Zirkus Peppinello

29.05.11

Heft Nr. 112 aus dem Spectrum Verlag (dort liegen auch die Rechte für die Bilder)

erzählt von Karl Heinz Gies

Das neue Programm

 

Der Clown Peppinello fuhr mit seinem Zirkuswagen über die Dörfer und gab lustige Vorstellungen. Mit ihm reisten die Ente, Tante Tutti, die die Wirtschaft führte, und Theo, das Eichhornkind.

In einem Herbst nahmen sie nur wenig Geld ein. Da kam Peppinello auf den Gedanken, während der Pausen mit einem Bauchladen Süßigkeiten anzubieten. Die Kinder kauften ihm gerne etwa an. Sein bester Kunde aber wurde Theo. Von dem Geld aus seinem Sparschwein kaufte er jeden Abend Himbeerdrops, Lakritze und noch vieles mehr. Sobald Theo eingeschlafen war, tat es Peppinello leid, dass das Eichhornkind sein gutes Geld verplempert hatte, und er steckte es in das Schwein zurück. Zwei Wochen ging das so, jeden Abend.

 

Peppinello hatte alles verkauft, aber überhaupt nichts verdient. Da dachte er: "Besser handele ich mit heißen Würstchen." Aber er hatte ein zu gutes Herz und verschenkte an die Kinder mehr Würstchen, als er verkaufte. Als das Tante Tutti erfuhr, sagte sie: "Schluss, Peppinello! Überlege Dir lieber neue Nummern für das Programm. Dann kommen mehr Kinder in deine Vorstellungen und wir nehmen auch wieder mehr ein."

Das war richtig, und Peppinello begann zu überlegen. Da ihm aber am besten etwas einfiel, wenn er malte, holte er seine Staffelei hervor. Theo guckte zu. Er hatte eine Mütze aufgesetzt. Als er so Onkel Peppi und das Bild betrachtete, da fiel ihm etwas ein: "Wir singen ein paar Lieder", sagte er. "Zum Beispiel: Zwei Vögel wollten Hochzeit machen."

Da erschien Tante Tutti, sie hatte sich als Autofahrerin verkleidet: "Ich will auch singen! Ich glaube, ich bin eine große Künstlerin!" sagte sie. - "Tante Tutti, Du bist eine Kochkünstlerin", sagte Peppinello. "Jeder Deiner Eierkuchen ist ein Kunstwerk. Aber Du bist keine Sängerin." - "Höre Dir erst einmal meine Nummer an!" widersprach Tante Tutti. Sie schob ein kleines Auto, das sie sich hatte heimlich bauen lassen, herein.

An dem Auto waren acht Hupen. Und Tante Tutti sang:

"Ich hab' von der Oma ein Auto geerbt,
es ist älter als sechzig Jahr.
Meine Oma hat es sich gekauft,
als sie ein Backfisch war.
Ihm fehlt so manches, doch eins macht mich froh:
es hat acht Hupen, und die klingen so:"

Und nun zwickte Tante Tutti mit dem Schnabel nacheinander in die acht Hupen und die acht Töne der Tonleiter erklangen: Do-re-mi-fa-so-la-si-do! - Und Tante Tutti sang weiter

 

"Ich hab' von der Oma ein Auto geerbt,
bei dem spar' ich Öl und Benzin,
es hat keinen Motor, die Kurbel fehlt auch,
es fährt nur, wenn Ochsen es zieh'n.
Doch bin mal traurig, so macht es mich froh,
ich drücke die Hupen, und die klingen so:"

Und wieder quetschte Tutti die acht Hupen und die Tonleiter klang auf. Peppinello und Theo klatschten: "Bravo!" Und in der nächsten Vorstellung durfte Tutti auftreten. Es wurde ein großer Erfolg und die Kasse füllte sich.

 

 

 

Eine Abends brachte Onkel Peppi aus dem Dorf eine Flasche Wein und eine große Wurst mit. Die versteckte er erst vor Tutti und Theo. Dann holte er seinen Zylinder, schlug mit dem Zauberstab Kreise: "Akrakadabra!" und zauberte eine Blume, bunte Würfel und schließlich die Weinflasche und die Wurst hervor.  Theo, der so etwas nicht gesehen hatte, staunte und glaubte erst, der Onkel könnte wirklich zaubern. Er ließ sich einen langen Zipfel von der Zauberwurst abschneiden und aß mit Behagen. So zogen die drei mit dem neuen erfolgreichen Programm weiter von Dorf zu Dorf und alle Kinder hatten ihren Spaß.

 

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