Wim Thoelke

02.06.11

Original-Autogramm von Wim Thoelke

Viele mögen Wim Thoelke als langweilig empfunden haben - mir ging es da nicht anders. Seine Sendungen waren immer berechenbar und hatten immer die gleichen Elemente. Aber andererseits hatte auch diese Berechenbarkeit etwas: man wusste immer, was man bekam - und wenn man sich bewusst dafür entschied, wurde man niemals enttäuscht.

Die folgenden Informationen stammen aus dem Buch "Das Lexikon der TV-Moderatoren" von Michael Völkel, erschienen im Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag, eine wahre Fundgrube an Informationen übrigens! Wer sich für dieses Buch interessiert, kann es direkt über diese Seite, unter "Nostalgie-Laden" bestellen.

Wim Thoelke wurde am 9. Mai 1927 in Mühlheim an der Ruhr geboren. Nach dem Abitur entschied er sich erst dazu, Jura zu studieren. Kurz vor dem Examen (und das wiederum passt so gar nicht zu ihm) schmiss er das Studium und wurde Geschäftsführer des Deutschen Handballbundes, später dann Kaufmännischer Leiter der Bavaria Fluggesellschaft in München. Schon damals drehte er kleine Filme für die ARD-Sportschau, so dass er schließlich endgültig fürs Fernsehen entdeckt wurde. 1963 wurde er Nachrichtensprecher bei "Heute". Hier machte er durch eine ungewöhnliche Aktion auf sich aufmerksam: er schmuggelte heimlich einen Blumenstrauss unter seinen Ansagetisch, hob ihn zu Anfang der Sendung hoch und meinte: "Keine Angst, meine Damen und Herren. Das Wichtigste, was heute passiert ist, ist, dass der Sommer angefangen hat!" Diese Aktion brachte ihm damals einigen Ärger ein. weil man das beim konservativen ZDF als geschmacklos und unseriös empfand.

 

Wim Thoelke liebte diese Aktionen jedoch - das einzige, was seiner Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit ein wenig entgegen stand. Auch im Aktuellen Sportstudio, das er von 1963 bis 1970 moderierte, hatte er öfter einen kleinen Spaß auf Lager. Trotzdem hatte man nie den Eindruck, dass Thoelke sich in den Vordergrund spielen wollte - nein, im Gegenteil: er war immer "nur" der Moderator, er verkaufte die Sendung, nicht sich selbst.

Einem Millionenpublikum wurde er durch "Drei mal neun" und vor allen Dingen durch "Der Große Preis" bekannt. Diese Sendung war ganz und gar Thoelkes "Baby", er bereitete sich gerade akribisch darauf vor. Wurde ein Kandidat z. B. zu Hedwig Courths-Mahler befragt, las Wim Thoelke zur Vorbereitung einige Romane von ihr.

18 Jahre lang war Wim Thoelke im Auftrag der "Aktion Sorgenkind" für den Großen Preis aktiv. Die 200. Sendung moderierte er im Sitzen, weil er von einer Bypass-Operation sehr geschwächt war.

Bitter enttäuscht war Wim Thoelke, dass man Hanns-Joachim Kulenkampff, seinem Nachfolger bei der Sendung, wesentlich mehr Freiheiten zugestand als ihm - z. B. durch mehr Sendezeit, während in seiner eigenen letzten Sendung die zweite Spielrunde vorzeitig abgebrochen wurde, nur um dreißig Sekunden Überziehung zu vermeiden. Auch dass Kulenkampff das doppelte seiner Gage bekam, empörte Thoelke. Er meinte in seiner Autobiographie, dass ihm Neid wahrhaftig fremd sei, aber dies empfinde er als Brüskierung.

Wim Thoelke starb am 26.11.1995 in Wiesbaden.

Mit Max Greger und Helmut Schmidt

 

Fotos aus alten Sportstudio-Zeiten: links mit Joachim Fuchsberger, in der Mitte mit Harry Valerien und Rainer Günzler,
rechts mit Berti Vogts

Als Heute-Sprecher

Aus "Drei mal neun" mit den Assistentinnen Rabea und Gaby

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