK z. B. bietet eine reiche Auswahl. Wer Lust hat, kann sich hier ein wenig umschauen.

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