Ty Hardin

06.04.12

Ty Hardin ist "Moss Andrews"

Als ich sechs Jahre alt war, sah ich zufaellig an einem Samstag Nachmittag eine Folge der Serie "Bronco". Ich war ins Wohnzimmer meiner Eltern gekrochen, mein Vater schlief auf seinem Lieblingssofa, und die Musik begann... "Bronco, Bronco, Bronco Layne..." Nie wieder ging mir das Lied, diese vier Wörter aus dem Kopf. Und dann ritt Bronco Layne auf dem herrlichen Pferd durch den staubigen Westen der USA... es gab Schüsse, mehr Staub... und dann wachte mein Vater auf und schickte mich aus dem Zimmer. Nie wieder sah ich Bronco … jahrelang suchte ich danach in meiner Jugend, aber so viel Fernsehgelegenheiten hatte ich nicht, und es wurde auch nicht wiederholt (oder nur einmal)...

 

Als ich Mitte der Achtziger in die USA emigrierte, schwirrte mir das Lied immer noch in der Erinnerung herum, aber die Serie gab es nirgendwo... Vor zehn Jahren fand ich dann in einem alten Plattenladen im Ausverkauf eine CD mit Titelmelodien von Fernsehserien, u. a. mit "Bronco"! Mit Hochgenuss mischte sich Nostalgie mit der CD... Dann sah ich in einem Borders Bookstore eine VHS-Kassette mit einer Bronco-Episode, die ich natürlich sofort kaufte.

Ich wurde nicht enttäuscht: "The Shadow of Jesse James" mit James Coburn als Jesse James ist wirklich eine gute Folge. Und schließlich – vor etwa eineinhalb Jahren – fand ich "Bronco" endlich auch wieder im Fernsehen: die Serie läuft jede Donnerstag nacht um 23.00 Uhr auf Good Life TV. Ich habe mir viele Folgen aufgezeichnet, und ab und zu kehre ich zurück in die Zeit, als das Kind noch Kind war...Natürlich war ich begeistert, als Bronco Layne als Moss Andrews ins Fernsehen zurückkehrte, und diesmal liess ich mir die Serie nicht entgehen: "S.O.S. Charterboot" lief Samstags im ZDF, und ich war immer dabei!

 

Ty Hardin wurde 1930 in New York City geboren (sein Geburtsname war Orison Whipple Hungerford jr.!). Als er fünf Jahre, liessen sich seine Eltern scheiden, und er zog mit seiner Mutter nach Texas, wo er von seiner Oma den Spitznamen "Ty" bekam (er war wild wie ein Texas-Typhoon). Er wurde später Pilot in der US-Armee und war in Korea und Deutschland stationiert. Er bekam ein Footballscholarship und spielte an der Texas A & M Universität unter dem legendären US-Football-Coach Bear Bryant. Danach arbeitete er als Ingenieur bei Douglas Aircraft in Santa Monica, wo er von einem Talentscout entdeckt wurde.

 

Er änderte seinen Nachnamen um in Hardin, in Anlehnung an den berühmten John Wesley Hardin. Bei Warner Brothers unter Vertrag, wurde er der Star von "Bronco", einer Serie, die im US-Fernsehen abwechselnd mit "Cheyenne" im Programm war. Er spielte außerdem in zehn Filmen bei Warner Brothers mit, zog dann nach Europa, wo er in vielen sogenannten Spaghetti-Western mitmachte. In Australien drehte er dann "S.O.S. Charterboot".

Vor einigen Jahren kehrte er in die USA zurück und arbeitete als Geistlicher mit teilweise sehr konservativen Tendenzen. Mittlerweile 73jährig, schwur er diesem religiösen Fanatismus wieder ab, und taucht manchmal wieder in kleineren Rollen im Fernsehen auf. Er unterrichtet Schauspielkunst und schreibt momentan seine Memoiren.

Diesen Bericht über Ty Hardin hat mir Uwe aus den USA, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Uwe!

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