Timm Thaler

04.03.12

Erinnerungen von TV-Nostalgie-Forum-Mitglied "Mariposa"
(Quelle der Bilder: VHS-Aufzeichnung der Serie, daher auch die nur mittelmäßige Qualität)

Wetten, dass es schon vor "Wetten dass ...?" ein "TV-Event" gab, in dem viel gewettet wurde und das später sogar Fernsehgeschichte schrieb?

Die Rede ist von einer dreizehnteiligen Abenteuerserie: "Timm Thaler". Sie entstand nach James Krüss’ Roman "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen". Regie führte Sigi Rothemund, das Drehbuch stammt von Justus Pfaue und Peter M. Thouet. Christian Bruhn komponierte die Musik.

Die aufregende Geschichte Timm Thalers begründete die Tradition der Weihnachtsserien im ZDF. Sie wurde über die Feiertage bis Anfang  Januar täglich in 25minütigen Folgen ausgestrahlt. Später machte man daraus einen Sechsteiler mit je einstündigen Folgen.

 

Der undurchsichtige Baron de Lefouet ist unglaublich reich und fast allmächtig. Dank modernster Überwachungs- und Kommunikationssysteme sowie mit Hilfe seines arroganten Dieners Anatol hat er seine Augen und Ohren überall. Ihm fehlen Herzenswärme genauso wie Freundlichkeit und vor allem die Fähigkeit zu lachen.

Um darüber hinweg zu täuschen und die gute Seite der Welt für sich einzunehmen, beschließt er, sich ein Lachen zu kaufen. Er möchte ein Lachen, das zu seiner Physiognomie passt. Seine Wahl fällt dabei auf den Schuljungen Timm Thaler.


 

Dieser fröhliche Kerl ist nicht nur bildhübsch und sehr beliebt, sondern auch noch mit einem unwiderstehlichen Lachen gesegnet. Das setzt er oft und gerne ein, um sich bei seinen Schulfreundinnen einzuschmeicheln. So geht der kleine Playboy meistens mit dem Mädchen, das ihm bei aktuellen schulischen Problemen oder Klassenarbeiten am meisten nützt. Niemand kann ihm lange böse sein, und selbst die Lehrerin findet Gefallen an seinen Streichen.

 

 

Die Familie Thaler ist überhaupt eine Familie, in der es fröhlich zugeht, und in der – trotz finanzieller Sorgen und Nöte – viel gelacht wird. Freiwillig würde Timm sich von seinem Lachen nicht trennen. Das weiß der Baron und lässt Timms Vater tödlich verunglücken. Da vergeht dem armen Jungen das Lachen. Für ihn bricht eine Welt zusammen und der Baron hat leichtes Spiel.

Als "Kaufpreis§ erhält Timm die Zusicherung, fortan jede Wette zu gewinnen und sei sie noch so ausgefallen. Der Pakt behält solange seine Gültigkeit, wie beide Handelspartner Stillschweigen darüber bewahren. Bricht ein Partner das Schweigen, so verliert nur er seine Rechte.

 

Timm hat große Angst, er sei verloren, wenn er redet. Baron de Lefouet und sein Privatsekretär Anatol nutzen die neue Gabe reichlich aus und feiern riesige Erfolge. Timm dagegen wird immer unglücklicher. Er merkt, dass sein Lachen sein wertvollster Besitz war und beschließt, es sich zurückzuholen. 

Bei der Erstaustrahlung gegen Ende des Jahres 1979 gehörte ich schon nicht mehr zur Zielgruppe für Kinder- oder Jugendserien. Ich hatte auch keine jüngeren Geschwister oder eigene Kinder, denen zuliebe ich mitgeguckt hätte. So habe ich eher zufällig reingeschaltet. Als ich Ansichten Lanzarotes entdeckte (was zuvor ja auch als exotischer Drehort für meine Lieblingsserie diente), war ich ganz aus dem Häuschen, und die Geschichte fing an, mich in ihren Bann zu ziehen, obwohl ich mich nie für das Buch interessiert hatte. Ich kenne es gar nicht.

 

Meine Erinnerung setzt daher erst ein, als Timm sich als blinder Passagier an Bord eines Schiffes auf die Reise zur sagenhaften Insel Aravanadi macht. Lunopolis, das Hauptquartier des Barons, befindet sich dort. Timm ist fest entschlossen, bis dorthin vorzudringen, wird aber bald entdeckt. Und ich entdecke, dass Artur Brauss einen zwielichtigen Schiffsoffizier mimt und freue mich darüber. Ihn hatte ich fünf Jahre zuvor in "Härte 10" kennen- und "lieben"-gelernt. Diesmal spielt er keinen Sympathieträger, sondern einen Stinkstiefel. Die schmucke Uniform, die er dabei trägt, macht es also nicht.

Zum Glück lernt Timmy aber auch zwei Menschen kennen, die es gut mit ihm meinen und schnell zu seinen Freunden werden. Die resolute Schwester Agatha ist unterwegs zu einer Mission im Kongo, als sie feststellt, dass an Bord eine ganz andere Mission auf sie wartet.

 

 

Sie fühlt, dass Timm zutiefst unglücklich ist und möchte helfen. Das will ihr nicht gelingen. Heinrich, der gutmütige Schiffskoch, ist recht "einfach gestrickt". Aber auch er tut alles Menschenmögliche, um Timm aufzumuntern

Baron de Lefouet hingegen versucht alle Tricks, um Timm von Aravanadi und Lunopolis fernzuhalten. Aber da hat er die Rechnung ohne Schwester Agatha und ohne Heinrich gemacht. Die Schwester zögert keine Sekunde, selbst dem Teufel ans Bein zu treten – wenn es sein muss - und Heinrich unterstützt sie dabei. So erreicht das Schiff die geheimnisvolle Vulkaninsel. Schwester Agatha, Heinrich und Timm besuchen Abbé Johannes, der um die Geheimnisse der Insel weiß und auch dem Geheimnis des Jungen schnell auf die Spur kommt.

 

Auf Seite 2 geht es weiter, dort gibt es auch den DVD-Tipp!

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